
Der AN/PSN-13 DAGR ist ein militärischer GPS-Empfänger, der Position, Geschwindigkeit und Zeit für die eigene Navigation bereitstellt. Er besitzt eine zweifrequente Empfangstechnik und das Sicherheitsmodul SAASM für den militärischen Precise Positioning Service. Bei der US Army begann er im Dezember 2004 den PLGR abzulösen. Sein Nutzen nach Verlust eines Fahrzeugs liegt in der eigenständigen Handgerätefunktion: eigene Batterien, eine lokale Positionsanzeige und gespeicherte Navigationsdaten. Wie lange diese Anzeige aktuell bleibt, hängt allerdings von der gewählten Betriebsart ab.
Handgerät mit Fahrzeug- und Datenschnittstellen
DAGR steht für Defense Advanced GPS Receiver. Das Gerät wurde für bodenbewegliche und luftbewegliche Truppen entwickelt; zugleich kann es Navigationsdaten an Fahrzeuge und weitere angeschlossene Systeme liefern. Im Army-Ausstattungsstand von 2005 gehört ein Tragebehälter mit zwei Befestigungsclips zur körpernahen Verwendung an der Trageausrüstung. Ein DAGR, das bei der Person bleibt, kann nach dem Verlust der Plattform mit eigenen Batterien arbeiten. Bleibt der Empfänger im Fahrzeug zurück oder fehlt die unabhängige Stromversorgung, muss die Person ihren Standort mit anderen verfügbaren Mitteln bestimmen.
Der 2020 freigegebene Hardwaredatenstand beschreibt ein Gehäuse von höchstens 16,1 × 8,79 × 4,01 Zentimetern und eine Masse unter 454 Gramm einschließlich Batterien. Die sichtbare Displayfläche beträgt etwa 43 × 58,7 Millimeter. Die Geräteauslegung umfasst −32 bis +70 °C im Betrieb und Wasserbeständigkeit bis zu einem Meter Tiefe. Vier AA-Zellen mit jeweils 1,5 Volt liefern die Hauptenergie; eine gesonderte 3,6-Volt-Halbe-AA-Zelle versorgt die Speicherfunktion. An einer Plattform kann das DAGR mit 9 bis 32 Volt Gleichspannung betrieben werden.
Drei unabhängige serielle Datenanschlüsse, davon zwei RS-232 und einer nach TIA/EIA-422, verbinden das Gerät mit weiterer Ausrüstung. Hinzu kommen ein Anschluss für eine aktive L1/L2-Antenne und der Eingang für differenzielle GPS-Korrekturdaten. Über die Datenschnittstellen können Position und Zeit weitergegeben werden. Das DAGR selbst ist ein Navigationsempfänger; für eine Übermittlung an Rückführungskräfte braucht die Person ein tatsächlich verfügbares Kommunikationsmittel. Ein GPS-Survival-Radio verbindet dagegen Navigation und Funkübertragung im getragenen Gerät.
Was zweifrequenter Empfang und SAASM leisten
Die klassische DAGR-Empfangstechnik verfolgt L1 und L2 gleichzeitig. Auf L1 verarbeitet sie C/A- und P(Y)-Code, auf L2 P(Y)-Code. Im USMC-Gerätestand von 2011 arbeitet sie mit zwölf Empfangskanälen und „All in View“-Verfolgung: Der Empfänger berücksichtigt die verfügbaren Satelliten gemeinsam. SAASM, das Selective Availability Anti-Spoofing Module, ermöglicht die Nutzung des geschützten militärischen Dienstes. Dazu muss der Empfänger entsprechend vorbereitet sein. Die Hardwarebezeichnung allein beschreibt noch keinen gültigen Schlüssel- oder Betriebszustand.
Die Positionswerte des Hardwaredatenstands von 2020 sind nach Verfahren getrennt: Die 95-Prozent-Grenze des horizontalen Positionsfehlers liegt für PPS unter 6,7 Metern, für DGPS unter 2,4 Metern. DGPS benötigt die dafür eingespeisten Korrekturdaten. Wird ein zuvor eingebundener Empfänger allein mitgeführt, muss geprüft werden, ob diese Korrekturdaten noch verfügbar sind. Die Anzeige der geschätzten horizontalen Positionsabweichung ist deshalb Teil der Ortsbeurteilung. Das Gerät besitzt außerdem Integritätsüberwachung und Funktionen gegen Mehrwegeffekte; eine empfangene Reflexion soll nicht ohne Weiteres wie ein direkter Satellitenpfad verarbeitet werden.
Continuous, Fix und Standby liefern unterschiedliche Informationen
Für das AN/PSN-13 im USMC-Gerätestand von 2011 ist Continuous die normale Betriebsart bei externer Stromversorgung, Fix die anfängliche Betriebsart bei Batterieversorgung. Beide beschaffen Satellitendaten, arbeiten danach aber unterschiedlich weiter. Der gewählte Modus wird auf der Present-Position-Seite angezeigt. Für eine isolierte Person ist diese Angabe ebenso wichtig wie die Koordinaten: Sie zeigt, ob das Gerät weiter verfolgt oder inzwischen nur noch gespeicherte Information bereitstellt.
| Betriebsart | Satellitenverfolgung | Bedeutung beim Weitergehen |
|---|---|---|
| Continuous | Fortlaufende Bestimmung von Position, Geschwindigkeit und Zeit; höchster Energieverbrauch | Neue Orts- und Bewegungswerte werden laufend berechnet, solange der Empfang trägt. |
| Fix | Bestimmt eine aktuelle Lösung und wechselt anschließend automatisch in Standby | Ein neuer Fix muss für eine weitere aktuelle Ortsbestimmung wieder veranlasst werden. |
| Standby | Reduzierter Verbrauch; keine Satellitenaufnahme oder -verfolgung | Gespeicherte Daten bleiben nutzbar, beschreiben aber keine fortlaufend neu bestimmte Position. |
Für den Betriebsartwechsel wird die Present-Position-Seite mit gehaltenem POS/PAGE aufgerufen. Nach MENU wird SELECT OP MODE markiert und mit WP/ENTER geöffnet. Anschließend wird die gewünschte Betriebsart gewählt und erneut mit WP/ENTER bestätigt. Die Rückkehr zur Positionsseite zeigt den ausgewählten Zustand. Wer nach einer einzelnen Ortsbestimmung im Fix-Modus weitergeht, darf die stehengebliebene Koordinate nicht als nachgeführte Position lesen. Wer den ganzen Weg in Continuous arbeitet, bezahlt die laufende Aktualisierung mit dem höheren Energieverbrauch.
Average, Time Only, Rehearsal, Test und Off sind weitere Betriebsarten. Der angeforderte Selbsttest prüft unter anderem Tastatur, Beleuchtung, Kontrast und Display; für den vollständigen Test sind etwa vier Minuten vorgesehen. Anschließend wechselt das Gerät in Standby. Ein erfolgreich durchlaufener Selbsttest und die für Navigation gewünschte Betriebsart sind damit getrennte Zustände. Nach dem Test muss die Person den tatsächlichen Empfangsmodus erneut prüfen.
Eine sichtbare Koordinate kann noch die alte Position sein
Beim Start zeigt das DAGR zunächst die Satellitenseite. Nach erfasster aktueller Position erscheint die Present-Position-Seite. Bleiben die Ortsfelder im Wechsel zwischen Schwarz und Grau blinkend, verfolgt das Gerät die Satelliten nicht oder hat noch keine aktuelle Position erfasst. Eine frisch bestimmte Position steht in dauerhaft schwarzer Schrift. Auf der Satellitenseite zeigen schwarze Signalbalken die verfolgten Satelliten; „NAVIGATING“ bezeichnet die laufende Navigationslösung.
Die Present-Position-Seite verbindet Koordinaten mit Betriebsart, geodätischem Datum, geschätzter horizontaler Abweichung, Qualitätsangabe (Figure of Merit), Höhe, Geschwindigkeit, Track und Zeit. Vor einer Ortsmeldung oder dem Markieren eines Wegpunkts werden daher Aktualität, Betriebsart und Fehlerangabe gemeinsam gelesen. Ein gespeicherter Standort aus einem früheren Halt bleibt eine frühere Ortsinformation, wenn die Person seitdem weitergezogen ist.
Die Empfangsantenne braucht einen brauchbaren Blick zum Himmel. Das DAGR hält interne Zeit vor, um nach dem Einschalten schneller wieder Satelliten erfassen zu können. Der Hardwaredatenstand von 2020 unterscheidet einen heißen Start unter zehn Sekunden, einen warmen Start unter 90 Sekunden und einen Kaltstart unter 100 Sekunden. Diese Startklassen beziehen sich auf den Informationsstand des Empfängers. Beim Kaltstart beginnt er ohne vorhandene Zeit, Position oder Almanach. Bei abgeschirmtem Empfang entsteht währenddessen kein neuer Standort, auch wenn gespeicherte Ortsfelder bereits sichtbar sind.
Was Karten, Wegpunkte und Warnbereiche im Gerät bedeuten
Im 2020er Datenstand stehen 999 Wegpunkte und fünf bewegliche Wegpunkte sowie bis zu 32 Megabyte für bewegliche Kartendarstellungen zur Verfügung. Karten und Daten können von einem Computer oder einem anderen DAGR übertragen werden. Die Geräteseiten unterscheiden Positionsanzeige, Situational Awareness, Navigationszeiger, Bild-/Kartenanzeige und Satellitenstatus. Eine Kartenanzeige setzt den geladenen passenden Kartensatz voraus. Der Navigationszeiger kann mit einem vorhandenen Wegpunkt arbeiten, ohne daraus eine über Funk beschaffte aktuelle Lagekarte zu machen.
GO TO WP verwendet die Direktnavigation zum ausgewählten Wegpunkt. Der Nav Pointer stellt den eigenen Ground Track sowie Zielazimut und Entfernung dar. Das ist berechnete Geometrie zwischen Standort und Ziel. Eine Straße, eine Sperre oder eine gegnerisch beobachtete Geländekante wird dadurch nicht zu einem vom Gerät ausgewählten sicheren Weg. Für die Isolation zählt außerdem, welche Datenart im Zielpunkt gespeichert ist: ein früherer eigener Standort, ein vorgegebener Treffpunkt oder eine manuell eingetragene Zielposition.
Koordinatenformat und geodätisches Datum werden getrennt eingestellt. Die Hardware unterstützt 30 vorgegebene Koordinatensysteme und 233 vorgegebene Datumsätze, zusätzlich jeweils eigene Eingaben. Ein MGRS-Gitterwert allein benennt den Datumszustand des Geräts nicht. Für die Weitergabe muss das Empfängerformat mit der verwendeten Karte und der Gegenstelle zusammenpassen.
Warnbereiche können aus vorhandenen Wegpunkten vorbereitet werden: Anchor meldet das Verlassen eines Kreises, Hazard das Betreten eines Kreises, Buffer das Betreten eines Rechtecks und Corridor das Verlassen eines Rechtecks. Diese Funktionen vergleichen die eigene Position mit gespeicherter Geometrie. Sie erkennen weder neue Gefahren noch die tatsächliche Ausdehnung einer Sperre. Ein vorbereiteter Warnbereich hilft nur mit einer ausreichend aktuellen eigenen Position und einer zutreffenden gespeicherten Begrenzung.
Batterielaufzeit und Softwarestand unterscheiden die Varianten
Der kontinuierliche Betrieb ist im 2020er Hardwaredatenstand mit mehr als 14 Stunden auf vier AA-Zellen angesetzt; die typische Leistungsaufnahme liegt ungefähr bei einem Watt. Im Army-Ausstattungsstand von 2005 waren 19 Stunden genannt. Diese Werte gehören zu ihren jeweiligen Datenständen. Die Person kann den Energieverbrauch unmittelbar beeinflussen, indem sie zwischen fortlaufender Verfolgung und einzelnen Fixes wählt.
AN/PSN-13 und AN/PSN-13A sind außerdem anhand ihrer Geräte- und Softwarekennung zu unterscheiden. 2009 hatte das -13 die Softwarelinie 984-2461-016, das -13A 984-3006-006. Zu den damaligen Änderungen gehörten eine bessere Behandlung reflektierter Signale, zusätzliche Buffer-Warnungen und eine verbesserte Batteriewarnung; frühere Verbesserungen betrafen unter anderem das magnetische Weltmodell. Softwarestand verändert damit konkrete Anzeige- und Auswertefunktionen. Diese historischen Kennungen sind keine heutigen Updatevorgaben.
Bis April 2026 liefen erste Auslieferungen des NavGuide als M-Code-Nachfolger durch BAE Systems; die DAGR-Produktion war beendet, Unterstützung für vorhandene DAGR-Geräte wird weiter angeboten. NavGuide ist für die Weiterverwendung vorhandener DAGR-Halterungen, Kabel und Zubehör ausgelegt. Seine neue M-Code-Empfangstechnik ersetzt damit die ältere SAASM-Empfangstechnik des DAGR, während vorhandene Plattformanschlüsse weiterverwendet werden können.
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