
Das US Marine Corps entwickelte den R-PIE-Satz 1990 für Recon Marines, die während Patrouillen, Infiltration oder Aufnahme von ihrer übrigen Ausrüstung getrennt werden konnten. R-PIE stand für Reconnaissance Patrolling, Insertion and Extraction. Der vakuumverpackte Satz passte in die Taschen der Feldbluse und sollte die ersten 24 Stunden mit Werkzeugen, Zünd- und Signalmitteln, Kompass, Decke, Angelgerät und Wasserbeuteln unterstützen.
350 Prototypen für sechs Recon-Einheiten
Der Entwicklungsauftrag ging an das Marine Corps Research, Development and Acquisition Command, MCRDAC. Weil sich kein ziviles Unternehmen für die Fertigung interessierte, stellte die Materiel Division der Marine Corps Logistics Base Albany 350 Prototypen her. Im Oktober 1990 erprobten MCRDAC und sechs Recon-Einheiten den Satz.
Nach Abschluss der Erprobung war für das folgende Jahr eine Produktion von ungefähr 50.000 freigegebenen Sätzen vorgesehen. Die Quelle dokumentiert damit den Prototypenstand und die Planung von 1990; ob die vorgesehene Stückzahl später vollständig gefertigt wurde, geht daraus nicht hervor.
Der erste Beutel war undicht
Die erste geforderte wasser- und fettbeständige Verpackung bestand den Test nicht. Für die Überarbeitung kam eine Wasserdampfsperre hinzu, die den Feuchteeintrag während der Lagerung begrenzen sollte. Fertige Beutel waren für die Kalkulation zu teuer, deshalb beschaffte Albany das Material und fertigte die Verpackungen selbst.
Der Inhalt wurde vakuumiert und verschweißt. Das verringerte das Packvolumen und schützte mehrere kleine Metall- und Verbrauchsteile gemeinsam. Eine Beschädigung der Hülle oder Schweißnaht gefährdete entsprechend den gesamten Satz. Nach dem Öffnen konnten die mitgeführten wiederverschließbaren Kunststoffbeutel einzelne Teile geordnet und abgedeckt halten.
Was auf der Originalaufnahme zu erkennen ist
Die Aufnahme aus der Marine-Corps-Zeitung The Globe zeigt den ausgelegten Prototyp. Erkennbar sind unter anderem das Kombinationswerkzeug, kleine Einzelpackungen, der runde Kompass und der beschriftete Wasserbeutel. Die gemeinsame Sperrverpackung selbst ist auf dem Foto geöffnet.
Der Satz war für die Taschen der Utility Blouse vorgesehen. Damit blieb er am Körper, wenn Rucksack oder zusätzliche Ausrüstung verloren gingen. Das unterscheidet ihn von größeren Überlebenssätzen in Luftfahrzeugen oder Fahrzeugen.
Werkzeuge, Feuer und Schutz
Zum dokumentierten Inhalt gehörten ein Kombinationswerkzeug mit Messer, Streichhölzer, Kerze und Magnesium-Feuerstarter. Hinzu kamen Angelgerät, eine Decke sowie wiederverschließbare Kunststoffbeutel. Die Zusammenstellung verband damit Schneidwerkzeug, mehrere Zündmittel, einen kleinen Brennstoffanteil und einen kompakten Wetterschutz.
Zum Satz gehörten außerdem Kompass, Signalspiegel, Pfeife und flexible Trinkwasserbeutel. Der R-PIE war damit vor allem eine Werkzeug- und Materialreserve; größere Mengen Wasser, Verpflegung und Bekleidung gehörten weiterhin zur übrigen getragenen Ausrüstung.
Für 24 Stunden geplant, nicht als vollständige Feldversorgung
Die Entwicklungsbeschreibung nennt einen Zeitraum von 24 Stunden. Das war die Anforderung an den Entwurf, kein Nachweis einer unter allen Gelände- und Wetterbedingungen erreichten Versorgungsdauer.
Der besondere technische Punkt des R-PIE lag deshalb weniger in einem einzelnen Werkzeug als in der Verpackung: Ein Satz für die Feldblusentasche musste klein bleiben und zugleich bis zum Öffnen gegen Wasser, Fett und Wasserdampf geschützt werden. Genau an dieser Anforderung scheiterte der erste Beutel und wurde anschließend überarbeitet.
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