
Das Extended Cold Weather Clothing System Generation III der US Army umfasst zwölf Kleidungsarten in sieben Funktionsebenen. Dünne Basislagen, Fleece, Wind- und Regenhüllen sowie stark isolierende Überbekleidung lassen sich je nach Arbeit, Wetter und Ruhephase kombinieren. Die stärkste Dämmung ist weit genug geschnitten, um über Körperpanzerung und bereits getragene Schichten zu passen. Dadurch kann sie bei einem längeren Halt ergänzt werden, ohne zuvor den gesamten Tragesatz abzulegen.
Ein konkreter Funktionssatz mit sieben Ebenen
Die Gen-III-Entwicklung wurde von der 10th Mountain Division mit rund 18.000 Systemen in Afghanistan im Herbst 2006 und Winter 2007 erprobt. Zu den Auslegungszielen gehörten höhere Atmungsfähigkeit, kleineres Packvolumen und die Verbindung mit Lastenträgern und Interceptor Body Armor. Der hier beschriebene Stand von 2014 umfasst dünne und mittlere Unterwäsche, Fleecejacke, Windjacke, Softshelljacke und -hose, Regenjacke und -hose sowie stark isolierenden Parka und Überhose. Abnehmbare Hosenträger sind als zusätzlicher Bestandteil geführt.
Die sieben Ebenen sind Funktionsgruppen. Level 4 besteht beispielsweise nur aus einer Windjacke; Level 5 dagegen aus Jacke und Hose. Level 2 kann unmittelbar auf der Haut oder über Level 1 getragen werden. Die Reihenfolge der Nummern bedeutet deshalb keine Pflicht, alle sieben Ebenen übereinander anzulegen. Eine separate Mütze, Handschuhe und Stiefel gehören nicht zu diesem zwölfteiligen Bekleidungskern.
| Ebene | Komponenten | Hauptfunktion |
|---|---|---|
| Level 1 | Leichtes langes Unterhemd und lange Unterhose | Feuchtigkeit von der Haut zu den äußeren Schichten weiterleiten |
| Level 2 | Mittleres Shirt und lange Unterhose aus Gitterfleece | Dünne Dämmung und Feuchtetransport, als Basis- oder Zwischenschicht |
| Level 3 | Fleecejacke | Zusätzliches dämmendes Luftvolumen |
| Level 4 | Windjacke | Leichte windhemmende und wasserabweisende Außenhülle |
| Level 5 | Softshelljacke und -hose | Bewegungshülle mit hoher Wasserdampfdurchlässigkeit und geringerer Geräuschentwicklung |
| Level 6 | Extreme Cold/Wet Weather Jacket und Trousers | Wasserdichter Schutz bei längerem oder starkem Regen und nasskalten Bedingungen |
| Level 7 | Extreme Cold Weather Parka und Trousers | Zusätzliche voluminöse Isolation, vor allem bei Stillstand |
Basislagen und Fleece: Feuchtetransport und Dämmung
Level 1 verwendet sehr leichtes, als Silk-Weight bezeichnetes Polyester. Das langärmelige Oberteil und die lange Unterhose liegen körpernah, ohne eng einzuschnüren. Flache Nähte verringern Scheuern; Daumenschlaufen halten die Ärmel beim Überziehen weiterer Schichten unten. Das Material soll Feuchtigkeit von der Haut an die folgenden Lagen weitergeben. Es ist damit ein Bestandteil des Feuchtetransports, während seine geringe Dicke nur wenig eigenes Dämmvolumen bietet.
Level 2 besteht aus Polyester-Gitterfleece. Die erhabene Struktur schafft gegenüber einer glatten dünnen Lage zusätzliches Volumen und Oberfläche. Das Shirt besitzt einen Halsreißverschluss sowie Daumenschlaufen. Der Halsabschluss kann geschlossen oder zur Lüftung geöffnet werden; das Gittermaterial funktioniert als zusätzliche dünne Dämmung über Level 1 oder als eigene Basislage. Ob Feuchtigkeit das System tatsächlich verlassen kann, hängt anschließend von den äußeren Schichten und ihrer Lüftung ab.
Die Gen-III-Folge ist auf diese synthetischen Basis- und Zwischenlagen abgestimmt. Eine nach starker Arbeit feuchte Baumwollunterwäsche oder Baumwollmischlage der ACU speichert zusätzliche Feuchtigkeit unter den Funktionsschichten. Beim anschließenden Stillstand verringert diese verbliebene nasse Lage den Wärmeschutz. Wie gut der neue Parka wärmt, hängt deshalb auch davon ab, welche Kleidungsstücke darunter getragen werden und wie feucht sie sind.
Die Level-3-Fleecejacke bringt einen wesentlich größeren Luftanteil in das System. Ihr hochfloriger Aufbau ähnelt einem Kunstfell; zwischen den Fasern und zwischen den Lagen bleibt dämmende Luft stehen. Ein durchgehender Frontreißverschluss und innere Netztaschen gehören zum Aufbau. Die Jacke bietet selbst nur wenig Schutz gegen Wind und keinen zuverlässigen Regenschutz. Bei offenem Wind wird ihr Dämmvolumen daher durch eine passende äußere Hülle ergänzt. Die eigentlichen Wärmeverluste bei Kälte hängen neben der Dämmung auch von Nässe, Wind und dem Kontakt zum Untergrund ab.
Drei unterschiedliche Antworten auf Wind und Nässe
Die Level-4-Windjacke bildet die leichte Außenhülle. Sie hat einen einfachen Kragen statt einer Kapuze und Taschen mit Netzfutter zur Lüftung. Ihr windhemmendes, wasserabweisendes Material begrenzt den Luftaustausch um die darunterliegenden Schichten. Die geringe Stoffmenge hält den Packbedarf klein. Für länger anhaltenden starken Regen besitzt Gen III eine gesonderte wasserdichte Ebene; eine Windjacke erfüllt diese Aufgabe mit ihrer Wasserabweisung nur begrenzt.
Level 5 ist die Softshell-Bewegungshülle. Die Jacke hat eine verstaubare, mit dem ballistischen Helm nutzbare Kapuze, verstellbare Ärmelabschlüsse, Unterarmreißverschlüsse und netzgefütterte Taschen. Ihr verlängertes Rückenteil überlappt die Hose und begrenzt das Eindringen von Schnee. Die weiche Hülle verbindet Wind- und Wasserbeständigkeit mit höherem Wasserdampftransport und geringerer Geräuschentwicklung als die steifere Wetterschutzhülle.
Die Softshellhose ergänzt diese Jacke um abnehmbare Hosenträger, bewegungsgerechte Kniepartien, Oberschenkeltaschen und verstellbare Beinabschlüsse. Reißverschlüsse am unteren Bein erleichtern den Zugriff auf die Stiefel. Die Sitzpartie lässt sich öffnen, ohne die Hose vollständig abzulegen.
Level 6 ist die wasserdichte Hülle für anhaltenden Regen, nasskaltes Wetter und Bedingungen mit wechselndem Gefrieren und Tauen. Die Jacke besitzt eine verstaubare Kapuze und Durchgrifftaschen; die Hose ebenfalls Reißverschlüsse an den unteren Beinen. Das System setzt hier einen stärkeren Schutz gegen eindringendes Wasser ein, während die Basis- und Dämmlagen darunter verbleiben. Bei einem längeren nassen Halt ist diese Funktion wichtiger als die bloße Dicke der Außenjacke: Eine dünne geschlossene Regenhülle kann vorhandene Dämmung vor weiterer Durchfeuchtung schützen.
Level 7 liegt außen und lässt sich über vorhandene Ausrüstung ergänzen
Der Level-7-Parka und die zugehörige Überhose bringen die zusätzliche Loft-Isolation. Sie sind weit genug ausgelegt, um über Körperpanzerung und weiteren Schichten getragen zu werden. Die Hose hat durchgehende seitliche Reißverschlüsse. Dadurch kann sie über Stiefeln und der vorhandenen Softshellhose angelegt oder abgelegt werden, ohne zuvor die unteren Schichten vollständig auszuziehen. Der Parka ergänzt auf dieselbe Weise den Oberkörper von außen.
Die äußere Position erhält das Dämmvolumen. Unter einem engen Lastenträger oder einer zu kleinen Außenjacke würde der Parka zusammengedrückt und damit weniger Luft einschließen. Die durchgehenden Seitenreißverschlüsse der Überhose erlauben das Anlegen über Stiefeln und Level 5; der Parka wird ebenso über die bereits getragenen Schichten gezogen.
Die Außenfläche von Level 7 ist wind- und stark wasserbeständig und schützt gegen mäßige Feuchtigkeit. Seine Hauptaufgabe ist aber das zusätzliche Dämmvolumen. Für längeren kräftigen Regen bleibt Level 6 die dafür vorgesehene wasserdichte Komponente. Voluminöser Wärmeschutz und Regenbarriere sind somit getrennte Funktionen; die Auswahl kann nicht allein danach erfolgen, welche Jacke dicker aussieht.
Last und Aktivität bestimmen, welche Teile gebraucht werden
Die Gewichtstabelle des 2014er Stands nennt für das vollständige System rund 5,8 kg. Als gerundete Höchstwerte über die aufgeführten Größen und Modelle stehen darin etwa 0,34 kg für die Windjacke, zusammen etwa 0,73 kg für Regenjacke und Regenhose und ungefähr 2,0 kg für Level-7-Parka und -hose. Gerade Level 7 beansprucht damit einen erheblichen Anteil von Gewicht und Packvolumen, obwohl es bei anstrengender Bewegung meist nicht getragen wird.
Die 2014er Tragebeispiele verbinden für aktive Bewegung bei 0 bis 30 °F, ungefähr −18 bis −1 °C, Level 1, Level 2 und Level 5. Eine Ruhekombination für denselben Temperaturbereich verwendet Level 2 und Level 5, ergänzt um den Level-7-Parka. Für den statischen Aufenthalt bei extremer Kälte kommt eine Kombination aus Level 1, 2, 3, 5 und dem vollständigen Level 7 hinzu. Welche Teile tatsächlich gebraucht werden, hängt neben der durch Arbeit erzeugten Wärme von Wind und Nässe ab.
Bei steigender Arbeitsleistung bieten Hals-, Front- und Unterarmreißverschlüsse eine Änderung der Lüftung, bevor eine ganze Lage abgelegt wird. Beim Übergang zum Halt fällt diese Wärmeproduktion zurück; die zusätzliche Dämmung wird wieder geschlossen oder ergänzt. Eine dauerhaft dickste Kombination kann bei anstrengender Bewegung Überwärmung und stärkere Schweißbildung verursachen, während die dünne Bewegungskombination bei einem langen Halt zu wenig Luftvolumen bereitstellen kann.
Tarnmuster und feuerhemmende Ausführung sind getrennte Merkmale
Zum Stand 2014 gehörten UCP und das damalige OEF Camouflage Pattern, ebenfalls mit OCP abgekürzt. Die Fleecejacke wurde in Foliage Green 504 oder Tan 499 geführt; Level 7 in Urban Gray. Bei Level 5 waren neben UCP und OCP eigene FR-OCP-Jacken und -Hosen aufgeführt. FR bezeichnet die feuerhemmende Ausführung dieses Bauteils. OCP allein identifiziert das Tarnmuster und ersetzt die zusätzliche FR-Kennzeichnung nicht.
Die Varianten besitzen eigene Bestandsnummern und Größen. Die Passform bleibt Teil der Funktion: Zu enge Schichten drücken Dämmung zusammen und behindern Bewegung; übergroße offene Abschlüsse lassen Wind in die Schichten gelangen. Die äußeren Kleidungsstücke müssen genug Platz für die darunterliegenden Lagen und eine vorhandene Körperpanzerung lassen.
Nässe, Beschädigung und Kompression unterscheiden
Wenn Regen nicht mehr vom Oberstoff abperlt, saugt sich dessen Außenseite voll. Das erhöht Gewicht und Trocknungszeit und verschlechtert den Wasserdampftransport, bedeutet aber noch nicht automatisch, dass die wasserdichte Barriere von Level 6 gerissen ist. Umgekehrt behebt eine erneuerte Imprägnierung weder ein Loch noch eine beschädigte Nahtabdichtung. Solche Schäden müssen passend zum jeweiligen Gewebe und zur Barriere repariert werden.
Auch die Dämmung kann äußerlich unbeschädigt wirken und trotzdem an Leistung verlieren. Stark verschmutztes oder dauerhaft komprimiertes Fleece und Level 7 bauen weniger Loft auf; defekte Reißverschlüsse verhindern außerdem das dichte Schließen oder schnelle Anlegen einer Lage. Vor einem Einsatz sind daher vor allem Volumen, Verschlüsse, Klettflächen und die tatsächlich benötigte Kombination zu prüfen. Für die Lagerung werden die stark isolierenden Teile trocken und möglichst wenig komprimiert aufbewahrt.
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