Wiki · Begriffserklärung

EPA

EPA steht im militärischen Personnel-Recovery-Kontext für Evasion Plan of Action. Der Plan hält beabsichtigtes Verhalten für den Fall einer Isolation fest. Er wird vor dem betreffenden Auftrag vorbereitet und gibt Führung und Rückführungskräften zusätzliche Informationen darüber, welche Handlungen und Bewegungen eine Person oder Gruppe voraussichtlich anstrebt.

Was ein EPA festhält

Ein EPA führt Angaben zum Auftrag und zu den Beteiligten mit den vorgesehenen Handlungen nach einer Isolation zusammen. Ein US-amerikanisches Planungsbeispiel umfasst dafür die geplante Route mit Richtung, Wegpunkten und Entfernungen sowie Ausweichabsichten für unterschiedliche Abschnitte des Auftrags.

Weitere Angaben betreffen unmittelbares und länger dauerndes Ausweichen. Dazu können Sammelpunkte, beabsichtigte Aufenthaltsorte, Zielräume und alternative Bewegungen gehören. Die Planung unterscheidet auch den körperlichen Zustand: Ein unverletzter Trupp kann andere Bewegungsabsichten haben als eine verletzte Person. Für mögliche Kontakt- oder Aufnahmestellen werden die vorgesehenen Handlungen festgehalten.

Hinzu kommen Angaben zu Verbindung und Ausstattung. Dazu zählen vorhandene Funkgeräte, Batterien und Signalmittel, vorgesehene Kontaktverfahren und Ersatzmöglichkeiten sowie mitgeführte Überlebensausrüstung. Ein Teil dieser Angaben steht bereits in Auftragsunterlagen oder Verfahren der Einheit. Der EPA führt die für den Isolationsfall benötigten Informationen zusammen.

Von der eigenen Absicht zur gemeinsamen Vorbereitung

Im US-amerikanischen Planungsbeispiel geben Soldaten oder kleine Trupps ihre Absichten über die Führung weiter. Dort wird geprüft, ob und wie der Plan unterstützt werden kann. Die zuständigen PR-Stellen benötigen die Angaben anschließend für Planung und Durchführung. So werden die vorgesehenen Bewegungen und Kontaktmöglichkeiten mit den tatsächlich verfügbaren Kräften und Mitteln verbunden.

Wie Rückführungskräfte den Plan nutzen

Wenn Führung und Rückführungskräfte wissen, welche Bewegungen vorgesehen waren, erhalten sie zusätzliche Anhaltspunkte für Ortung, Unterstützung und Aufnahme.

Nach Eintritt der Isolation können Hindernisse, Bedrohung oder der Zustand der Person das Vorgehen verändern. Aktuelle Standortmeldungen und weitere Beobachtungen sind deshalb weiterhin nötig.

EPA, ISG und ISOPREP

Isolated Soldier Guidance (ISG) bezeichnet im US-amerikanischen Fachgebrauch Vorgaben für das Verhalten bei Isolation. Solche Anweisungen kommen von der Führung. Mit einem EPA teilt dagegen der Einzelne oder die kleine Einheit der Führung mit, welche Handlungen bei Isolation beabsichtigt sind.

Der Isolated Personnel Report (ISOPREP) enthält dagegen vorbereitete Angaben zur Identifizierung und Authentifizierung einer Person. Bei einer Rückführung werden Identitätsinformationen, beabsichtigtes Verhalten und aktuelle Standortangaben miteinander verbunden.

Änderungen und Zugriff

Ändern sich beispielsweise der Auftragsraum, beabsichtigte Bewegungen oder relevante Verbindungsmöglichkeiten, müssen diese Änderungen in der Vorbereitung berücksichtigt werden. Andernfalls können Rückführungskräfte mit Absichten planen, die nicht mehr gelten.

Der Plan enthält einsatzbezogene Angaben über beabsichtigtes Verhalten, Bewegung und Verbindung. Er muss für befugte Stellen verfügbar sein und nach den nationalen und einsatzbezogenen Verfahren behandelt werden.