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MS2000M: Blitzröhre, Filterstellungen und optische Ortung

Das MS2000M verbindet eine Xenon-Blitzröhre mit angebauten IR- und Blaufiltern. Mechanische Filterstellungen, Stromversorgung und Prüfungen bestimmen die nutzbare Ortsmarkierung; die spätere M2-Ausführung arbeitet mit LED und Vibrationsmeldung.

MS2000M aus der Nähe: klare Blitzfläche, weggeklappter dunkler IR-Filter, olivfarbene Schutzhülse und Fangleine
MS2000M mit eingeschobener Schutzhülse und seitlich weggeklapptem IR-Filter.

Das ACR MS-2000(M), häufig MS2000M geschrieben, ist eine militärische Notmarkierungsleuchte mit Xenon-Blitzröhre, zwei AA-Batterien und fest angebauten Infrarot- und Blaufiltern. Die Grundausführung 3990 trägt die Versorgungsnummer 6230-01-411-8535. Sie dient dazu, isoliertes Personal für Such- und Rückführungskräfte optisch zu markieren. Je nach Filter ist der Blitz offen sichtbar, nur mit geeigneter Nachtsicht erkennbar oder auf einen begrenzten Winkel gerichtet.

Blitzquelle und Filter bleiben am selben Gerät

Das schwarze Hauptgehäuse enthält Elektronik, Blitzröhre und Batterien. Darüber sitzt der olivfarbene, verschiebbare Flashguard: eine Schutzhülse mit Abschirmung und Filtern. Der IR-Filter lässt sich über die klare Austrittsfläche legen oder seitlich wegklappen. Wird die Hülse ausgezogen, kommt der Blaufilter in seine Betriebsstellung. Alle drei Betriebsarten werden somit am selben Gerät eingestellt.

Gehäuse, klare Linse und Flashguard bestehen in der 2012er Ausführung aus schlagfestem Polycarbonat, der IR-Filter aus Butyrat. Das Gerät misst 11,4 × 5,6 × 2,8 Zentimeter und wiegt ohne Batterien 104 Gramm. Eine Fangleine sichert es an Person oder Ausrüstung. Am unteren Ende verschließt eine befestigte Batterietür mit O-Ring die beiden Batterieräume.

Warum zwei kleine Batterien einen kräftigen Einzelblitz erzeugen

Die Elektronik hebt die Batteriespannung auf das für die Xenon-Blitzröhre erforderliche Niveau an und steuert die wiederkehrende Zündung. Das MS2000M erzeugt 50 ± 10 Blitze pro Minute; zwischen zwei Blitzen liegen damit ungefähr eine bis eineinhalb Sekunden.

Ein großer Schieber an der Seite bedient einen magnetischen Reedkontakt im Gerät. Der Schieber bewegt die äußere Betätigung; der elektrische Kontakt bleibt innerhalb der abgedichteten Baugruppe. Zum Einschalten wird der Schieber bis zum oberen Anschlag geführt. Die Röhre beginnt innerhalb weniger Sekunden zu blitzen. Zum Ausschalten wird er bis zum unteren Anschlag zurückgeschoben. Die Filterstellung ist davon unabhängig: Derselbe Blitz wird weiß, im Infrarotbereich oder durch den gerichteten Blaufilter abgegeben.

Drei Stellungen mit unterschiedlichen Beobachtungswegen

Die Stellung wird bei ausgeschalteter Leuchte vorbereitet. Der Flashguard muss sich vollständig verschieben lassen; der IR-Filter muss in der gewählten Position einrasten. Eine halb geschlossene Filterklappe kann sichtbares Licht seitlich austreten lassen oder die gewünschte Abstrahlung behindern. Die Bedienung der 2009/2012er MS-2000(M)-Ausführung unterscheidet diese Stellungen:

LichtMechanische EinstellungWirkung
WeißFlashguard eingeschoben lassen. IR-Filter leicht anheben, um 90 Grad nach links oder rechts drehen und in der seitlichen Ruhestellung festdrücken.Die klare Blitzfläche liegt frei; Weißlicht wird rundum abgestrahlt.
InfrarotFlashguard eingeschoben lassen. IR-Filter über die klare Austrittsfläche legen und nach unten in die Verriegelung drücken.Der Filter unterdrückt sichtbares Licht. Der IR-Blitz bleibt mit passender Nachtsicht rundum erkennbar.
BlauFlashguard zunächst eingeschoben lassen. IR-Filter leicht anheben, um 90 Grad seitlich wegdrehen und dort einrasten. Hauptgehäuse festhalten, Flashguard bis zum Anschlag beziehungsweise zur fühlbaren Einrastung hochziehen und dann loslassen.Der Blaufilter kommt in Betriebsstellung; die ausgezogene Abschirmung begrenzt den Lichtweg auf eine Richtung.

Weißlicht eignet sich für eine bewusst auffällige Ortsmarkierung. Im blauen Zustand muss die offene Abstrahlrichtung dagegen zum Beobachter zeigen. Die Hülse nimmt seitliche Lichtwege zurück; damit wächst die Bedeutung der Geräteausrichtung. Ein korrekt eingeschalteter, aber vom Flugzeug weg gerichteter blauer Marker kann dessen Besatzung verborgen bleiben. Der Blaufilter unterscheidet das Licht außerdem von Bodenfeuer. Er erzeugt keinen persönlichen Erkennungscode.

Der IR-Filter verändert das Spektrum, macht aus dem Rundumblitz aber keinen engen Strahl. Der Beobachter benötigt geeignete Nachtsichttechnik; dieselbe Emission kann auch von gegnerischer Nachtsicht erfasst werden. Blau ist dagegen nur in der offenen Richtung der ausgezogenen Hülse wirksam. Weiß liefert die auffälligste Rundum-Markierung. In allen drei Stellungen braucht die Austrittsfläche freie Sicht zum erwarteten Beobachter.

Filterfunktion prüfen, bevor sie die eigene Sichtbarkeit bestimmt

Die 2012er Ausführung besitzt eine Filzauskleidung in der Schutzhülse gegen sichtbaren Lichtaustritt im IR-Zustand. Filterfläche, Filterverriegelung, Hülse und Hauptgehäuse müssen dafür zusammen funktionieren. Bei der Prüfung wird der IR-Filter geschlossen, die Leuchte eingeschaltet und auf sichtbare Blitze durch die Seiten des Gehäuses oder der Hülse untersucht. Anschließend wird sie ausgeschaltet. Seitlicher Weißlichtaustritt macht diese Leuchte für eine Verwendung mit unterdrücktem sichtbarem Licht unbrauchbar.

Ein Riss oder verfärbtes Material in der Linse, beschädigte Filter, starke Abriebstellen und ein klemmender Schieber sind erkennbare Fehler. Die kleine schwarze Filterklappe allein bestätigt die IR-Funktion nicht. Am älteren MS2000M gibt es auch keine Vibrationsmeldung für den aktiven Zustand. Ohne passende Nachtsicht kann die Person den gewünschten IR-Blitz nicht unmittelbar sehen. Die vorherige Funktionsprüfung des Blitzgeräts und die Prüfung auf sichtbaren Lichtaustritt beantworten deshalb unterschiedliche Fragen.

Batterien, Laufzeit und dichtes Batteriefach

Der Betriebsaufbau verwendet zwei AA-Zellen mit jeweils 1,5 Volt. Die 2012er Ausführung arbeitet mit Alkalibatterien oder AA-Lithiumbatterien; Lithium ist für starke Kälte oder lange Lagerung vorgesehen. Beide eingesetzten Zellen müssen hinsichtlich Typ, Marke und Alter zusammenpassen. Wird eine neue Zelle mit einer weit entladenen kombiniert, lässt sich nicht mit der Laufzeit eines frischen Batteriepaars rechnen. Erhabene Polaritätsmarken helfen, die richtige Einbaurichtung auch ohne gute Sicht zu finden.

Schmutz im Batterieraum, beschädigte Zellen und korrodierte Kontakte stören die Stromversorgung; ein beschädigter oder verschmutzter O-Ring gefährdet die Abdichtung. Bei der 2012er Grundausführung beträgt die nominelle Mindestlaufzeit im Blitzbetrieb acht Stunden. Dieser Wert setzt ein passendes frisches Zellenpaar voraus und sagt nichts über den Restvorrat bereits benutzter Batterien aus.

Blitzrate ist prüfbar, aber nicht die gesamte Lichtleistung

Für die regelmäßige Funktionsprüfung lässt sich das Gerät zwei Minuten im weißen Zustand betreiben und die Zahl der Blitze während der zweiten Minute zählen. Zulässig sind 40 bis 60. Bei der erstmaligen Abnahme neuer Geräte wird dagegen nach neun Minuten Betrieb die zehnte Minute gezählt. Diese Prüfungen gehören in eine kontrollierte Umgebung; ein längerer offen sichtbarer Test während einer Kontaktlage würde selbst zur Markierung. Die normale Prüftemperatur liegt bei ungefähr 21 °C, Kälte kann die Blitzrate vermindern.

Bei einer Rate außerhalb von 40 bis 60 Blitzen pro Minute werden die beiden Batterien und die Kontakte geprüft. Sind passende Ersatzbatterien vorhanden, wird das Paar gewechselt; lose Verschmutzung kann mit einer kleinen Bürste bei nach unten geöffnetem Batterieraum entfernt werden. Danach wird die Blitzratenprüfung erneut durchgeführt. Bleibt der Fehler bestehen, ist das Blitzgerät fehlerhaft. Das verschlossene Elektronikgehäuse lässt sich nicht zerlegen, ohne seine Integrität zu zerstören. Eine korrekte Blitzzahl zeigt die wiederkehrende Funktion, misst aber weder die Lichtstärke noch die Abdichtung des IR-Filters oder den Empfang durch die Gegenstelle.

Grundmodell, Waterbug, Doublefly und späteres M2

Die Geräteidentität entscheidet über zusätzliche Funktionen. Das MS-2000(M) 3990 ist die hier beschriebene Grund-Blitzleuchte. Die 2012er Waterbug-Ausführung 3991 ergänzt Wasseraktivierung. Der Doublefly 3994 verbindet Blitzbetrieb mit einer Glühlampenfunktion; für diese Dauerbeleuchtung gelten mindestens zwei Stunden nominelle Laufzeit. Die druckgeprüfte Ausführung 3989.1 erreicht 15,2 Meter Prüftiefe, während die Grundangabe 2012 zehn Meter beträgt. Wasseraktivierung, Glühlampe und größere Prüftiefe dürfen deshalb nicht aus dem ähnlichen Gehäuse eines 3990 übernommen werden.

Die MS-2000(M2)-Ausführung im technischen Stand von 2015 verwendet LED-Technik und gibt eine Vibrationsmeldung über Aktivierung beziehungsweise Betriebszustand. Die Grundkennung wechselt dabei zu 3990.2. Ähnliche Schutzhülse und Filteranordnung verdecken somit einen Wechsel von Lichtquelle und Rückmeldung. Die längeren M2-Laufzeiten gehören zur LED-Ausführung; sie ersetzen nicht die Acht-Stunden-Angabe des älteren Xenon-Geräts.

Vom Geräteblitz zur tatsächlichen Ortung

In der Sichtbarkeitsprüfung der 2012er Ausführung war die Leuchte in einer klaren dunklen Nacht aus sechs Meilen Entfernung, ungefähr 9,6 Kilometern, erkennbar. Diese Beobachtungsbedingung beschreibt den Wert besser als eine Entfernung allein. Nebel, Helligkeit, Bewuchs, Filter und Geräteausrichtung verändern den Lichtweg. Ein abgeschirmter blauer Marker hat außerdem andere offene Beobachtungsrichtungen als ein freier weißer Blitz. Vor einem kurzen Einsatz müssen deshalb Filterstellung und freie Austrittsrichtung zum sichtbaren beziehungsweise erwarteten Beobachter passen.

Das MS2000M überträgt weder Position noch Identität; es setzt einen optischen Bezugspunkt im Gelände. Ein AN/PRC-112G kann Position und Zustand übermitteln, während die Leuchte die letzte visuelle Zuordnung ermöglicht. Damit sie nicht mit einer fremden oder zufälligen Lichtquelle verwechselt wird, müssen Filterstellung, Zeitpunkt und das vereinbarte Erkennungsverfahren zusammenpassen.