
UNI-PAC ist ein Abwurfsystem von Life Support International, das Rettungsinsel, Überlebensausrüstung und Fallschirme in einem zylindrischen Container zusammenfasst. Eine P-8 Poseidon kann den Satz aus dem Waffenschacht zu Schiffbrüchigen oder abgeschnittenen Menschen abwerfen. UNI-PAC II und III unterscheiden sich deutlich: Der dokumentierte US-Navy-II-Satz enthält eine Insel für acht Personen, die P-8-Ausführung III regulär eine 20-Personen-Insel.
Ein Container übernimmt mehrere Aufgaben des Abwurfs
Die UNI-PAC II ist eine anpassbare, halbstarre Containerbauform für unterschiedliche Luftfahrzeuge und Aufträge. Ihr Inhalt kann aus Insel und Survival-Satz bestehen, aber auch anders zusammengestellt werden. Seitenöffnung, Heckrampe und Bomben- beziehungsweise Waffenschacht verlangen jeweils eine passende Ausführung des Abwurfsystems. Die auf einer P-8A eingesetzte Seenot-Konfiguration ist deshalb ein bestimmter Satz innerhalb der größeren II-Familie. Ein beliebiger UNI-PAC-II-Inhalt ist nicht automatisch die hier beschriebene Achtpersonen-Ausstattung.
Die Einzelcontainer-Bauart hält Insel, Vorräte und Entfaltungselemente während des Flugs zusammen. Eine statische Auslöseleine startet beim Abwurf die Fallschirmentfaltung. Davon zu unterscheiden ist die lange schwimmende Einholleine, über die Menschen oder ein kleines Boot an der Wasseroberfläche Verbindung zur Insel aufnehmen.
Der konkrete P-8-Satz der UNI-PAC II
In der 2021 dokumentierten US-Navy-Konfiguration enthält die UNI-PAC II eine Insel für acht Personen und Überlebensausrüstung. Der vollständige Satz wiegt 107 Pfund, ungefähr 48,5 Kilogramm. Das System führt außerdem 450 Fuß, rund 137 Meter, schwimmfähige Einholleine mit wasseraktivierten Leuchten mit. Die lange Leine vergrößert den Bereich, in dem die Menschen nach dem Abwurf eine Verbindung zur Insel herstellen können. Die Leuchten kennzeichnen die im Wasser liegende Verbindung.
Vor dem Abwurf ist die statische Auslöseleine mit dem Luftfahrzeug verbunden. Beim Freigeben des Containers betätigt sie die Entfaltung. Fallschirme öffnen sich und bremsen den Satz ab. Dabei werden die Einholleine und die Insel ausgezogen, die Aufblasvorrichtung wird aktiviert, und die Überlebensausrüstung gelangt an die Wasseroberfläche. Die einzelnen Arbeitsschritte hängen zusammen: Die Abbremsung begrenzt den Aufprall, die Entfaltung bringt die gepackten Teile in ihre Nutzanordnung, und die Leine erweitert den Bereich, in dem Menschen eine Verbindung zum Satz aufnehmen können.
Die statische Auslöseleine und die schwimmende Einholleine dürfen dabei nicht verwechselt werden. Die erste wirkt zwischen Luftfahrzeug und Abwurfsatz während der Freigabe. Die zweite dient anschließend dem Zugriff an der Oberfläche. Im P-8-Einsatz von Februar 2018 lag die beschriebene Abwurfhöhe bei ungefähr 500 Fuß, rund 152 Metern; die nachlaufende Leine maß 150 Yards, ebenfalls rund 137 Meter. Diese Höhe gehört zu jener II-Verwendung. Die spätere III hat ihre eigene Entfaltungs- und Flugfreigabe.
Die III wurde für den P-8-Waffenschacht entwickelt
Die UNI-PAC III ist ein gemeinsames Entwicklungsprogramm mit Boeing, US Navy und Royal Australian Air Force. Die P-8-Ausführung trägt bei der US Navy die Bezeichnung SRU-44/P und befindet sich nach einer fünfjährigen Entwicklungs- und Erprobungsphase seit 2021 im Dienst. Ihre halbstarre Containerform verbindet eine größere Insel, Überlebenssatz und Fallschirmentfaltung in einem mit der P-8 abgestimmten Außenmaß. Der entscheidende Entwurfsschritt besteht somit aus mehr nutzbarem Inhalt innerhalb einer luftfahrzeuggebundenen Abwurflast.
Die Produktionskonfiguration mit der Kennung SUR-3818-1000 ist 72 Zoll lang und 15,5 Zoll im Durchmesser, ungefähr 1,83 Meter × 39,4 Zentimeter. Ihre Masse beträgt 315 Pfund, rund 143 Kilogramm. Als Betriebsfluggeschwindigkeit sind 230 KIAS angegeben: Knoten der angezeigten Fluggeschwindigkeit, keine Geschwindigkeit über Grund. Die Geometrie, Masse und Freigabe gehören zusammen. Ein ähnlich großer, anders gepackter Behälter erhält durch seine Form weder dieselbe sichere Trennung vom Flugzeug noch dasselbe Entfaltungsverhalten.
Die III arbeitet mit wasseraktivierter Entfaltung beziehungsweise Inflation beim Auftreffen auf dem Wasser. Das Fallschirmsystem bringt den Satz zuvor in den vorgesehenen Abstieg. Zur Konfiguration gehören 675 Fuß, ungefähr 206 Meter, Frontage Line. Diese Leine erfüllt die Zugangs- und Verbindungsaufgabe an der Oberfläche. Die reguläre Inselkapazität beträgt 20 Personen; daneben ist ein Überlastfall mit 30 Personen ausgewiesen. Dieser zusätzliche Belegungsfall verändert den Platz und die Lastverteilung auf derselben Insel.
UNI-PAC II und III: Kapazität, Masse und Vorräte
| Merkmal | US-Navy-P-8-Satz UNI-PAC II, 2021 | P-8-Ausführung UNI-PAC III |
|---|---|---|
| Rettungsinsel | Acht Personen | 20 Personen regulär; 30 im ausgewiesenen Überlastfall |
| Masse des Satzes | 107 lb, ungefähr 48,5 kg | 315 lb, ungefähr 143 kg |
| Leine an der Oberfläche | 450 ft, ungefähr 137 m, schwimmende Einholleine mit wasseraktivierten Leuchten | 675 ft, ungefähr 206 m, Frontage Line |
| Versorgungsansatz | Überlebensausrüstung zur Achtpersoneninsel | Nahrung, Wasser und Kommunikationsmittel für bis zu 20 Personen über 72 Stunden in der RAF-Ausführung von 2023 |
Der Versorgungsansatz der britischen III-Konfiguration von 2023 umfasst Nahrung, Wasser und Kommunikationsmittel für 20 Personen über 72 Stunden. Andere Auftragssätze können zusätzlich medizinische Mittel und Signalgeber enthalten. Der 30-Personen-Wert bezeichnet nur die Überlastkapazität der Insel; die 72-Stunden-Versorgung bleibt auf 20 Personen bezogen.
Bis zu fünf III-Systeme passen in die vorgesehene Poseidon-Konfiguration. Mit regulär 20 Personen je Insel ergibt das eine Ausrüstungskapazität für 100 Personen. Der Abwurf mehrerer Systeme ermöglicht außerdem die Versorgung mehrerer getrennt liegender Gruppen.
Entwicklung, Erprobung und Einsätze
Die II wurde bereits 2018 in einem wirklichen P-8A-Seenoteinsatz der US Navy eingesetzt und wurde 2021 beim gemeinsamen Beladen mit RAF-Personal in Lossiemouth verwendet. Die III entstand für den P-8-Entwurf mit US-amerikanischer und australischer Beteiligung. Die Royal Air Force erprobte ihren eigenen Abwurf aus einer Poseidon MRA1 im Februar 2023 vor der britischen Südwestküste. Das Flugzeug startete in Lossiemouth; Personal der 206 und CXX Squadron führte den Flug aus.
Die britische III-Konfiguration brachte eine Insel sowie Nahrung, Wasser und Kommunikationsmittel für 20 Personen und 72 Stunden ins Meer. Die Poseidon konnte damit selbst das Rettungsmittel ausliefern, nachdem sie zuvor für dessen Abwurf mit einem anderen Luftfahrzeug zusammenarbeiten musste. Suche und Versorgung wurden in derselben Plattform verbunden.
Im April 2024 warf eine US-Navy-P-8A zwei UNI-PAC-III-Container zu drei auf einer kleinen Insel östlich von Guam gestrandeten Fischern ab. Sie hatten zehn Tage ohne Kommunikation verbracht; die Container lieferten medizinische und Überlebensausrüstung. Dieser Einsatz zeigt den Versorgungszweck besonders deutlich: Auch Menschen mit einem vorhandenen Unterschlupf an Land können vom gepackten Inhalt profitieren. Nicht jeder Abwurf muss deshalb zu einer neu besetzten Insel im Wasser führen.
Einholleine, Windversatz und Zugang zur Insel
Container, Insel und Personen landen nicht zwangsläufig am selben Punkt. Während des Abstiegs und nach dem Auftreffen versetzen Wind und Strömung die einzelnen Teile. Die 137 beziehungsweise 206 Meter lange Oberflächenleine vergrößert deshalb den Bereich, in dem eine Person oder ein kleines Boot den Satz fassen und die Insel heranholen kann. Wasseraktivierte Leuchten markieren bei der II die Leine im Dunkeln.
Ein Wechsel auf die neue Rettungsinsel beginnt erst, wenn sie vollständig aufgeblasen, über die Leine gesichert und tatsächlich erreichbar ist. Bis dahin bleibt ein vorhandener tragfähiger Schwimmkörper die sicherere Ausgangsposition. Nach dem Einstieg werden lose Containerteile und die ausgegebene Ausrüstung so gesichert, dass Wind und Strömung sie nicht wieder von der Insel trennen.
Inspektionszyklus und eigener Ausbildungsbehälter
Die III-Konfiguration besitzt einen Inspektionszyklus von zweieinhalb Jahren. Die kontrollierte Packung und die Funktion der Entfaltung werden erhalten, bevor der Satz in eine Einsatzlast integriert wird. Für die II existiert ein eigener wiederverwendbarer Ausbildungsbehälter SUR-3833-00. Wiederholtes Abwurftraining und bereitgehaltene Notversorgung können dadurch mit unterschiedlichen Sätzen stattfinden. Das Aufbrechen und beliebige Neupacken einer Einsatzkonfiguration würde die Anordnung von Insel, Fallschirm und Auslösung verändern.
Bei der US-Navy-Rettung von Februar 2018 erfolgte die spätere Aufnahme durch ein Polizeiboot erst einige Stunden nach dem Auffinden. Der Abwurfsatz überbrückte den Zeitraum zwischen Ortung und Transport.
The appearance of U.S. Department of War (DoW) visual information does not imply or constitute DoW endorsement.