SERE · Ausweichen und Rückführung

Evasion: Ausweichen und Rückführung bei militärischer Isolation

Wie isolierte Personen ihre Lage beurteilen, sich unter Bedrohung bewegen und versorgen und den Kontakt zu eigenen Kräften vorbereiten.

Zwei Luftwaffenangehörige beobachten aus bewachsenem Gelände ihren weiteren Weg
Angehörige der U.S. Air Force orientieren sich während einer SERE-Rückführungsübung auf Oahu im bewachsenen Gelände.

Evasion ist das Ausweichen militärisch isolierter Personen, um Entdeckung und Gefangennahme zu vermeiden und wieder unter eigene oder befreundete Kontrolle zu gelangen. Nach einem Absturz, einem Überfall oder der Trennung vom eigenen Verband beginnt diese Aufgabe mit den tatsächlich vorhandenen Mitteln und dem eigenen körperlichen Zustand. Jeder weitere Ortswechsel muss einen erreichbaren Zweck haben: eine unmittelbare Bedrohung verlassen, die Lage klären, notwendige Versorgung gewinnen oder die Rückkehr ermöglichen.

Vom Isolationsereignis zum ersten verdeckten Halt

An einer Absturzstelle oder am Ort eines Gefechts treffen mehrere Gefahren zusammen. Fahrzeuge, Rauch, Lärm oder zurückgelassene Ausrüstung können Aufmerksamkeit auf den Ort ziehen; gegnerische Kräfte können bereits dort sein oder sich annähern. Zuerst zählt deshalb, aus der unmittelbar bedrohten Stelle in erreichbare Verdeckung zu gelangen. Der erste Halt soll einen Blick auf die Umgebung erlauben, ohne dafür wieder offen in die Ereignisstelle zurückzukehren. Eine Geländesenke, die von allen Seiten überhöht wird, oder eine Sackgasse zwischen Hindernissen kann trotz guter Sichtverdeckung die nächste Bewegung abschneiden.

Dort folgt eine konkrete Prüfung des eigenen Zustands. Kleidung und sichtbare Körperbereiche werden auf Verletzungen und Blutungen kontrolliert. Schmerzen, eingeschränkte Beweglichkeit und Unsicherheit beim Stehen verändern den nächsten Schritt: Tragen beide Beine das Körpergewicht? Kann die Person sicher auftreten, sich absenken und wieder aufrichten? Können die Hände Ausrüstung greifen und bedienen? Wer kaum auftreten kann, plant keine lange Strecke über steilen Boden. Bei einer erkennbar schweren Verletzung hat die erforderliche Selbsthilfe Vorrang vor einer solchen Bewegungsprüfung.

Bei mehreren Personen muss zunächst feststehen, wer tatsächlich anwesend ist. Nach einem Überfall kann die Aufmerksamkeit auf Verletzte, Fahrzeuge oder das Absetzen gerichtet bleiben, während die Trennung eines anderen Mitglieds unbemerkt bleibt. Verfügbare Kameraden werden nach Verletzung, Beweglichkeit und Ausrüstung beurteilt; die Bewegungsabsicht muss auch denjenigen berücksichtigen, der am langsamsten vorankommt. Wer allein ist, muss Beobachtung, Versorgung und Ruhe selbst organisieren. Für einen längeren Halt kann er keine gleichzeitig durchgehend besetzte Wache einplanen.

Standort, Gegner und verfügbare Mittel klären

Die eigene Ortsangabe beginnt beim letzten gesicherten Bezug: dem bekannten Streckenabschnitt, einer erkannten Geländeform oder dem Ort der Trennung. Davon wird getrennt, was nur vermutet wird. Eine Senke, ein Waldstück oder ein einzelnes Gebäude kann mehreren Stellen gleichen. Wer eine solche Ähnlichkeit ungeprüft zum Standort erklärt, legt auch die weitere Richtung auf eine falsche Grundlage. Erkennbare Geländeformen und menschlich geschaffene Merkmale werden deshalb miteinander verglichen. Der Wechsel zu einem Punkt mit besserer Sicht lohnt sich nur, wenn er erreichbar ist und die Person dort nicht ihre eigene Silhouette offen zeigt.

Bei der Beobachtung geht es um Tätigkeit und Bewegungsmöglichkeiten. Wo bewegen sich Menschen oder Fahrzeuge? Aus welcher Richtung kommen Motorengeräusche, Stimmen oder Waffenlärm? Bleibt ein Geräusch an einer Stelle, zieht es vorbei oder nähert es sich wiederholt? Wege, Gebäude, Rauch und sichtbare Spuren können auf Nutzung hinweisen. Diese Hinweise werden nach Ort und zeitlichem Verlauf eingeordnet. Ein kurz leerer Weg sagt wenig über Kräfte hinter der nächsten Biegung aus. Ein einzelner entfernter Motor rechtfertigt wiederum nicht die Annahme, der Gegner habe die eigene Position gefunden.

Das Inventar umfasst den tatsächlichen Bestand nach der Trennung. Wasserbehälter, Bekleidung, Schutzmittel, Nahrungsmittel, Orientierungshilfen und Kommunikations- oder Signalmittel werden auf Verlust und Beschädigung geprüft. Wassermenge und Dichtigkeit des Behälters bestimmen die mitgeführte Reserve; beschädigte Tragegurte können den sicheren Transport erschweren. Beim Funkgerät werden unter anderem Antenne und Stromversorgung geprüft, beim Signalmittel die Zugänglichkeit für den vorgesehenen Gebrauch. Lose Ausrüstung wird gegen Verlust und Klappern gesichert, bevor die nächste Bewegung beginnt.

Den Ausweichplan an die Lage anpassen

Ein vorbereiteter Evasion Plan of Action, kurz EPA, hält die beabsichtigten Handlungen für den Isolationsfall fest und macht sie den eigenen Stellen zugänglich. Dazu können vorgesehene Bewegungsrichtungen, Aufenthaltsräume und Rückführungsmöglichkeiten gehören. Nach der tatsächlichen Trennung wird dieser Plan mit Standort, Zustand und erkannter Bedrohung abgeglichen. Ein geplanter Aufnahmepunkt kann unerreichbar geworden sein, ein Weg kann inzwischen vom Gegner genutzt werden. Dann muss die Person ein weiteres Vorgehen wählen, das sie mit ihren verbliebenen Mitteln umsetzen kann.

Das nächste Ziel muss konkret genug sein, um den Erfolg des Teilstücks erkennen zu können. Ein verdeckter Raum zur Beobachtung, eine erreichbare Möglichkeit zur Versorgung oder ein nach Lagekenntnis erreichbarer Anschluss an eigene Kräfte sind solche Ziele. Für den Weg wird eine Alternative vorgesehen. Bleibt nur die unbestimmte Richtung „zu den Eigenen“, während der eigene Standort unsicher ist, muss zuerst die Ortsklärung verbessert werden. Ein langer Marsch auf dieser Grundlage verbraucht Kräfte und vergrößert das Gebiet, in dem die Person anschließend ihre Lage rekonstruieren muss.

Drei Entscheidungen über Bleiben und Bewegen

Die erste Entscheidung betrifft den gegenwärtigen Ort. Ein verdeckter Halt ist sinnvoll, wenn er Beobachtung und Erholung ermöglicht, ohne dass eine erkannte Gefahr ihn unbrauchbar macht. Suchende Kräfte, die sich diesem Raum tatsächlich nähern, können einen Wechsel erzwingen. Ebenso kann ein enges Bachbett bei starkem Regen gefährlich werden, wenn steigendes Wasser den einzigen Ausweg nimmt. In solchen Fällen bestimmt der erreichbare Ausgang aus der Gefahr die nächste Bewegung. Wer dagegen nur aus Unruhe weiterläuft, gibt eine brauchbare Verdeckung auf, ohne einen besseren Ort benennen zu können.

Die zweite Entscheidung entsteht bei einer unsicheren oder abgebrochenen Route. Taucht ein nicht erwarteter Siedlungsrand auf, stimmt die angenommene Lage möglicherweise nicht. Wird die vorgesehene Verbindung durch gegnerische Tätigkeit oder ein nicht sicher überwindbares Hindernis unbrauchbar, wird das Teilstück aus einem verdeckten Punkt neu beurteilt. Welche Stelle wurde zuletzt sicher erkannt? Welche Alternative ist mit dem vorhandenen Wasser und der verbliebenen Beweglichkeit erreichbar? Zusätzliche Strecke, offene Flächen und schwieriger Boden zählen dabei mit. Ein Umweg, der den Verletzten erschöpft oder an ein weiteres unbekanntes Hindernis führt, löst das erste Problem nicht.

Die dritte Entscheidung betrifft Verfolgungsdruck. Sichtbare Suchkräfte in der Nähe verlangen eine andere Reaktion als ein Geräusch, dessen Herkunft unklar ist. Solange es die unmittelbare Gefahr zulässt, verschafft ein kurzer verdeckter Beobachtungshalt die Information für den nächsten Schritt. Bei einer erkannten Annäherung an das eigene Versteck muss die Person den gefährdeten Raum verlassen können. Blindes Rennen über längere Zeit kostet Wasser und Kraft, erschwert die Wahrnehmung und kann die eigene Bewegung erst auffällig machen. Eine notwendige schnelle Bewegung endet deshalb nicht automatisch in einem fortgesetzten Gewaltmarsch; an der nächsten brauchbaren Verdeckung wird die Lage erneut geprüft.

Bewegung mit Beobachtung verbinden

Ein bewegter Körper fällt leichter auf als eine reglose, verdeckte Person. Vor jedem offenen Teilstück wird geprüft, welche Verdeckung danach erreichbar ist und was vom Ausgangspunkt aus über den Weg zu erkennen ist. Geländerücken, freie Hänge und Lücken zwischen Bewuchs können die Körperkontur deutlich abzeichnen. Natürliche Verdeckung wird so genutzt, dass nicht ausgerechnet der Kopf oder die gesamte Silhouette an einer Kante erscheint. Die genaue Nutzung solcher Kanten behandelt der Beitrag zu Geländekanten und Silhouettenbruch.

Während der Bewegung werden Beobachtungshalte an verdeckten Punkten eingelegt. Für das Hören muss die eigene Bewegung mit ihrem Rascheln und Auftreten unterbrochen werden. Neue Tätigkeit kann eine andere Route oder einen längeren Halt erforderlich machen. Niedriges Licht, Wetter und geringere gegnerische Aktivität können Bewegung begünstigen; zugleich können schlechtere Sicht und schwieriger Boden die eigene Orientierung und Trittsicherheit verschlechtern. Der Vorteil eines dunklen Abschnitts muss deshalb mit der Fähigkeit verglichen werden, das nächste Teilziel tatsächlich zu finden und zu erreichen.

Glänzende Gegenstände, Geräteanzeigen, Alarme und klappernde Ausrüstung erzeugen zusätzliche Hinweise. Sie werden vor dem Aufbruch geprüft. Auch die Veränderung der Umgebung bleibt Teil der Bewegungsentscheidung: abgebrochene Vegetation, verlorene Gegenstände und wiederholt benutzte Zugänge können den Aufenthalt erkennbar machen. Die Verfahren und Grenzen der Spurenvermeidung sind ein eigener Gegenstand; im Ablauf der Evasion müssen ihr Zeitaufwand und die Belastbarkeit der Person mitberücksichtigt werden.

Verdeckte Ruhe als Teil des weiteren Weges

Die US-Bezeichnung Hide Site meint einen verdeckten Aufenthaltsort, an dem die Person ihre Lage und Ausrüstung prüfen, ruhen und die nächste Bewegung vorbereiten kann. Ein Hole-up wird gebraucht, wenn der körperliche Zustand einen längeren Halt für Wasser, Nahrung, Ausrüstungspflege und Erholung verlangt. Bei beiden muss die Wahl über „hier sieht mich gerade niemand“ hinausgehen: Sind Zugänge beobachtbar? Gibt es einen erreichbaren Ausweg? Liegt der Ort an einem regelmäßig genutzten Weg oder unmittelbar bei einer Stelle, zu der Menschen ohnehin kommen?

Dichter Bewuchs kann die Person vor Blicken verbergen und zugleich ihre eigene Beobachtung blockieren. Eine tiefe Senke kann vor Blicken schützen und bei Regen Wasser sammeln. Ein aufwendiger Ausbau kostet Zeit und verändert die Umgebung. Deshalb wird vorhandene Verdeckung mit möglichst wenigen Eingriffen genutzt. Tätigkeiten und Bewegungen im Aufenthaltsraum werden auf das Nötige begrenzt; ein täglicher Gang über denselben Zugang kann einen sichtbaren Pfad schaffen. Die konkrete Auswahl von Hide Site und Hole-up erläutert der Beitrag zu Evasion-Verstecken.

Ein alleiniger Evader richtet seinen Halt so ein, dass er notwendige Mittel erreichen und den nächsten Ortswechsel vorbereitet antreten kann. Während er schläft, kann er nicht beobachten. Vor der Ruhe muss er deshalb den Ort, seine Zugänge und den eigenen Ausweg besonders sorgfältig prüfen. Dauernder Schlafverzicht verschlechtert jedoch Wahrnehmung und Entscheidungsfähigkeit. Nehmen Schmerzen, Müdigkeit oder wiederholtes Stolpern zu, muss er neu beurteilen, ob er die geplante längere Strecke noch bewältigen kann.

Wasser, Ruhe und Ausrüstung erhalten

Wasserbedarf und Erschöpfung bestimmen, wie weit eine Person noch sinnvoll ausweichen kann. Bei der Streckenwahl werden deshalb vorhandenes Wasser, erwarteter Verbrauch, erreichbare Versorgung und der Aufwand bis dorthin zusammen betrachtet. Eine Wasserstelle an einem benutzten Weg kann nahe liegen und trotzdem zusätzliche Beobachtung oder einen anderen Zugang erfordern. Ein großer Umweg zu einer nur vermuteten Quelle kann die vorhandene Reserve aufbrauchen. Der nächste Abschnitt wird deshalb nach einer erreichbaren Versorgungsmöglichkeit und der Strecke bemessen, die die Person mit ihrem jetzigen Bestand noch bewältigen kann.

Tempo und Ruhe werden nach dem Gelände und dem eigenen Zustand gewählt. Eine Strecke, die unverletzt leicht wäre, kann mit Schmerzen, Last und fehlendem Schlaf zu lang sein. Bekleidung und Last dürfen die Bewegung nicht unnötig behindern oder Überhitzung fördern. Beschädigte Tragegurte, undichte Behälter und scheuernde Ausrüstung werden bei einem geeigneten Halt bearbeitet, solange die nötigen Mittel vorhanden sind. Der Verlust von Wasser oder das weitere Verschlechtern einer Fußverletzung kann die spätere Bewegungsoption stärker beschneiden als der Zeitaufwand eines solchen Halts.

Für Nahrung und ihre Zubereitung muss die Person während des Aufenthalts Zeit einplanen. Die Beschaffung verlangt zusätzliche Wege; die Verarbeitung kostet Zeit und kann Geräusche, Geruch oder Licht erzeugen. Sucht sie dafür weitere Orte auf, muss sie den Hin- und Rückweg sowie die zusätzliche Belastung berücksichtigen. Mitgeführte Nahrung verringert diesen Aufwand. Sie wird wie die übrige Ausrüstung gegen Verlust und Beschädigung gesichert, damit der Vorrat für die nächste Strecke auch nach einem kurzen Ortswechsel noch verfügbar ist.

Anwendungsbeispiel: getrennt, verletzt und ohne Funkkontakt

Ein einzelner Soldat wird beim Absetzen von seinem Trupp getrennt. Er kennt den letzten gemeinsamen Streckenabschnitt und einen weiter entfernten Anschlussraum. Sein Funkgerät ist beschädigt.

Er verlässt zunächst den unmittelbar bedrohten Ort und erreicht Verdeckung. Dort stellt er fest, dass ein Bein schmerzt, er aber noch sicher auftreten kann. Er prüft sichtbare Verletzungen, die Handhabung seiner Ausrüstung und den verbliebenen Wasservorrat. Aus einem verdeckten Punkt beobachtet er Fahrzeuge auf dem ursprünglich geplanten Weg. Dessen weiteren Verlauf kann er nicht überblicken. Auch kann er aus der Beobachtung nicht schließen, dass der eigene Trupp dort erreichbar ist. Den direkten Weg zum Anschlussraum gibt er deshalb vorerst auf.

Von der letzten sicher bekannten Geländeform aus plant er den Weg neu. Eine Alternative bietet mehr Verdeckung, ist aber länger und enthält einen steilen Abschnitt. Mit dem schmerzenden Bein und wenig Wasser legt er sich nicht sofort auf die gesamte Strecke fest. Er wählt zunächst einen näheren verdeckten Raum, von dem aus er die Fortsetzung besser beurteilen kann. Vor der Bewegung sichert er die Ausrüstung und prüft, welche Verdeckung am Ende des Teilstücks erreichbar ist. An einem unerwarteten Hindernis hält er verdeckt, statt es unter Zeitdruck blind zu überwinden.

Am neuen Ort werden Bein, Wasser und beobachtete Tätigkeit erneut geprüft. Hat sich die Beweglichkeit verschlechtert, braucht er einen brauchbaren Ruhe- und Versorgungsraum; kann er noch weitergehen, wird das nächste erreichbare Teilziel gewählt. Erst wenn eigene Kräfte zuverlässig erkannt und ein Kontakt möglich wird, kann daraus eine abgestimmte Rückkehr entstehen.

Nationale Ausprägungen und ihre praktische Bedeutung

In der deutschen Durchschlageausbildung müssen Teilnehmer dem Gegner ausweichen und Aufnahmepunkte selbstständig erreichen. In einem deutschen Übungsmodell bewegen sich kleine Trupps von zwei oder drei Personen mit beschränkter Ausrüstung unter gegnerischem Druck. Sie entscheiden gemeinsam über Route und Tempo, teilen Wasser und Kraft ein und beobachten auch während notwendiger Ruhephasen. Mehrere Personen können diese Aufgaben untereinander verteilen. Ein alleiniger Soldat muss sie so nacheinander erledigen, wie es seine eigenen Mittel zulassen.

Britische Ausbildung behandelt auch Evasion im bebauten Raum. Dort kann eine langsame, methodische Suche eine Person gefährden, die einen einzelnen Raum nur nach seiner augenblicklichen Sichtverdeckung beurteilt. Beobachtbare Zugänge und Ausgänge werden deshalb ebenso wichtig wie die Verdeckung selbst. Für eine britische Rückführung wird außerdem die Eignung tatsächlich verfügbarer Kräfte, ihrer Ausrüstung und des isolierten Personals gegenüber Umwelt und Gegner beurteilt. Die Person muss ihren Zustand und ihre eigenen Mittel genau mitteilen, sobald ein Kontakt besteht: Davon kann abhängen, welchen Ort sie selbst erreichen muss und welche Aufnahme überhaupt durchführbar ist.

Verbindung und Signale erst bei brauchbarer Gelegenheit

Ein vorhandenes Kommunikationsmittel wird nach den vorbereiteten Einsatzvorgaben benutzt, soweit Gerät und Verbindung dies erlauben. Vor einem Senden aus dem Versteck wird die Gefahr gegnerischer Funkpeilung mitbedacht; ein sichtbares oder hörbares Signal kann ebenfalls den Aufenthaltsort bekannt machen. Die nötigen Mittel bleiben für eine brauchbare Gelegenheit vorbereitet. Wiederholte erfolglose Versuche verbrauchen Batterie und können zusätzliche Hinweise erzeugen.

Kommt eine Verbindung zustande, werden aktueller Ort und die Grundlage dieser Ortsangabe, Zahl und Zustand der Personen, beobachtete gegnerische Tätigkeit sowie vorhandene Signal- und Bewegungsmittel übermittelt. Eine vermutete Position wird als solche angegeben. EPA und ISOPREP haben dabei verschiedene Aufgaben: Der EPA unterstützt das Verständnis der eigenen Absichten, der Isolated Personnel Report die formale Identifikation und Authentifizierung. Die im Voraus gesicherten Identifikationsdaten können den aktuellen Aufenthaltsort nicht ersetzen. Auch eine präzise Position macht die gesonderte Prüfung der Identität erforderlich, bevor sich Rückführungskräfte für die Aufnahme exponieren.

Über eine zustande gekommene Verbindung kann die Person zunächst Hinweise erhalten, Versorgung abstimmen oder ihre weitere Bewegung planen. Eine Aufnahme hängt zusätzlich von verfügbaren Kräften, deren Fähigkeiten und der Lage am Aufnahmeort ab. Ändern sich Zustand, Aufenthaltsort oder Bedrohung, meldet sie dies über die bestehende Verbindung. Sie richtet ihre Bewegung nach den tatsächlich erhaltenen Anweisungen, damit die Rückführungskräfte am richtigen Ort auf die erwartete Person treffen.

Kontakt und Aufnahme durch eigene Kräfte

Ein selbst erreichter Anschluss an eigene Kräfte erfordert bewusstes Herstellen des Kontakts. Ein Fahrzeug oder eine Uniform allein reichen nicht zur Einordnung. Die Person beobachtet die erreichbaren Kräfte und versucht, ihre Zugehörigkeit zu klären, bevor sie sich nähert. Auch eigene Soldaten können einen unbekannten bewaffneten Menschen als Gefahr wahrnehmen. Ruhige Bewegungen und eine erkennbare, nicht bedrohliche Haltung unterstützen die Kontaktaufnahme; überstürztes Zulaufen mit griffbereiter Waffe kann die Lage verschärfen.

Bei einer abgestimmten Aufnahme werden Ausrüstung und lose Gegenstände vorher gesichert und die vorgesehenen Signalmittel bereitgehalten. Die Person bleibt verdeckt, bis die Aufnahme unmittelbar bevorsteht, unterstützt die Erkennung ihrer Position und folgt den Anweisungen der aufnehmenden Kräfte. Sie nähert sich einem Fahrzeug oder Luftfahrzeug erst auf Aufforderung. Am Aufnahmeort zählen auch sichtbare Hindernisse, Hangneigung und weitere Gefahren, die sie den Kräften mitteilen kann. Die praktische Aufnahme richtet sich nach dem tatsächlich eingesetzten Mittel und dessen Besatzung.

Die Isolation endet mit der tatsächlichen Rückkehr unter Kontrolle einer eigenen oder befreundeten Organisation. Danach folgen die erforderliche gesundheitliche Versorgung und die nationale Reintegration. Der Übergang kann durch die eigene Einheit oder durch besondere Rückführungskräfte erfolgen. Wie Meldung, Lokalisierung, Unterstützung, Aufnahme und Reintegration zusammenwirken, erläutert der Beitrag zu Personnel Recovery.