Modularer Kälteschutz am Halt

Modular Sleep System: zwei Schlafsäcke, Biwakhülle und Kompressionssack

Zwei eigenständige Mumien-Schlafsäcke werden ineinander verbunden, eine separate Biwakhülle hält Wind und Nässe ab. Dämmung, Verschlüsse, Bodenisolierung und Kompressionssack bestimmen gemeinsam, welche Schutzfunktion bei Isolation verbleibt.

Technische Originalzeichnung mit geöffneten Patrol- und Kälteschlafsäcken, Biwakhülle, Kompressionssäcken und einer Schlafmatte
Oben links der Patrol-Schlafsack, daneben der Kälteschlafsack; darunter Biwakhülle und Packsäcke, unten rechts die zusätzliche Schlafmatte. Army-Darstellung von 2014.

Das ursprüngliche Modular Sleep System der US Army besteht aus zwei eigenständig nutzbaren Schlafsäcken, einer äußeren Biwakhülle und einem Kompressionssack. In der grün-schwarzen Ausführung mit Woodland-Hülle übernimmt jedes Teil eine klar getrennte Aufgabe: Der Patrol-Sack liefert die leichtere Dämmung, der Intermediate-Cold-Weather-Sack ergänzt sie für tiefere Temperaturen, die Biwakhülle hält Wind und Niederschlag ab. Eine isolierende Schlafmatte gehört nicht zu diesen vier Hauptteilen und bleibt für den Schutz gegen den kalten Boden zusätzlich erforderlich.

Der ursprüngliche vierteilige Satz

Die ursprüngliche Schlafsackkonzeption von 1994 unterschied den Patrol-Sack als Type I, den Intermediate-Cold-Weather-Sack als Type II und beide verbunden als Type III für extreme Kälte. Type III ist eine Kombination der beiden vorhandenen Schlafsäcke, kein dritter zusätzlicher Sack. Der vierteilige grün-schwarze Satz wird unter der Bestandsnummer 8465-01-445-6274 geführt. Seine Woodland-Biwakhülle bleibt ein eigener Bestandteil; das dämmende Innenmaterial liegt in den beiden Schlafsäcken.

Komponente der ursprünglichen AusführungBestandsnummerFunktion
Patrol Sleeping Bag, Camouflage Green 4838465-01-398-0685Leichtere eigenständige Dämmung; äußere Schlafsacklage der verbundenen Kombination
Intermediate Cold Weather Sleeping Bag, Black 3578465-01-398-0687Stärkere eigenständige Dämmung; innere Schlafsacklage der verbundenen Kombination
Bivy Cover, Woodland8465-01-416-8517Äußere wasserdichte, wasserdampfdurchlässige Wetterschutzhülle
Compression Stuff Sack, Black8465-01-398-5428Zusammenfassen und Verdichten der voluminösen Komponenten für den Transport

Die Dämmung sitzt zwischen wasserabweisenden Nylonhüllen

Beide Schlafsäcke besitzen eine Mumienform mit eigener Kapuze. Die Innen- und Außenhüllen bestehen in der ursprünglichen Konstruktion aus hydrophobem Nylon-Ripstop mit wasserabweisender Ausrüstung. Der Dämmstoff ist ein harzgebundener Vliesaufbau aus hohlen Polyester-Endlosfilamenten. Die Fasern und die zwischen ihnen eingeschlossene Luft geben dem Material sein voluminöses Dämmverhalten. Die Füllung ist so gehalten, dass sie innerhalb des Schlafsacks nicht frei wandern und dadurch einzelne kalte Bereiche hinterlassen soll.

Die Kapuze besitzt mindestens dieselbe Dämmung wie der übrige Schlafsack. Am Reißverschluss liegt innen eine dämmende Abdeckung beziehungsweise ein Schlauch gegen den Wärmeverlust entlang des Verschlusses. Diese Konstruktion soll zugleich verhindern, dass der Schieber beim Schließen das Futter einfängt. Der Kältesack ergänzt den Aufbau um einen gesteppten Dämmkragen im oberen Brustbereich. Er begrenzt den Luftaustausch zwischen dem Körperraum und der Kapuze. Seine anatomisch geformte Fußbox enthält in der ursprünglichen Auslegung mindestens die doppelte Dämmstoffmenge des übrigen Sacks.

Der Loft bezeichnet die tatsächlich vorhandene luftgefüllte Dicke des Dämmstoffs. Nach dem Herausnehmen aus dem komprimierten Packsack wird der Schlafsack kräftig aufgeschüttelt, damit sich dieses Volumen wieder entfalten kann. Unter dem liegenden Körper wird die Füllung dagegen zusammengedrückt. Ein gut aufgebauschter Oberkörperbereich und eine dickere Fußbox ändern deshalb nichts daran, dass der Bodenkontakt eine eigene Unterlage benötigt.

Der schwarze Kältesack liegt im größeren grünen Patrol-Sack

Für die ursprüngliche verbundene Ausführung kommt der schwarze Intermediate-Sack in den grünen Patrol-Sack. Die zueinander passenden Druckknöpfe entlang der Reißverschlussseiten verbinden beide. Ihre Kapuzen werden zunächst weit geöffnet; die schwarze Kapuze liegt innerhalb der grünen. Diese Verbindung hält die beiden Schlafsäcke als gemeinsame Konstruktion zusammen, während die äußere Biwakhülle anschließend Wind und Nässe abfängt.

Die ursprünglichen Innenmaße zeigen den Unterschied zwischen den beiden Teilen. Von der Unterseite der Fußbox bis zur Oberkante der Kapuze misst der Patrol-Sack etwa 229 bis 234 cm, der Intermediate-Sack etwa 216 bis 221 cm. Die breiteste flach von Seitennaht zu Seitennaht gemessene Stelle liegt beim Patrol-Sack bei etwa 91 bis 94 cm, beim Kältesack bei etwa 88 bis 90 cm. Diese Maße schließen die Kapuze ein und beschreiben die innen vermessenen, auf links gewendeten Schlafsäcke. Sie sind keine zugesicherte Körpergröße des Benutzers. Der größere äußere Sack lässt Platz für die zusätzliche innere Lage.

In der verbundenen Originalkombination erfolgt der Ein- und Ausstieg über den Reißverschluss des äußeren Patrol-Sacks. Die doppelseitigen Schieber ermöglichen Bedienung von innen und außen; die zwei Schieber erlauben außerdem Lüftung am Kopf- oder Fußende. Der nicht selbstverriegelnde Verschluss ist auch auf schnelles Herauskommen ausgelegt: Werden die beiden Seiten der Öffnung oberhalb des Schiebers rasch auseinandergezogen, wird der Schieber nach unten gedrückt. Das ist eine Eigenschaft dieser Verschlusskonstruktion und braucht einen intakten, zugänglichen Reißverschluss.

Die Kapuze wird mit Kordel und Stopper eingestellt; ein Knoten im Kapuzenzug würde den schnellen Ausstieg behindern. Fällt ein Reißverschluss aus, können die vorhandenen Druckknöpfe den Sack provisorisch geschlossen halten. Entlang des Verschlusses bleibt dann jedoch eine schlechter abgedichtete Zone, und auch die Bedienung von innen ist eingeschränkt.

Biwakhülle und Bodenisolierung schließen unterschiedliche Lücken

Das wasserabweisende Ripstop der Schlafsäcke hält leichte Feuchtigkeit ab. Für Regen, nassen Schnee, Wind und Bodennässe liegt die separate Bivy Cover außen. Dieselbe Hülle kann einen einzelnen Patrol-Sack, einen einzelnen Kältesack oder beide verbunden aufnehmen. Ihre Wasserdampfdurchlässigkeit ermöglicht Feuchtetransport durch die Hülle; sie macht einen bereits nassen Dämmstoff nicht automatisch wieder trocken.

Die Gesichtsöffnung bleibt der Weg für die Atemluft. Wird in den geschlossenen Schlafraum ausgeatmet, gelangt zusätzliche Feuchtigkeit an Futter und Füllung. Überschüssige Wärme lässt sich über den Reißverschluss abführen, bevor starkes Schwitzen weitere Nässe einträgt. In Kälte kann sich an der Innenseite der Biwakhülle Reif sammeln, wenn Wasserdampf auf die kalte Oberfläche trifft. Dieser Reif wird vor dem Verpacken ausgebürstet, damit das Eis nicht mit eingepackt wird und beim späteren Erwärmen wieder Wasser in die Kombination bringt.

Unter dem Körper wird die Füllung beider Schlafsäcke zusammengedrückt. Den Schutz gegen Wärmeleitung zum Boden übernimmt deshalb eine Schaum- oder andere geeignete Schlafmatte, die nicht zu den vier Hauptteilen dieses Satzes gehört. Fehlt sie, kann eine trockene, ausreichend dicke Zwischenlage aus vorhandenem Material den Verlust begrenzen. Die wasserdichte Biwakhülle ersetzt diese Dämmung nicht; eine Matte wiederum hält Regen und nassen Schnee nicht vom Schlafsack fern.

Gewicht, Packmaß und Kompressionssack

Der ursprüngliche Patrol-Sack wiegt ungefähr 3 lb, rund 1,4 kg; für den Intermediate-Sack sind ungefähr 4 lb, rund 1,8 kg, vorgesehen. Die ursprüngliche Höchstgrenze von 7 lb, ungefähr 3,2 kg, gilt für die beiden verbundenen Schlafsäcke. Biwakhülle, Kompressionssack und eine Unterlage kommen zur getragenen Last hinzu. Eine Angabe von 7 lb beschreibt damit keinen vollständigen vierteiligen Satz mit Matte.

Der schwarze Kompressionssack besteht aus beschichtetem 200-Denier-Nylon. Unkomprimiert ist er etwa 71 bis 76 cm lang und 30 bis 36 cm breit. Mindestens sechs längs laufende Gurte ziehen den gefüllten Zylinder zusammen; Verstärkungsbänder an beiden Enden nehmen die Zugkräfte auf. Die beiden Schlafsäcke samt Biwakhülle sollten damit auf höchstens einen Kubikfuß, etwa 28 Liter, verdichtet werden und in das Schlafsackfach des großen Feldrucksacks passen. Am Halt müssen die Säcke wieder ausgebreitet und aufgeschüttelt werden, damit die Füllung ihren Loft zurückgewinnt.

Temperaturangaben, Bekleidung und spätere Ausführungen

Die ursprüngliche Auslegung ordnete den Patrol-Sack milderen Bedingungen und den Intermediate-Sack stärkerer Kälte zu. Für die verbundenen Schlafsäcke wurden zusätzliche Bekleidungsschichten mitgerechnet: Die Auslegung bis −30 °F, etwa −34 °C, bezog sich auf Unterhemd und lange Unterhose der damaligen Expedition-Weight-Ausführung aus Polypropylen sowie Standardsocken mit gepolsterter Sohle; der Bereich bis −50 °F, etwa −46 °C, auf weitere Schichten der damaligen Extremkältebekleidung. Die Kleidung liefert dabei zusätzliche Dämmung am Körper. Eine feuchte verbliebene Unterlage oder stark zusammengedrückte Füllung verändert diese Kombination ebenso wie eine fehlende Bekleidungsschicht. Die später konkret benannte ECWCS-Gen-III-Bekleidung besitzt ihre eigene zeitgebundene Schutzarchitektur.

Der 2009 festgelegte modulare Satz unter GL/PD 07-09B umfasst fünf Teile: zwei Schlafsäcke, Biwakhülle sowie einen großen und einen kleinen Kompressionssack. Er unterscheidet Standard- und Long-Ausführung und führt unter anderem Foliage Green, Urban Gray und UCP als eigene Farben beziehungsweise Muster. Für den vollständigen fünfteiligen Satz sind Höchstgewichte von 9,8 lb beziehungsweise 10,3 lb vorgesehen, etwa 4,45 und 4,67 kg. Diese Gewichte schließen Hülle und Packsäcke ein. Sie beschreiben einen anderen Lieferumfang als die ursprüngliche Sieben-Pfund-Grenze allein für die beiden Schlafsäcke.

Woran der Satz Schutz verliert

Fehlende Druckknöpfe lassen die beiden Schlafsäcke gegeneinander verrutschen; ein defekter Reißverschluss erschwert den Ausstieg und öffnet eine lange Kältebrücke. Risse im Innenstoff können die Vliesfüllung freilegen oder verlagern. Bei der Biwakhülle führen Löcher und beschädigte Nahtabdichtungen unmittelbar zu Undichtigkeiten. Reparaturen müssen deshalb zur betroffenen Lage passen: Eine Naht durch die Wetterschutzhülle kann ein Loch schließen und zugleich neue Einstiche erzeugen, die anschließend wieder abgedichtet werden müssen.

Vor dem Verpacken werden Schmutz, Eis und lose Feuchtigkeit entfernt. Ein nasser Schlafsack wird so weit wie möglich getrocknet und erst danach wieder komprimiert. Längere Lagerung im eng gezurrten Packsack hält die Füllung zusammengedrückt; trocken und locker gelagert kann sie ihren Loft besser erhalten.