Historische Geschichte · 2026

DUDE 44: Abschuss und Rettung in Iran

Nach dem Abschuss ihrer F-15E im April 2026 landeten zwei amerikanische Flieger getrennt in Iran. Der Pilot wurde am ersten Tag gerettet; sein schwer verletzter Kamerad blieb fast zwei Tage allein im Gebirge.

Eine F-15E Strike Eagle steigt mit noch ausgefahrenem Fahrwerk vor blauem Himmel auf.
F-15E beim Start zu einem Einsatz am 9. März 2026. Die Aufnahme zeigt den Flugzeugtyp, nicht die später abgeschossene DUDE 44.

Am 3. April 2026 wurde eine amerikanische F-15E über Iran abgeschossen. Beide Besatzungsmitglieder konnten sich mit ihren Schleudersitzen retten, landeten jedoch weit voneinander entfernt. Der Pilot wurde noch am selben Tag von einem Hubschrauber aufgenommen. Sein schwer verletzter Kamerad blieb im Gebirge zurück. Ihn zu finden und herauszuholen erforderte einen zweiten, erheblich größeren Einsatz, der erst am Morgen des Ostersonntags abgeschlossen war.

Das Flugzeug hatte das Einsatzrufzeichen DUDE 44 getragen. Nach dem Abschuss wurden die beiden Männer durch die Zusätze Alpha und Bravo unterschieden: Alpha war der Pilot im vorderen Cockpit, Bravo der Waffensystemoffizier auf dem hinteren Sitz. Auf dem Boden mussten sie unabhängig voneinander überleben, während iranische Kräfte nach ihnen suchten.

Der Abschuss und die getrennte Landung

Die F-15E war im Rahmen der amerikanischen Operation Epic Fury über dem Zagrosgebirge eingesetzt. Anders als die einsitzigen Jagdversionen der F-15 besitzt die Strike Eagle zwei Besatzungsmitglieder und ist für Luftkämpfe ebenso wie für Angriffe auf Bodenziele ausgelegt.

Nach der späteren Erklärung Präsident Donald Trumps hatte eine von der Schulter abgefeuerte, wärmesuchende Flugabwehrrakete die Maschine getroffen. Trotz der vorherigen Angriffe auf iranische Luftverteidigungsstellungen blieben solche mobilen Systeme eine Gefahr für Flugzeuge und später auch für die Rettungskräfte. Der Verlust der F-15E zwang langsamere Hubschrauber und Transportflugzeuge in denselben feindlichen Luftraum.

An der amerikanischen Ostküste war es noch der späte Abend des 2. April, in Iran bereits der Morgen des 3. April. Das für den Einsatzraum zuständige Joint Personnel Recovery Center erfasste die beiden Männer als isoliertes Personal. Nachdem Signale aktiver Notsender bestätigt worden waren, wurde der Rettungseinsatz angeordnet. Die Kräfte mussten anschließend die Aufenthaltsorte genauer bestimmen und einen Zugang finden, während am Boden bereits nach den Amerikanern gesucht wurde.

Die Entscheidung, dafür weitere Menschen nach Iran zu schicken, war nach Trumps späterer Schilderung auch innerhalb des amerikanischen Militärs umstritten. Einige Militärs hatten von dem Risiko abgeraten. General Dan Caine, der Vorsitzende der Joint Chiefs of Staff, und Verteidigungsminister Pete Hegseth unterstützten den Einsatz. Die erste freigegebene Rettungsgruppe flog zu Alpha, dessen Aufenthaltsort inzwischen feststand. Die Suche nach Bravo lief weiter.

Bravo hatte die Katapultierung mit schweren Verletzungen überstanden. Er brach sich Rücken, Arm und Schulter; sein Fallschirm war beschädigt. Der Oberst war dennoch in der Lage, sich zu bewegen. Er entfernte sich von seinem Landeplatz und stieg in das felsige Gelände hinauf. Dabei musste er steile Abschnitte überwinden, seine blutenden Wunden versorgen und mit der Ausrüstung auskommen, die ihm nach dem Verlust des Flugzeugs geblieben war.

Die Rettung des Piloten bei Tageslicht

Alpha wurde als Erster genau lokalisiert. Die Amerikaner entschieden sich für einen Zugriff bei Tageslicht, obwohl iranische Kräfte nach ihm suchten. Dafür wurde eine Gruppe von insgesamt 21 Flugzeugen und Hubschraubern eingesetzt. Die eigentliche Aufnahme übernahmen HH-60W Jolly Green II. Mit ihnen flogen Spezialisten der Luftwaffenrettung, darunter Pararescue-Kräfte, die Verletzte auch unter Gefechtsbedingungen erreichen, versorgen und abtransportieren können.

Bis die Hubschrauber beim Piloten eintreffen konnten, mussten andere Maschinen die iranischen Kräfte in seiner Umgebung angreifen und vom Aufnahmeort fernhalten. A-10 Thunderbolt II übernahmen dabei die sogenannte Sandy-Rolle. Ihre Aufgabe bestand in diesem Einsatz darin, den Kontakt zur isolierten Person zu halten, die Rettungskräfte heranzuführen und Gegner zu bekämpfen, die den Piloten oder die anfliegenden Hubschrauber bedrohten. Weitere Kampfflugzeuge und unbemannte Luftfahrzeuge unterstützten sie.

Die lange Anflugstrecke erforderte zudem fliegende Tanker. Die HH-60 wurden unterwegs von C-130 betankt. Die eingesetzten HC-130 Combat King II sind auf Personnel Recovery spezialisiert und können Hubschraubern während des Fluges Treibstoff abgeben. Dadurch ließ sich der Weg zum Piloten zurücklegen, ohne dass die Rettungshubschrauber zuerst innerhalb Irans landen mussten, um Kraftstoff zu übernehmen. Auch für den Rückflug musste genügend Treibstoff verfügbar bleiben.

Eine A-10, deren Pilot vor allem die Verbindung zu Alpha hielt, wurde bei den Kämpfen getroffen. Der Pilot setzte seinen Auftrag zunächst fort und flog anschließend in ein anderes Land. Dort stellte er fest, dass er das beschädigte Flugzeug nicht sicher landen konnte. Er katapultierte sich über befreundetem Gebiet und wurde ebenfalls gerettet.

Die Hubschrauber erreichten Alpha und nahmen ihn auf. Beim Abflug geriet die hintere Maschine unter Beschuss; ihre Besatzung erlitt leichte Verletzungen. Trotzdem gelang der Rückflug. Am Freitagnachmittag befand sich der Pilot wieder in Sicherheit.

Bravo bleibt im Gebirge

Bravo entfernte sich von seiner Landestelle, um der Suche am Boden auszuweichen. Die iranischen Revolutionsgarden, weitere bewaffnete Kräfte und örtliche Behörden waren an der Suche beteiligt. Auch die Bevölkerung sollte durch eine ausgesetzte Belohnung dazu gebracht werden, die Amerikaner aufzuspüren. Bravo musste sich deshalb vor Menschen verbergen, die das Gelände aufsuchten.

Sein Aufstieg vergrößerte den Abstand zur Landestelle, verlangte ihm aber trotz der Verletzungen erhebliche körperliche Arbeit ab. Am Samstag verbarg er sich in einer Felsspalte. Er führte ein persönliches Notfunkgerät mit, über das er seinen Aufenthaltsort übermittelte. Das steile Gelände erschwerte den Zugang der Retter.

Hegseth zufolge verschob sich der erwogene Zugriff am Freitagabend um einen Tag. Im kalten, windigen Gebirge hatte Bravo kaum Wasser und Nahrung. Am Samstag, dem 4. April, bestand eine bestätigte Verbindung zu Bravo. Mit Unterstützung der CIA hatten die amerikanischen Kräfte seinen Aufenthaltsort genau bestimmt und ihn durch Sichtbeobachtung identifiziert. CIA-Direktor John Ratcliffe beschrieb später die Meldung, dass Bravo lebte und in einer Felsspalte verborgen war. Die Bestätigung ging über Hegseth an den Präsidenten. Auf Empfehlung des CENTCOM-Kommandeurs wurde der zweite Zugriff freigegeben. Währenddessen griffen amerikanische Luftfahrzeuge gegnerische Suchkräfte an, um sie von Bravo fernzuhalten.

Ein zweiter Einsatz mit deutlich mehr Kräften

Für den zweiten Zugriff setzten die Amerikaner eine wesentlich größere Rettungsgruppe ein, weil die iranischen Kräfte inzwischen mehr Zeit für die Suche nach Bravo gehabt hatten. Präsident Donald Trump nannte nach dem Einsatz 155 beteiligte Luftfahrzeuge, darunter Bomber, Kampfflugzeuge, Tanker und Rettungsflugzeuge. Die Zahl bezog sich auf die Unterstützung dieser Operation insgesamt. Nicht alle Maschinen konnten oder mussten gleichzeitig über Bravo stehen: Ein Teil griff gegnerische Kräfte an, andere sorgten für Aufklärung, Luftschutz, Treibstoff oder Transport.

Die Einsatzkoordinatorin mit dem Rufnamen Peaches und ihr Team mussten Flugzeuge mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten, Höhen, Kraftstoffvorräten und Aufgaben zusammenführen. Luftwaffenchef Ken Wilsbach hob ihre Arbeit im September hervor. Er bezifferte den von diesem Team über rund fünfzig Stunden koordinierten Gesamtumfang auf 176 Luftfahrzeuge. Das war eine spätere Angabe zur gesamten Rettungsanstrengung, nicht Trumps Zahl für die zweite Operation. Tanker ermöglichten längere Einsatzzeiten, während Wartungsmannschaften zusätzliche Jagdflugzeuge startklar machten.

Die Suche wurde zudem durch Täuschung unterstützt. Amerikanische Aktivitäten an unterschiedlichen Stellen sollten die iranischen Kräfte im Unklaren darüber lassen, wo die tatsächliche Aufnahme bevorstand. Die Aufnahme musste unter ungünstigen Wetterbedingungen organisiert werden.

Zwei MC-130J Commando II brachten Personal, Material und drei zerlegte A/MH-6 Little Bird auf ein provisorisches Landefeld in landwirtschaftlich genutztem Gelände. Die Rotoren der kleinen Hubschrauber waren für den Transport abgenommen worden. Nach dem Entladen setzten Techniker die drei Maschinen innerhalb weniger Minuten wieder flugbereit zusammen. Die Little Birds übernahmen den kurzen Weg in das Gebirge; die MC-130J hatten Kräfte und Gerät über die große Entfernung bis zum vorgeschobenen Platz gebracht.

Die Aufnahme erfolgte in der Nacht vom Samstag auf den Sonntag. A-10 in der Sandy-Rolle und weitere Luftfahrzeuge schützten die Einsatzkräfte. Bravo wurde erreicht und aus seinem Aufenthaltsort abtransportiert. Nach fast zwei Tagen der Isolation war er wieder bei amerikanischen Soldaten.

Die Transportflugzeuge kommen nicht mehr frei

Auf dem provisorischen Landefeld entstand ein neues Problem. Die beiden MC-130J standen in weichem, feuchtem Sand und konnten nicht wieder starten. Die Fläche hatte die Landung zugelassen, hielt dem Startlauf der beladenen Maschinen aber nicht stand. Auch zwei der Army-Little-Birds blieben zurück. Damit saßen neben Bravo mehr als neunzig Angehörige der Rettungskräfte auf dem vorgeschobenen Platz fest.

Drei leichtere Ersatzflugzeuge kamen nacheinander auf die begrenzte Fläche, nahmen Bravo und die Rettungskräfte auf und flogen wieder ab. Die zwei MC-130J und die zurückgebliebenen Little Birds wurden anschließend durch US-Kräfte zerstört, damit Flugzeuge, Geräte und sensible Ausrüstung nicht in iranische Hände fielen.

Trump erklärte später, man habe darauf verzichtet, die verbliebene Ausrüstung vor der Sprengung noch über Stunden auszuladen. Mit dem Wechsel auf die kleineren Ersatzmaschinen fiel die Entscheidung, die Menschen herauszubringen und das verbliebene Material zurückzulassen.

Iran schilderte die Verluste anders. Ein Sprecher des Hauptquartiers Khatam al-Anbiya erklärte am 5. April, iranische Kräfte hätten die Rettung vereitelt und im Süden der Provinz Isfahan amerikanische Transportflugzeuge und Hubschrauber zerstört. Diese Darstellung widersprach der amerikanischen Erklärung, die festgefahrenen Maschinen selbst gesprengt und das Personal evakuiert zu haben. Die veröffentlichten Wrackbilder allein klärten nicht, wodurch jedes einzelne Flugzeug zerstört worden war.

Zurück aus Iran

Am Morgen des 5. April nach iranischem Datum war auch Bravo wieder auf befreundetem Gebiet. An der amerikanischen Ostküste hatte gerade der Ostersonntag begonnen. Das Joint Personnel Recovery Center meldete, dass beide Mitglieder von DUDE 44 zurückgekehrt waren. Seit der Erfassung der Isolation waren ungefähr 50 Stunden vergangen.

Im September trat Bravo mit seinem Einsatzrufzeichen öffentlich auf und berichtete von der Isolation. Wilsbach gab im selben Monat bekannt, dass zehn Luftwaffenangehörige für ihren Einsatz bei der DUDE-44-Rettung außerordentlich befördert worden waren.

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