
Pointee-Talkee bezeichnet eine vorbereitete militärische Sprachhilfe für die Verständigung während der Evasion. Die isolierte Person wählt eine Aussage in einer vertrauten Sprache und zeigt deren Übersetzung. Enthält die Vorlage auch Antwortmöglichkeiten, kann das Gegenüber auf seine Antwort zeigen und die Person deren Bedeutung ablesen.
Satz, Übersetzung und Aussprache
US-amerikanische Ausführungen verwenden eine dreiteilige Anordnung: englische Aussage links, Übersetzung in der örtlichen Sprache in der Mitte und eine Aussprachehilfe rechts. Diese Teile richten sich an unterschiedliche Leser. Die englische Formulierung dient der Auswahl; die fremdsprachige Schrift ist für das Gegenüber bestimmt. Die Aussprachehilfe ermöglicht den Versuch, den ausgewählten Satz selbst auszusprechen.
| Bestandteil | Aufgabe im Gespräch |
|---|---|
| Eigene Lesesprache | Den vollständigen Sinn der Aussage erfassen: Wird etwas erfragt, benötigt oder mitgeteilt? |
| Übersetzung | Dem Gegenüber genau die ausgewählte Aussage in seiner Sprache zeigen. |
| Aussprachehilfe | Die vorbereitete fremdsprachige Aussage laut wiedergeben, statt die unbekannte Schrift lesen zu müssen. |
Die Zeile wird von der vertrauten Formulierung bis zur fremdsprachigen Fassung verfolgt. Der Finger weist neben die ausgewählte Übersetzung, sodass ihr vollständiger Wortlaut lesbar bleibt. Soll der Satz zusätzlich ausgesprochen werden, wird die Aussprachehilfe derselben Zeile verwendet. So gehören das Gezeigte und das Gesprochene zu derselben Frage oder Bitte.
Die Antwort muss zurückübersetzt werden können
Ein historisches amerikanisches Pointee-Talkee-Heft für Südostasien enthält getrennte Abschnitte für Französisch, Chinesisch, Vietnamesisch, Thai und Laotisch. Innerhalb eines Abschnitts stehen auf der Fragehälfte die englischen Aussagen neben ihrer Übersetzung; auf der Antworthälfte folgen fremdsprachige Antworten mit englischer Entsprechung. Dadurch kann auch jemand antworten, der kein Englisch spricht. Die fremdsprachige Einleitung erklärt dieses Zeigeverfahren, bevor die erste Sachfrage gestellt wird.
Zu einer Frage können mehrere Antworten gehören. Bei der Frage nach einem möglichen Dolmetscher stehen beispielsweise „Ja“, „Nein“ und „Ich weiß es nicht“ zur Auswahl. Die letzte Antwort meldet fehlende Kenntnis; die Verfügbarkeit eines Dolmetschers bleibt damit ungeklärt. Die Frage, ob jemand zu dem Dolmetscher mitgehen oder auf ihn warten soll, hat dagegen zwei Handlungsantworten. Deren Auswahl bestimmt, welche Bewegung das Gegenüber vorschlägt.
Beim Gegenlesen bleiben Frage und Antwort in derselben Rubrik und Zeile. Die Nummerierung beginnt in weiteren Rubriken erneut: Eine Zahl allein identifiziert die Frage deshalb noch nicht. Eine Antwort aus dem Abschnitt zu Verletzungen würde sonst einer gleich nummerierten Frage zu anderen Besatzungsangehörigen zugeordnet.
Die Rubriken des Hefts reichen von unmittelbarer Versorgung und Verletzungen bis zu gegnerischer Anwesenheit und anderen Besatzungsangehörigen. Der Fragenkatalog zu weiteren Besatzungsangehörigen unterscheidet beispielsweise, ob jemand gefunden wurde, wie viele verwundet sind und ob Gefangennahmen oder Todesfälle bekannt sind. Die Antwortauswahl enthält außerdem Aussagen darüber, ob diese Menschen hergebracht werden können oder ob die isolierte Person zu ihnen geführt werden soll.
Eine Aussage nach der anderen vermitteln
Zuerst wird der passende Sprachabschnitt geöffnet und, sofern vorhanden, dessen Einleitung gezeigt. Danach folgt die Aussage, die für den nächsten Gesprächsschritt gebraucht wird. Eine allgemeine Bitte um Hilfe wird durch eine konkrete Aussage ergänzt, etwa eine Bitte um Trinkwasser oder sauberen Stoff für eine Verletzung. So wird erkennbar, welches unmittelbare Bedürfnis gemeint ist.
Nach dem Zeigen erhält das Gegenüber Gelegenheit, auf eine vorbereitete Antwort zu weisen. Erst wenn diese zugeordnet ist, folgt die nächste Frage. Werden mehrere Fragen gleichzeitig gezeigt, kann eine Antwort beim Zurücklesen der falschen Frage zugeordnet werden. Bei einem unklaren Fingerzeig wird die gemeinte Zeile erneut gezeigt, bevor aus der Antwort eine Handlungsentscheidung entsteht.
Sprachhilfen können auch Mitteilungen für die Gegenrichtung enthalten. Dann wählt die angetroffene Person beispielsweise eine Aussage über einen Ort zum Warten oder eine örtliche Gefahr in ihrer Sprache aus; die isolierte Person liest die zugehörige Übersetzung. Die Lesereihenfolge kehrt sich damit um. Solche Mitteilungen werden unabhängig von einer vorausgehenden Frage gewählt und brauchen eigene vorbereitete Sätze.
Zahl, Einheit und Bezug zusammenhalten
Zahlen- und Zeittafeln ergänzen vorbereitete Antworten. Eine Zahl erhält ihren Bezug aus der Frage: Anzahl von Personen, Dauer oder Entfernung. Bei einer Mengenangabe bleibt daher die zugehörige Frage sichtbar. Bei einer Zeitangabe wird zwischen einer Uhrzeit und einer Zeitspanne unterschieden; bei einer Entfernung gehört die verwendete Maßeinheit zur Aussage.
Eine Bestätigung lässt sich durch erneutes Zeigen der zugeordneten Frage und des ausgewählten Wertes einholen. Das ist besonders bei Aussagen mit einer anschließenden Handlung nötig, etwa Warten oder Weitergehen. Das Zeigen auf eine Zahl allein übermittelt weder den Beginn einer Wartezeit noch, ob eine genannte Zeit die Dauer eines Weges bezeichnet.
Wenn Schrift allein nicht genügt
Versteht das Gegenüber die gedruckte Sprache mündlich, kann ihre Schrift aber nicht lesen, ermöglicht die Aussprachehilfe den Versuch, die vorbereitete Phrase hörbar zu übermitteln. Versteht es die gesprochene Fassung ebenfalls nicht, lässt sich eine Aussage über einen konkreten Gegenstand oder eine Verletzung durch Zeigen oder eine einfache Skizze ergänzen.
Die Zeichnung hilft vor allem bei sichtbaren Gegenständen und räumlichen Angaben. Die Skizze einer Flasche kann das gesuchte Behältnis verdeutlichen. Ob damit eine leere Flasche, ihr Inhalt oder Trinkwasser gemeint ist, wird durch den Zusammenhang und die weitere Rückmeldung geklärt. Eine Bildhilfe wird deshalb mit einem konkreten Anliegen verbunden; abstrakte Eigenschaften oder längere Aussagen brauchen zusätzliche Verständigung.
Auch die Sprachfassung selbst kann das Hindernis sein. Die passende Auswahl richtet sich nach der Sprache und Schrift, die das Gegenüber tatsächlich versteht. Ein regionales Heft mit mehreren Sprachabschnitten erlaubt den Wechsel zu einer anderen enthaltenen Fassung.
Sprachhilfe und Blood Chit erfüllen verschiedene Aufgaben
Ein amerikanischer Blood Chit verbindet eine mehrsprachige Hilfsbitte mit einem staatlichen Belohnungsversprechen. Er wird als kontrolliertes Dokument ausgegeben, weil sein Text eine Verpflichtung der US-Regierung enthält. Eine Pointee-Talkee-Sprachhilfe dient der Auswahl und Übersetzung konkreter Aussagen im Gespräch. Auch historische Sprachhilfen enthalten Belohnungssätze; entscheidend ist daher die Funktion des jeweiligen ausgegebenen Hilfsmittels, nicht allein das Vorkommen des Wortes „Belohnung“.
Amerikanische Einleitungstexte nennen beispielsweise die Staatsangehörigkeit; Fragen können den Bedarf, weitere Personen oder ein Bewegungsziel offenlegen. Während der Evasion wird deshalb die Aussage gezeigt, die für die aktuelle Verständigung benötigt wird. Angaben zu einem weiteren Fluchtweg oder anderen Personen werden nicht allein deshalb offengelegt, weil das Heft dafür Formulierungen enthält.
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