Wiki · Begriffserklärung

HEED

HEED steht für Helicopter Emergency Egress Device: ein persönliches Notatemgerät für den Ausstieg aus einem untergetauchten Hubschrauber. Es stellt einen kleinen, mitgeführten Atemluftvorrat bereit, der die unmittelbare Selbstrettung aus der Kabine und den Weg zur Wasseroberfläche unterstützen soll. Die Versorgung bleibt durch den Flascheninhalt begrenzt. Bei Helicopter Underwater Escape Training (HUET) mit Notatemgerät wird dessen gerätespezifische Handhabung mit dem Unterwasserausstieg verbunden.

Atemluft aus einer begrenzten Druckflasche

HEED 3 ist eine Gerätefamilie von Submersible Systems. Ihre Flaschen enthalten komprimierte Atemluft. Der Regler senkt den hohen Flaschendruck und gibt beim Einatmen Luft über das Mundstück ab. Bei den schlauchlosen Baureihen 175 und 300 übernimmt dies ein integrierter, einstufiger Bedarfsregler. Beim Schlauchmodell 200 reduziert eine erste Stufe den Flaschendruck auf einen Zwischendruck; eine zweite Stufe am Mundstück liefert Luft mit dem jeweiligen Umgebungsdruck. Diese Regler können auch seitlich oder kopfüber arbeiten. Eine verdrehte Kabinenlage unterbricht daher nicht allein die Luftabgabe.

Die Baureihen 175 und 200 besitzen in der beschriebenen Ausführung etwa 58 Liter Luftvorrat, die Baureihe 300 etwa 85 Liter, jeweils bei 207 bar Betriebsdruck. Die Literangabe bezeichnet die entspannte Luftmenge und nicht das Innenvolumen der kleinen Flasche. Wie lange dieser Vorrat nutzbar bleibt, hängt vom Modell, tatsächlichen Füllstand, Atemvolumen und Atemfrequenz, körperlicher Anstrengung, Wassertiefe sowie Luftverlusten ab. Eine rechnerische Atemzugzahl setzt ein festes Atemvolumen an der Oberfläche voraus. Größere oder häufigere Atemzüge verbrauchen den Vorrat schneller. Unnötiges Betätigen der Spültaste und Leckagen verbrauchen dieselbe Reserve, aus der die Person atmet.

Zugriff und Einsatzbereitschaft

Das Gerät muss in der getragenen Ausrüstung erreichbar bleiben. Zum Holster gehören genügend Freiraum zum Greifen des Reglers und ein ungehinderter Weg zum Herausziehen. Ein verstautes Gerät, dessen Griff oder Entnahmeweg durch andere Ausrüstung blockiert ist, liefert der Person im entscheidenden Moment keine Atemluft. Bei einem Schlauchmodell muss sich das Mundstück samt Schlauch aus seiner Unterbringung ziehen lassen.

Vor der Verwendung werden sichtbare Beschädigungen sowie gebrochene oder lose Teile kontrolliert; beim Modell 200 kommen Schnitte und Blasen am Schlauch hinzu. Beschädigte Geräte werden ausgesondert. Die schlauchlosen Modelle 175 und 300 haben eine ständig freigegebene Luftversorgung und benötigen kein zusätzliches Öffnen eines Absperrventils. Das Modell 200 besitzt dagegen einen eigenen Drehknopf: Sein Ventil wird für die Einsatzbereitschaft vollständig geöffnet, bevor Druckanzeige und kurzer Spültastentest geprüft werden. Der Fülldruck wird am Manometer kontrolliert; der Zeiger soll im grünen Bereich liegen. Eine volle Flasche hinter einem geschlossenen Ventil versorgt den Schlauchregler trotzdem nicht.

Mundstück und Wasser im Regler

Beim schlauchlosen HEED 3 wird die Holsterklappe geöffnet und das Gerät am Regler herausgezogen; dabei löst sich die Mundstückabdeckung. Beim Schlauchmodell wird der Regler herausgezogen, bis der Schlauch frei ist. Gelangt der Regler unter Wasser an den Mund, muss das darin befindliche Wasser vor dem ersten Einatmen entfernt werden. Dazu dient ein kurzes Betätigen der Spültaste oder kräftiges Ausatmen durch das Mundstück. Wer unmittelbar aus einem gefluteten Regler einatmet, bekommt zunächst Wasser. Die Spültaste lässt Luft ausströmen und wird deshalb nur so weit benutzt, wie das Freimachen erfordert. Anschließend wird weiter ein- und ausgeatmet, während der eingeübte Ausstieg fortgesetzt wird.

Wird ein HEED 3 unter Wasser vollständig leergeatmet, kann Wasser in das System gelangen. Das Gerät benötigt danach eine Überholung; ein erneuter Fülldruck allein stellt seine Einsatzbereitschaft nicht wieder her. Auch festgestellte Leckagen und Beschädigungen gehören vor einer weiteren Verwendung behoben.

Gerätehandhabung im Unterwasserausstieg

Im Unterwasserausstiegsprogramm UET (Underwater Egress Trainer) des US Marine Corps führt der Einzelsitztrainer SWET (Shallow Water Egress Trainer) zunächst an das Untertauchen und die Verwendung ergänzender Notatemgeräte heran, bevor beziehungsweise zusammen mit größeren Kabinentrainern geübt wird. Gerätezugriff, Luftfreigabe und Freimachen des Reglers werden dadurch mit der Ausstiegsaufgabe verbunden. Zusätzliche Atemluft kann Zeit für diese Aufgabe schaffen; sie öffnet keinen blockierten Ausstieg und liefert keine Orientierung in einer dunklen, verdrehten Kabine. Diese Probleme bleiben Bestandteil des trainierten Ausstiegs.

Die Bezeichnungen gehören zu unterschiedlichen Geräten und Ausbildungssystemen. EBS bedeutet Emergency Breathing System und bezeichnet die übergeordnete Gruppe der Notatemsysteme. Das USMC-Programm nennt unter anderem Survival Egress Air. Die britische Royal Navy verwendet im Unterwasserausstiegstraining in Yeovilton Short Term Air Supply Systems, kurz STASS, für zusätzliche Atemzeit. Diese Namen legen weder dieselbe Flaschengröße noch denselben Ventil- oder Regleraufbau fest. Für den Träger ist daher entscheidend, welches Gerät tatsächlich ausgegeben wird und wie dessen Zugriff, Aktivierung und Luftabgabe funktionieren.