Klima und Überlebenssätze

US-Army-Aircrew-Kits: Hot Climate, Cold Climate und Overwater

Hot Climate, Cold Climate und Overwater nutzten unterschiedliche Packlisten. Wasserreserve, Schlafsack, Werkzeug und Rettungsinsel bestimmten Gewicht, Behälter und Einsatzbereich.

Technische Zeichnung eines US-Army-Überlebenssatzes mit Tragegriff, Sicherungsgurten und beschrifteter Außentasche.
Technische Zeichnung des textilen Individual Survival Kit mit Tragegriff, Sicherungsgurten und äußerer Kennzeichnung.

Die US Army führte für Flugbesatzungen drei textile Individual Survival Kits: Hot Climate, Cold Climate und Overwater. Die Flugstrecke und die zu erwartende Umgebung entschieden über die Konfiguration. Hot und Cold Climate nutzten ähnliche Außenbehälter; die Overwater-Ausführung benötigte wegen ihrer Rettungsinsel eine eigene Konstruktion. Für die OV-1 Mohawk gab es davon getrennte starre Sitzsätze.

Gemeinsamer Behälter, unterschiedliche Packlisten

Die Landausführungen bestanden aus einer textilen Außenhülle mit Tragegriff, Reißverschluss, Außentasche und Rucksackgurten. Zwei verstellbare Gurte mit Schnelltrennhaken verbanden den Satz mit einem Personenfallschirm. Ein Innenbehälter ordnete die kleineren Teile; die Packliste gab Bestand und Packplatz vor.

Hot Climate und Overwater wogen laut Tabelle jeweils 29 lb, etwa 13,2 kg, Cold Climate 28 lb, etwa 12,7 kg. Die Grundmaße des ML-4-Behälters betrugen ungefähr 48,3 × 38,1 × 14,0 cm. Nach Juli 1985 gefertigte Kältebehälter waren wegen des neuen Schlafsacks zwei Zoll tiefer.

Das Bild zeigt Tragegriff, Sicherungsgurte und Kennzeichnung eines solchen textilen Individual Survival Kit. An der äußeren Beschriftung musste erkennbar sein, welche Klimakonfiguration tatsächlich gepackt war.

Ausrüstung, die in allen drei Familien vorkam

Zum gemeinsamen Bestand gehörten MC-1-Kompass, Signalspiegel, zwei kombinierte Rauch-/Leuchtsignale, Pfeife, Erste-Hilfe-Satz, Taschenmesser, Lebensmittelpakete, Wasserbeutel und Überlebenshandbuch. Hinzu kamen Insektenkopfnetz, Mehrzwecknetz, Angelgerät, Pfanne, Streichhölzer, Trioxanbrennstoff, Schärfmittel und eine kleine Säge. Spätere Packstände ergänzten unter anderem Magnesium-Feuerstarter, Sparklite und eine Combat-Casualty-Decke.

Der MC-1 war ein kleiner mechanischer Kompass. Er wurde mit der Oberseite nach unten gelagert, um Lager und Spitze zu entlasten. Karten gehörten nicht zur gemeinsamen Mindestliste. Handbuch und Bedienunterlagen lagen in eigenen Polyethylenbeuteln, da die textile Außenhülle selbst nicht wasserdicht war.

Hot Climate: Trinkwasser, Plane und schweres Schneidwerkzeug

Der Hot Climate Kit, NSN 1680-00-973-1861, ergänzte den gemeinsamen Bestand um Trinkwasser, Wende-Sonnenhut, Sonnenschutzmittel, Plane, Draht und ein Survival Tool Kit. Dieses Werkzeugpaket enthielt eine Axt-Macheten-Kombination, Schleifstein und Brennlinse. Sechs Lebensmittelpakete waren vorgesehen.

Die etwa 3,35 × 2,13 m große Plane besaß Ösen und verschiedenfarbige Seiten. Die beschriebene grau-gelbe Ausführung verband Wetterschutz mit einer auffälligen Signalseite; auf der grauen Seite standen Faltanweisungen für damalige Luftrettungszeichen. Auch der Sonnenhut hatte eine olivgrüne und eine orange Seite.

Eine ältere Packliste nennt zwölf Wasserbüchsen. Eine spätere Ersatzteilliste führt alternativ 24 Trinkwasserpäckchen zu je 125 ml auf, insgesamt drei Liter. Je zwölf Päckchen lagen im inneren und äußeren Packbereich. Die dokumentierten Packstände zeigen damit einen Wechsel der Wasserverpackung, nicht eine zusätzliche zweite Reserve.

Cold Climate: Schlafsack, Poncho und Kältewerkzeug

Der Cold Climate Kit, NSN 1680-00-973-1862, ersetzte die Heißklimakomponenten durch einen vakuumverpackten Schlafsack, Poncho, Kerzen und eine Säge-Messer-Schaufel-Kombination. Sieben Lebensmittelpakete waren vorgesehen; ein abgepackter Trinkwasservorrat erscheint in dieser Packliste nicht.

Säge-Messer und Schaufel nutzten denselben abnehmbaren Griff. Das sparte Platz, machte aber beide Werkzeuge von einem gemeinsamen Bauteil abhängig. Die Klinge durfte bei extremer Kälte nicht als Axt eingesetzt werden, weil sie unter Schlagbelastung brechen konnte.

Der werkseitig vakuumierte Schlafsack war der größte Volumenfaktor. Wurde seine dünne Verpackung undicht, expandierte er und passte nicht mehr in den vorgesehenen Packzustand. Für einen wieder einsatzbereiten Satz musste das Paket ersetzt werden. Die später um zwei Zoll vertieften Kältebehälter reagierten auf genau dieses Packproblem.

Der Poncho ergänzte den Schlafsack als Wetterschutz und Bodenauflage. Eine aluminisierte Decke kam als weitere Abdeckung hinzu. Vollständige Winterbekleidung gehörte dagegen nicht zur Mindestliste des Satzes; maßgeblich blieb auch die von der Besatzung bereits getragene Flugbekleidung.

Overwater: Behälter und Reißverschluss lösten die Insel aus

Der Overwater Kit, NSN 1680-00-973-1863, hatte eine eigene Außenhülle. Im oberen Bereich lagen die gefaltete Einmann-Rettungsinsel und ihre CO₂-Flasche, darunter der Innenbehälter mit der übrigen Ausstattung. Eine etwa 4,39 m lange Gurtverbindung hielt Insel und Satz zusammen.

Das Zugband des äußeren Reißverschlusses war mechanisch mit dem Auslösekabel verbunden. Beim Öffnen wurde die Gasfüllung betätigt; die expandierende Insel öffnete anschließend den Behälter. Deshalb konnte die Overwater-Ausführung nicht einfach in eine Hülle der Landvarianten umgepackt werden.

Vorgesehen waren die Inseln LRU-17/P oder LRU-16/P; letztere besaß einen isolierten Boden und Spritzschutz. Zur weiteren Seekomponente gehörten kurze Paddel, Schöpfgefäß, Schwamm, Reparaturmittel, zwei Fluorescein-Seemarkierer, Treibanker und drei MK-2-Meerwasserentsalzungssätze.

Jeder MK-2 enthielt acht Chemikalienpackungen für jeweils 16 US-Flüssigunzen Meerwasser, rund 0,47 Liter. Drei Sätze ergaben damit 24 einzelne Verarbeitungseinheiten. Die Overwater-Packliste enthielt außerdem drei Lebensmittelpakete, Sonnenhut und Sonnenschutz, jedoch keinen Schlafsack und keine Schaufel.

Textiler Satz, Überlebensweste und OV-1-Sitzsatz

Die Individual Survival Kits ergänzten die unmittelbar getragene Überlebensweste. Die SRU-21/P wog gepackt ungefähr 3,4 kg und hielt kleinere Mittel am Körper. In der Außentasche des Hot Climate Kit konnte eine Einheit zusätzlich ein Funkgerät mit Batterie vorsehen; es gehörte aber nicht automatisch zum gemeinsamen Bestand aller drei Kitfamilien.

Die OV-1 Mohawk verwendete statt des textilen Containers einen starren Satz in der Sitzwanne des Schleudersitzes. Die tabellierten heißen und kalten Sitzkonfigurationen wogen jeweils etwa 15,1 kg, Overwater knapp 20 kg. Diese Varianten besaßen eigene Packlisten und waren nicht lediglich dieselben Gegenstände in einem anderen Behälter.

Umbau und Kennzeichnung

Hot und Cold Climate konnten durch den vorgesehenen Austausch von Komponenten ineinander umgerüstet werden. Anschließend musste die äußere Kennzeichnung die neue Konfiguration wiedergeben. Overwater blieb wegen Insel, CO₂-System und Auslösemechanismus konstruktiv getrennt.

Die über die Jahre ergänzten Feuerstarter, Decken, Netze und Wasserverpackungen zeigen, dass die Familie fortgeschrieben wurde. Bei einer konkreten Datierung muss daher die zugehörige Packliste verwendet werden; eine ältere Abbildung kann nicht jeden Gegenstand eines späteren Standes zeigen.