CSEL steht für Combat Survivor Evader Locator und bezeichnet ein US-amerikanisches Kommunikations- und Ortungssystem für militärisch isolierte Personen. Das Handgerät verbindet militärischen GPS-Empfang, geschützte satellitengestützte Datenmeldungen, direkten Sprechfunk und Not- beziehungsweise Ortungssignale. Zum System gehören außerdem Bodenstationen und Arbeitsplätze der Rückführungskoordination: Sie nehmen Meldungen entgegen und können über den zweiseitigen Datenweg antworten.
GPS: den eigenen Standort bestimmen
Der GPS-Empfänger berechnet den eigenen Standort aus den Navigationssignalen der Satelliten. Diese Signale laufen vom Satelliten zum Gerät. Eine berechnete Position hilft der isolierten Person bei der Orientierung; zur Rückführungszentrale gelangt sie erst durch eine gesonderte Funkübertragung. Der GPS-Empfang und die ausgehende Kommunikation benutzen damit unterschiedliche Funktionen innerhalb desselben Handgeräts.
Gelände, Gebäude oder Vegetation können den Empfang behindern; auch Funkstörungen können die Positionsbestimmung beeinträchtigen. Bei einer Ortsmeldung zählt deshalb, ob die verwendete Position tatsächlich zum aktuellen Aufenthalt gehört. Eine Position von vor der letzten Bewegung bezeichnet den früheren Ort. Vor einer erneuten Meldung muss die Person berücksichtigen, ob inzwischen eine neue Positionsbestimmung vorliegt oder nur die letzte bekannte Position verfügbar ist.
Geschützte Datenmeldungen zur Rückführungszentrale
OTH bedeutet Over the Horizon, also jenseits des Funkhorizonts. Bei CSEL gelangt eine entsprechende Datenmeldung vom Handgerät über einen Kommunikationssatelliten zu einer Bodenstation. Von dort wird sie über die militärische Datenverbindung zur zuständigen Rückführungszentrale weitergeleitet. Die Antwort nimmt den umgekehrten Weg. Für diese Verbindung muss ein Rückführungsluftfahrzeug noch nicht in direkter Funkreichweite der isolierten Person stehen. Benötigt werden der nutzbare Satellitenpfad, die arbeitende Bodenstation und die Weiterleitung zur Zentrale.
Das Gerät verbindet Positionsdaten mit vorgegebenen Statusmeldungen. Meldungen über eine Verletzung oder Gegner in der Nähe geben dem Empfänger Informationen, die eine Koordinate allein nicht enthält: Eine Verletzung kann die Bewegung zur Aufnahme erschweren, gegnerische Nähe die Annäherung der Rückführungskräfte gefährden. Die Person muss deshalb eine Meldung wählen, deren Inhalt ihre tatsächliche Lage wiedergibt. Die Zentrale kann über den Rückweg antworten und den weiteren Kontakt abstimmen.
Die isolierte Person liest eine eingegangene Antwort daraufhin, welche Information bestätigt wird und welche Anweisung sie enthält. Eine Anweisung zur weiteren Abstimmung hat einen anderen Inhalt als die Mitteilung, dass Kräfte tatsächlich unterwegs sind.
Der OTH-Datenweg ist verschlüsselt. Die als Low Probability of Exploitation bezeichnete Eigenschaft zielt darauf, gegnerische Ausnutzung zu erschweren. Verschlüsselung betrifft den Nachrichteninhalt; die Funkabstrahlung bleibt ein technischer Vorgang, den ein Gegner möglicherweise feststellen kann.
Direkter Kontakt und Ortung im Aufnahmegebiet
LOS steht für Line of Sight. Der direkte Sprechfunk dient dem Kontakt mit erreichbaren Rückführungskräften oder anderen passenden Handgeräten. Er braucht eine geeignete Funkstrecke zwischen den beteiligten Antennen; ein Geländerücken kann sie abschatten. Der herkömmliche LOS-Sprechfunk von CSEL ist unverschlüsselt. Wer darüber Standort, Bewegungsabsicht oder andere Lageangaben ausspricht, überträgt diese Informationen in verständlicher Sprache auch für einen möglichen unerwünschten Mithörer.
Für die direkte Verbindung gibt es zusätzlich TAC, Terminal Area Communications. Bei dieser Erweiterung tauschen die isolierte Person und eine entsprechend ausgerüstete Luftplattform geschützte Textnachrichten über LOS aus. Dazu müssen die passende Software im Handgerät und das zugehörige Abfragegerät im Luftfahrzeug zusammenarbeiten. TAC erreicht diese Luftplattform direkt; der geschützte OTH-Datenweg erreicht dagegen die Rückführungszentrale über das Satelliten- und Bodennetz.
TAG, Terminal Area Guidance, unterstützt die örtliche Annäherung. Das Luftfahrzeug fragt das Handgerät ab und gewinnt mit seiner Bordausrüstung Entfernung und Peilrichtung zur isolierten Person. Diese Angaben beziehen sich auf die Verbindung zwischen Suchplattform und Handgerät. Sie erfüllen eine andere Aufgabe als eine GPS-Koordinate in einer Lagemeldung: Die Besatzung erhält eine Richtungs- und Entfernungsangabe für die Annäherung. Auch dafür braucht sie die passende Bordausrüstung und ein Handgerät mit der entsprechenden Funktion.
Beacon und SARSAT: Ortungsziel und offener Notalarm
Ein Beacon-Modus sendet ein Ortungssignal, auf das ein dafür ausgerüstetes Such- oder Rückführungsluftfahrzeug reagieren kann. Beim herkömmlichen CSEL-Ortungssignal ist ein passendes Empfangs- und Ortungssystem erforderlich. Das Signal stellt der Suchplattform ein Peilziel bereit; die Person übermittelt damit keinen zweiseitigen Lagebericht. Der herkömmliche Beacon-Modus ist ebenso wie der herkömmliche LOS-Sprechfunk unverschlüsselt.
Die SARSAT-Funktion ist ein eigener, ungesicherter Notalarmweg. Alarm- und Ortungsdaten gelangen über das internationale Cospas-Sarsat-System zu Bodenstationen und Alarmzentralen, die sie an die zuständigen Such- und Rettungsstellen weiterreichen. Zu diesem Empfängerkreis können auch zivile Rettungsorganisationen gehören. Der herkömmliche CSEL-SARSAT-Weg ist einseitig; über ihn führt die Person keinen geschützten Dialog mit der militärischen Rückführungszentrale.
Herkömmliche Notbaken sollen auch Rettungsstellen erreichen, die keinen Zugang zum geschützten CSEL-Militärnetz besitzen. Diese Nutzung ist vor allem für eigenes oder befreundetes Gebiet oder eine Lage ohne unmittelbare Gefangennahmebedrohung vorgesehen. Unter gegnerischer Bedrohung betrifft die Entscheidung über den offenen Notalarm sowohl den erreichbaren Empfängerkreis als auch die Preisgabe eines Ortungsziels. Ein Wechsel vom geschützten Datenmodus zur offenen Bake verändert deshalb die Art des Kontakts und das Entdeckungsrisiko.
Vorbereitung und eigene Bedienentscheidungen
Das Handgerät wird vor dem Einsatz für seinen Auftrag vorbereitet. Ein CSEL Planning Computer lädt über einen Radioadapter die benötigten Identitäts-, Kommunikations- und Navigationsdaten. Damit werden beispielsweise die Zuordnung der Person, verwendete Funkverbindungen und vorgesehene Wegpunkte vorbereitet. Ein eingeschaltetes Gerät mit GPS-Empfang kann trotzdem mit unpassenden Einsatzdaten geladen sein. Zur Vorbereitung gehört daher der Abgleich der geladenen Daten mit dem Auftrag sowie der verfügbaren CSEL-Infrastruktur und den vorgesehenen Rückführungsplattformen im Einsatzraum.
Zur Vorbereitung gehört auch, am tatsächlich mitgeführten Gerät Batterie und Ladezustand zu kontrollieren, es auf Beschädigungen zu prüfen und die vorgesehenen Funktionsprüfungen durchzuführen. Die Person muss außerdem seine Modi auseinanderhalten und die für ihre Lage vorgesehenen Statusmeldungen wiederfinden können.
In der Isolation beginnt die Nutzung eines vorhandenen, vorbereiteten CSEL-Geräts mit der eigenen Lage: Welche Position ist verfügbar, welche Statusmeldung trifft zu, und welcher geplante Kommunikationsweg hat eine erreichbare Gegenseite? Danach zählt die tatsächlich eingehende Rückmeldung. Fällt der Datenkontakt aus, kann eine brauchbare GPS-Position weiterhin zur eigenen Orientierung dienen. Die vorgesehenen Ausweichwege müssen nach ihrer realen Verfügbarkeit und ihrem Schutz beurteilt werden. Offener Sprechfunk oder eine Notbake können andere Empfänger erreichen und zugleich andere Informationen preisgeben als der geschützte CSEL-Datenweg.