ISG bedeutet Isolated Soldier Guidance. Im PR-Rahmen der US Army sind das die konkreten Vorgaben der Führung für den Fall, dass Angehörige einer Einheit isoliert werden. Sie legen fest, woran eine Isolationslage erkannt wird, wie sie gemeldet werden soll, welche Handlungen vorgesehen sind und wie die Verbindung mit Rückführungskräften hergestellt wird.
Welche Fragen die ISG beantworten
| Bereich | Konkreter Inhalt |
|---|---|
| Isolation | Kriterien, anhand derer eine Person oder Einheit eine Isolationslage erkennt, etwa eine ungeplante Trennung unter Bedrohung oder das Ausbleiben vereinbarter Kontakte. |
| Personalstatus | Verfahren, mit denen die Einheit den Verbleib ihrer Angehörigen verfolgt und fehlende Personen feststellt; dazu gehören Personalstatusmeldungen und gegebenenfalls technische Hilfsmittel. |
| Meldung | Vorgesehene Kontaktversuche der isolierten Person und Meldewege der Einheit. Funk, Notsender und optische Signalmittel können dabei unterschiedliche Aufgaben erfüllen. |
| Handeln | Vorgaben zum Verhalten nach Eintritt der Isolationslage und zur Rückkehr zu eigenen Kräften, einschließlich der Meldung notwendiger Abweichungen. |
| Kontakt | Abgestimmte Verfahren zur Erkennung, Identitätsbestätigung und Kontaktaufnahme sowie zum Befolgen der Anweisungen der aufnehmenden Kräfte. |
Bei Bodentruppen kann räumliche Trennung von anderen eigenen Kräften zum normalen Auftrag gehören; bei einer erzwungenen Landung im feindlichen Gebiet liegt eine andere Ausgangslage vor. Deshalb bestimmt die Führung, welche Kontakte, Ereignisse oder Abweichungen im jeweiligen Einsatz als Isolationskriterien gelten.
Die ISG werden in die Vorbereitung der Einheit eingebunden und müssen kein eigenständiges Formular sein. In kleinen Einheiten gehören sie zur Führungs- und Auftragsvorbereitung. Im US-Army-Modell gelten sie für den gesamten Befehlsbereich.
Unterschied zum Evasion Plan of Action
ISG werden von der Führung an die Angehörigen der Einheit weitergegeben. Ein Evasion Plan of Action (EPA) beschreibt dagegen die Absichten einer Person, Besatzung oder kleinen Einheit für den Fall der Isolation. Er wird vor dem Auftrag vorbereitet und über die Führung verfügbar gemacht, damit mögliche Rückführungskräfte diese Absichten kennen und die Unterstützung geplant werden kann.
Die beiden Informationsrichtungen ergänzen sich: Die ISG geben vor, wie die eigene Organisation Isolation erkennt, meldet und darauf reagiert. Der EPA teilt mit, was die möglicherweise isolierten Personen zu tun beabsichtigen. Ein ISOPREP hat wiederum einen anderen Schwerpunkt: Es stellt Informationen für die Identifizierung und Authentifizierung der Person bereit.
Abstimmung mit den Rückführungskräften
Die aufnehmenden Kräfte können aus einer anderen Einheit kommen. Deshalb müssen die vorgesehenen Erkennungs- und Kontaktverfahren auf beiden Seiten bekannt sein. Die ISG können unter anderem zwischen Erkennung auf größere Entfernung und bei der unmittelbaren Annäherung unterscheiden. Sie verbinden diese Erkennung mit der Identitätsprüfung und dem Verhalten bei der Aufnahme.
Erzwingt die tatsächliche Lage eine Abweichung von den Vorgaben, soll die isolierte Person eigene Kräfte über ihre Situation und die Abweichung informieren. Damit kann die Rückführungskoordination Suche und Unterstützung an das tatsächliche Verhalten der Person anpassen.