Persönliche Aircrew-Reserve

SEEK-2: zwei flexible Pakete für isolierte Navy-Flugbesatzungen

SEEK-2 teilte medizinische Mittel und allgemeine Überlebensausrüstung in zwei flexible Vinylpakete. Beschriftete Einzelbeutel saßen auf einer Klebefläche; frühe Produktionsstände unterschieden sich bereits im Detail.

Rückseite eines Signalspiegels Mark 3 Type I mit orangefarbenen Geräteaufschriften und einer runden Zielöffnung im retroreflektierenden Gitter
Signalspiegel Mark 3, Type I, aus einem Vertrag von 1981. Diese Bauform mit Zielöffnung und retroreflektierendem Gitter war für den SEEK-2 vorgesehen.

Der SEEK-2 war ein persönlicher Überlebenssatz der US Navy für Flugbesatzungen. Sein Name stand für Survival, Escape and Evasion Kit. Die Anfang 1968 dokumentierte Ausführung bestand aus zwei flexiblen, wasserdichten Paketen: Packet 1 enthielt medizinische Mittel, Packet 2 die allgemeine Überlebensausrüstung. Beide passten in die SV-2-Überlebensweste; erste Lieferungen gingen an Staffeln in Südostasien.

SEEK-2 als Teil der SV-2-Weste

Ein erhaltenes Exemplar gehörte Mike Krebs, einem Piloten der VA-34. Die Staffel operierte 1967 vom Flugzeugträger Intrepid gegen Ziele in Nordvietnam. Der Satz blieb an der Überlebensweste und war sowohl für einen Ausstieg über See als auch für einen Aufenthalt an Land vorgesehen.

Die SV-2 trug neben SEEK-2 unter anderem Funkgerät, Signalfackeln mit Abschussgerät, Notleuchte, Spiegel, Pfeife, Leinenmesser, Überlebensmesser sowie Kurzwaffe und Munition. SEEK-2 ergänzte diese unmittelbar erreichbaren Kontakt- und Ausstiegsmittel um medizinische Versorgung, Wasseraufbereitung, Werkzeug und tropischen Schutz.

Flexible Vinylpakete mit beschrifteten Einzelteilen

SEEK-2 ersetzte die starren Behälter des Vorgängers SEEK-1 durch zwei biegsame Vinylhüllen. Im Inneren saßen die einzeln beschrifteten Bestandteile auf einer mit Transferkleber beschichteten Trägerfläche. Sie ließen sich abnehmen und wieder an ihrer vorgesehenen Stelle befestigen.

Die Aufteilung in Medical und General war funktional, aber nicht vollständig trennscharf. Das medizinische Paket enthielt Verband- und Pflegemittel; im allgemeinen Paket lagen Werkzeuge, Feuer-, Wasser-, Orientierungs- und Signalmittel. Seife, Nadeln und kleine Klingen kamen je nach Aufgabe in beiden Bereichen vor.

Packet 1: medizinische Mittel für den tropischen Einsatzraum

Die Packliste von Anfang 1968 nennt Mullverband, Pflaster, Pinzette, Sicherheitsnadeln, Seife, antiseptische und Augensalbe, Pilzmittel, Lippenpflege sowie Mittel gegen Insekten und Blutegel. Hinzu kamen damalige Tabletten gegen Schmerzen, Durchfall, Malaria, Infektion und Bewegungskrankheit, außerdem Wachhalte- und Salztabletten. Unterschiedlich gefärbte Folien halfen bei der Kennzeichnung.

Schon innerhalb der frühen Produktion gab es Abweichungen. In den ersten 5.000 Sätzen fehlte das später aufgeführte Pilzmittel; Pulvermengen und Lippenpflegestifte änderten sich ebenfalls. Eine Brennlinse wurde in der damaligen Liste ausdrücklich als noch nicht enthalten geführt. Ein erhaltenes Exemplar muss deshalb nach Produktionsstand beurteilt werden.

Packet 2: Werkzeug, Wasser, Feuer und Orientierung

Das General Packet enthielt eine kurze Messer-/Metallsägeklinge, eine Drahtsäge und Nähmaterial. Die 9,5 cm lange Klinge besaß eine Schneide und Sägezähne; die Drahtsäge war etwa 53 bis 64 cm lang. Zum Angelgerät gehörten künstliche Fliegen, acht Haken, Gewichte und rund 15,2 m Nylonschnur.

Für Wasser waren zwei flexible Aufnahmebehälter, ein kleiner Schwamm und 50 Jod-Wasseraufbereitungstabletten vorgesehen. Der Feuerbestand umfasste 16 wassergeschützte Streichhölzer, künstlichen Zündstein, wachsimprägniertes Papier, Baumwollzunder und eine Kerze. Die Sägezähne der kurzen Klinge konnten am Zündstein eingesetzt werden.

Weitere Bestandteile waren Kopfnetz, Netzhandschuhe, Sonnenbrille, zwei Päckchen Hartbonbons, vier Rinderbrühwürfel, ein Armbandkompass, Signalspiegel und Miniatur-Taschenlampe. Funkgerät, pyrotechnische Signale und Pfeife saßen dagegen an eigenen Plätzen der SV-2-Weste.

Der abgebildete Signalspiegel

Die Abbildung auf dieser Seite zeigt einen Mark 3 Type I aus einem Vertrag von 1981, nicht den vollständigen SEEK-2 von 1967 oder 1968. Diese Bauart mit Zielöffnung und retroreflektierendem Gitter war jedoch für SEEK-2 vorgesehen. Der Spiegel gehörte zum General Packet; die übrigen Signalmittel der SV-2 lagen außerhalb der beiden SEEK-2-Pakete.

Frühe Produktionsänderungen

Die ersten 5.000 Sätze besaßen weder die später aufgeführten Lichtfilter noch alle Pflegemittel der Packliste von 1968. Das Exemplar von Mike Krebs gehört zum Stand von 1967; die ausführlich dokumentierte vollständige Packung beschreibt den Navy-Stand von Anfang 1968. Beide dürfen nicht ohne Datierung zu einer einzigen unveränderlichen Stückliste zusammengezogen werden.

SRU-31/P löste SEEK-2 ab

Bis 1973 wurde SEEK-2 durch den SRU-31/P ersetzt. Auch der Nachfolger besaß ein medizinisches und ein allgemeines Paket, enthielt aber ungefähr halb so viele Gegenstände und bot Platz für optionale Ergänzungen. SEEK-2 war für mehrere Tage bis ungefähr eine Woche ausgelegt; beim SRU-31/P ging die Navy von einer Rückführung innerhalb von 24 Stunden aus.