
Combat Survival bedeutet, unter militärischer Bedrohung am Leben zu bleiben und die eigene Rückkehr zu ermöglichen. Eine von ihren Kräften getrennte Person muss Verletzungen, Witterung, Wassermangel und Erschöpfung bewältigen, während sie zugleich Entdeckung und Gefangennahme vermeidet. Ein Feuer wärmt, kann aber den Aufenthaltsort verraten. An einer Wasserstelle lässt sich der Vorrat ergänzen, doch schon die Annäherung kann gefährlich sein. Ein Marsch schafft Abstand zur Bedrohung und verbraucht womöglich die letzte Kraft. Beim militärischen Überleben muss die Person diese Folgen bei jeder Entscheidung gegeneinander abwägen.
Eine solche Lage entsteht etwa nach einer erzwungenen Landung, nach der Trennung von einer Patrouille oder wenn ein Soldat von eigenen Kräften abgeschnitten wird. Die reguläre Versorgung und der vorgesehene Kontakt können dabei ausfallen. Mit der mitgeführten, gefundenen oder geborgenen Ausrüstung muss die Person sich nun schützen, versorgen, orientieren und gegebenenfalls Verbindung aufnehmen. Sie prüft, welche Mittel dafür noch brauchbar sind und wie lange sie damit auskommen kann.
Die dringendste Aufgabe bestimmen
Zuerst müssen unmittelbare Gefahren beurteilt werden: Beschuss oder drohende Gefangennahme, Feuer am Fahrzeug, starke Blutung, eine exponierte Position. Eine ausführliche Bestandsaufnahme an einem solchen Ort verlängert die Gefährdung. Soweit die eigene Beweglichkeit es zulässt, wird zunächst ein erreichbarer geschützter Ort aufgesucht. Eine lebensbedrohliche äußere Blutung muss die Person so früh wie möglich selbst stillen. Was zuerst möglich ist, hängt davon ab, welcher Gefahr sie gerade ausgesetzt ist.
Am geeigneten Halt folgt die geordnete Lageaufnahme. Wo befindet sich die Person, und worauf beruht diese Positionsannahme? Welche gegnerische Aktivität ist tatsächlich beobachtet worden? Wie schränken Verletzungen, nasse Kleidung oder Erschöpfung die nächsten Schritte ein? Was ist an Wasser, Verpflegung, Schutzmaterial, Erstversorgungs- und Orientierungsmitteln vorhanden?
Aus dieser Lageaufnahme ergibt sich der nächste konkrete Schritt: Blutung kontrollieren, weiteren Wärmeverlust begrenzen, den Standort bestätigen, einen erreichbaren Ruhepunkt aufsuchen oder den nächsten Bewegungsabschnitt prüfen. Bestehen mehrere Probleme gleichzeitig, wird das dringendste zuerst angegangen. Danach prüft die Person erneut, was sich verändert hat.
Den eigenen Zustand erhalten und neu beurteilen
Eine erreichbare blutende Wunde kann die Person zunächst mit direktem Druck und vorhandenem geeignetem Verbandsmaterial selbst versorgen. Bei lebensbedrohlicher Blutung an Arm oder Bein kann ein dafür vorgesehenes Tourniquet den Blutfluss unterbrechen. Voraussetzung sind das vorhandene Gerät und die eingeübte Anwendung. Am geschützten Halt und nach Bewegung wird geprüft, ob die Blutung wirklich gestoppt bleibt. Ein zur Blutungsstillung angelegtes Tourniquet wird bei fehlender medizinischer Aufsicht nicht wegen Schmerzen oder einer Marschpause gelockert. Die Anlagezeit wird festgehalten.
Eine Verletzung verändert auch den Bedarf an Wärmeschutz und die Möglichkeiten zur Weiterbewegung. Kalter Boden, Wind und nasse Kleidung entziehen einem ruhenden Verletzten weiter Wärme. Eine isolierende Unterlage und Schutz vor Wind und Niederschlag gehören deshalb zur Versorgung. Nach einer ersten Maßnahme können weitere Wunden sichtbar werden; die Kontrolle des Körpers wird am geeigneten Halt fortgesetzt. Auch nach der Erstversorgung richtet sich der weitere Weg danach, wie beweglich die Person noch ist, welche Vorräte sie besitzt und welche Gefahren bestehen.
Die Länge der nächsten Strecke richtet sich nach der aktuellen Belastbarkeit. Ein Bein, das bei einem kurzen Ortswechsel trägt, kann bei einem langen Umweg versagen. Eine Handverletzung kann das Öffnen von Verschlüssen, den Umgang mit einem Verband, Trinkgefäß oder Signalmittel erschweren. Unverzichtbare Ausrüstung muss deshalb so erreichbar und gesichert bleiben, dass sie trotz der Verletzung verwendet werden kann. Wer Gepäck ablegt, muss die Mittel behalten, die am nächsten Halt für Schutz und Versorgung gebraucht werden.
Schlafmangel, Angst und Erschöpfung können zu vergessenen Gegenständen, unklaren Entscheidungen und wiederholten Orientierungsfehlern führen. Bei solchen Fehlern hilft es, sich auf einen kürzeren Abschnitt zu beschränken: am verdeckten Halt Standort und Ausrüstung prüfen, den nächsten eindeutig erkennbaren Geländebezug festlegen und zunächst nur bis dorthin gehen. Ruhe erhält die Kraft für spätere schwierige Strecken. Entsteht am Ruheplatz eine neue Gefahr, kann trotz Erschöpfung ein weiterer Ortswechsel nötig werden.
Verletzung, Kälte und Versorgung: ein Isolationsbeispiel
Angenommen, eine Person ist nach der Trennung von eigenen Kräften in kaltem Regen unterwegs. Ein Bein ist nur begrenzt belastbar. Sie besitzt einen Wasserrest, Verpflegung und Material für den Wetterschutz, aber keine bestätigte Funkverbindung. Die ungefähre Position ist bekannt, ein ferner Rückkehrpunkt bislang nur auf der Karte. Wer jetzt sofort einen langen Marsch beginnt, bleibt dem Wetter ausgesetzt und verbraucht weitere Vorräte und Kraft. Zudem ist ungewiss, ob das Bein den ganzen Weg trägt.
Zunächst prüft die Person, wo sie der unmittelbaren Bedrohung im erreichbaren Gelände ausweichen kann. Von einem offenen Ort aus wechselt sie in nahe geeignete Verdeckung, sofern sie sich bewegen kann. Dort prüft sie Verletzung, Ausrüstung und tatsächlichen Standort. An einem ausreichend geschützten Halt kann sie sich mit dem vorhandenen Material gegen Wind und Regen schützen und mit einer Unterlage vom kalten Boden isolieren. Ist das dort nicht möglich, muss die nächste kurze Strecke zu einem geeigneteren Ruheplatz führen.
Bei der Suche auf der Karte nach einer Wasserstelle muss die Person abschätzen, wie weit ihr restlicher Vorrat reicht. Eine eingezeichnete Quelle kommt nur infrage, wenn sie erreichbar ist und das Wasser mit den vorhandenen Mitteln aufbereitet werden kann. Ein langer Abstieg kann das verletzte Bein überlasten; eine offene Annäherung erhöht die Entdeckungsgefahr. Je nach verbleibender Strecke und Kraft kann es besser sein, zunächst den vorhandenen Vorrat zu nutzen, einen geschützteren Zugang zu suchen oder einen anderen Halt anzusteuern.
Nach einer geschützten Ruhepause wird die Bewegung erneut beurteilt. Ist die Person noch ausreichend beweglich, plant sie einen kurzen Abschnitt bis zu einem erkennbaren Geländebezug. Verschlechtert sich das Bein oder taucht neue gegnerische Aktivität auf, wird dieses Ziel neu bewertet. Gelingt es, Verbindung aufzunehmen, können Standort, eingeschränkte Beweglichkeit und örtliche Gefahren übermittelt werden. Bis das weitere Vorgehen bestätigt ist, muss die Person weiterhin selbst für Schutz und Versorgung sorgen. Auch auf den folgenden Abschnitten hängt der Weg zum Rückkehrpunkt davon ab, ob das Bein belastbar bleibt und Wasser sowie Schutz ausreichen.
Schutz und Verbergen gemeinsam planen
Kleidung, Unterlage und Wetterschutz erfüllen verschiedene Aufgaben. Bekleidung hält isolierende Luftschichten am Körper; Wind und Nässe vermindern ihre Schutzwirkung. Bei anstrengender Bewegung muss die Person rechtzeitig gegensteuern, wenn ihr zu warm wird, damit die Bekleidung nicht zusätzlich durch Schweiß durchnässt wird. Bei einem längeren Halt erzeugt der Körper weniger Wärme und braucht wieder mehr Schutz. Das vorhandene Material muss Wind und Niederschlag so weit abhalten, dass die Person darunter ruhen kann.
Ein verdeckter Platz kann zum Ruhen ungeeignet sein. Kalter, nasser Boden entzieht Wärme durch direkten Kontakt. Eine Rinne kann bei Regen Wasser führen; eine enge Geländetasche kann die weitere Bewegung erschweren. Der Ruhepunkt braucht deshalb genügend Witterungsschutz, brauchbare Verdeckung, einsehbare Annäherungswege und eine Möglichkeit zur Weiterbewegung. Vorhandene Geländeformen und mitgeführtes Material können dafür weniger Aufwand erfordern als ein aufwendiger Schutzbau. Bei der Auswahl eines Hide Site oder Hole-up müssen diese Anforderungen zum Zweck des Aufenthalts passen.
Feuer kann wärmen, Wasser erhitzen oder Verpflegung zubereiten. Licht, Rauch, Geruch und das Sammeln und Bearbeiten von Brennmaterial können den Aufenthalt aber verraten. Zuerst wird geprüft, ob der vorhandene Wind-, Nässe- und Bodenschutz ausreicht, um warm zu bleiben. Wird dringend zusätzliche Wärme gebraucht oder ist Feuer für die Versorgung nötig, muss sein Nutzen gegen die konkrete Entdeckungsgefahr abgewogen werden. Wer auf Feuer verzichtet und weiter auskühlt, braucht einen anderen wirksamen Wärmeschutz.
Wasser, Verpflegung und Marschplanung
Wasserplanung besteht aus Vorrat, erreichbarer Quelle, geeigneter Aufbereitung und geschützter Aufbewahrung. Der mitgeführte Trinkvorrat verschafft Handlungsspielraum, weil die Person nicht sofort eine Wasserstelle aufsuchen muss. Anstrengung und Hitze vergrößern den Verlust. Der Weg zu einer weiteren Quelle kostet wiederum Kraft und kann über Gelände führen, in dem die Person leichter entdeckt wird. Eine Route wird deshalb mit dem vorhandenen Vorrat und den tatsächlich nutzbaren Versorgungsmöglichkeiten geplant.
Eine Wasserstelle zu finden ist erst ein Teil der Aufgabe. Das vorhandene Aufbereitungsmittel muss für das Wasser und die beabsichtigte Verwendung geeignet sein und entsprechend seiner Gebrauchsvorgaben eingesetzt werden. Dafür können Behälter, Zeit, Brennstoff oder ein noch funktionsfähiges Gerät nötig sein. Anschließend wird aufbereitetes Wasser in einem sauberen geschlossenen Gefäß aufbewahrt. Am Halt wird geprüft, ob der verbleibende Vorrat für den nächsten Abschnitt und die anschließende Ruhe reicht. Falls nicht, muss sich die weitere Route auch danach richten, wo eine nutzbare Wasserstelle erreichbar ist.
Verpflegung liefert Energie für weitere Arbeit und Bewegung. Nahrung zu beschaffen und zuzubereiten kostet jedoch Zeit und Kraft und kann die Person länger an einen Ort binden, als die Lage erlaubt. Die vorhandene geeignete Verpflegung wird entsprechend der erwarteten Beanspruchung eingeteilt. Vor der Suche nach weiterer Nahrung ist zu prüfen, ob Wasserbeschaffung, Verletzungsversorgung, Ruhe oder ein Ortswechsel dringender sind. Eine aufwendige Suche und ein anschließendes Kochfeuer können den Aufenthalt verlängern und verraten. Ein knappes Zeitfenster für sichere Weiterbewegung kann deshalb Vorrang vor der Ergänzung des Nahrungsvorrats haben.
Halten, weitergehen und den eigenen Weg prüfen
Bewegung braucht einen Zweck: Abstand zu einer konkreten Gefahr, einen geschützteren Ruhepunkt, Versorgung oder eine erreichbare Rückkehrmöglichkeit. Bleiben erhält Kraft und vermindert bewegungsbedingte Entdeckung, solange der Ort dafür geeignet ist. Werden Aufenthalt oder unmittelbare Umgebung gefährlich, kann Bewegung notwendig werden, obwohl die Person erschöpft ist. Ein bekanntes Ziel, ein brauchbarer Weg und die eigene Fähigkeit, ihn zu bewältigen, werden gemeinsam geprüft.
Der kürzeste Weg kann über eine offene Fläche führen. Ein längerer verdeckter Weg kann dagegen steil, nass oder für einen Verletzten nicht begehbar sein. Bei der Auswahl zählen die Einsehbarkeit des Wegs, das Gelände, die zusätzliche Beanspruchung und der Nutzen des Ziels. Dunkelheit kann die Beobachtung erschweren, macht aber auch Boden und Hindernisse schlechter erkennbar und erschwert die Orientierung. Mit Nachtbeobachtung lässt sich das Gelände vor der Weiterbewegung prüfen.
Eine geplante Strecke wird in Abschnitte unterteilt, deren Verlauf sich unterwegs überprüfen lässt. Vor dem Aufbruch stehen der aktuelle Standort, der nächste erkennbare Geländebezug und der Grund für den Ortswechsel fest. Unterwegs vergleicht die Person Richtung, Gelände und zurückgelegte Strecke mit ihrer Planung. Stimmen sie nicht mehr überein, klärt sie die Abweichung am geeigneten Halt, bevor sie weitere Kraft für einen Weg in unbekannte Richtung verbraucht. Nach einem Umweg um ein Hindernis muss sie den veränderten Verlauf und die zusätzliche Beanspruchung in die weitere Planung einbeziehen.
Welche Hinweise der eigene Aufenthalt erzeugt
Entdeckung kann durch die Person selbst oder durch Zeichen ihres Aufenthalts beginnen. Bewegung zieht Aufmerksamkeit auf sich; eine Körperkontur vor einem helleren Hintergrund ist leichter erkennbar als innerhalb einer passenden Geländeform. Glänzende Gegenstände, Licht, klingendes Metall oder Alarmtöne können einen verdeckten Aufenthalt verraten. Deshalb werden lose Ausrüstungsteile gesichert, unbeabsichtigte Töne unterbunden und sichtbare Reflexe vor dem Weitergehen geprüft. Verdeckung wird aus den möglichen Blickrichtungen beurteilt, nicht nur aus der eigenen Sicht auf das Umfeld.
Auch beim Halt entstehen Hinweise. Abgeknickte Vegetation, aufgewühlter Untergrund und wiederholt benutzte Zugänge können Aufenthalt oder Bewegungsrichtung erkennbar machen. Ein mit wenig Veränderung nutzbarer Platz spart Arbeit und hinterlässt weniger zusätzliche Zeichen. Zur Spurenverminderung gehört deshalb, bereits bei der Platzwahl auf den nötigen Eingriff in die Umgebung zu achten. Auch der Zugang muss unauffällig bleiben, damit Spuren nicht zu der verdeckten Person führen.
Eine optisch verdeckte Körperkontur ist nicht gleichbedeutend mit einer unauffälligen Wärmesignatur. Bei der Beobachtung im Wärmebild zählen die abgestrahlte Wärme und die Eigenschaften dazwischenliegender Materialien. Bei der Auswahl und Verwendung von Schutzmaterial muss die Person deshalb sowohl den Wärmeverlust als auch mögliche Beobachtung berücksichtigen. Tarnfarben allein machen einen wärmenden Schutz nicht zu einer Abschirmung gegen Wärmebildgeräte.
Ausrüstung nutzen und Aufgaben in der Gruppe verteilen
Die Ausrüstung wird nach ihren Funktionen geordnet. Was steht für Erstversorgung, Witterungsschutz, Trinkwasser, Orientierung und Verbindung zur Verfügung? Ist es vollständig, erreichbar und verwendbar? Wird ein Gegenstand für mehrere Zwecke gebraucht, kann er an anderer Stelle fehlen: Material für einen Schutzbau steht dann womöglich nicht mehr für Transport, Wasserspeicherung oder Signalisierung zur Verfügung. Das muss vor seiner Verwendung bedacht werden.
Sind mehrere Personen zusammen isoliert, richten sich Aufgaben und gemeinsame Strecke danach, was die einzelnen Mitglieder noch leisten können. Eine Person kann beobachten, während eine andere einen Verband oder den Vorrat prüft. Ist jemand nur eingeschränkt beweglich, muss der nächste Halt auch für diese Person erreichbar sein. Kurze gegenseitige Kontrollen helfen, fehlendes Material, übersehene Verletzungen und widersprüchliche Standortannahmen zu erkennen. Die Gruppe stimmt ihre Aufgaben so ab, dass dabei nicht unnötig Licht, Geräusche, Spuren oder Bewegung entstehen.
Informationen vor einer Gefangennahme schützen
Militärische Isolation betrifft auch Informationen über die Person, eigene Kräfte und die beabsichtigte Rückkehr. Eine offene Meldung kann Standort und Absicht an unerwünschte Empfänger geben. Ein mitgeführter Plan oder auffällige Markierungen auf einer Karte können nach Erbeutung den vorgesehenen Weg und das Ziel offenlegen. Die Person gibt deshalb sensible Angaben über eigene Kräfte, geplante Rückkehrwege oder Identifizierungsverfahren nicht über einen offenen Kanal weiter. Auf mitgeführten Karten vermeidet sie unnötige Einträge zur eigenen Bewegungsabsicht; die für die Orientierung benötigten Geländebezüge bleiben nutzbar.
Vorbereitete Unterlagen erfüllen unterschiedliche Funktionen. Ein Evasion Plan of Action beschreibt das beabsichtigte Verhalten bei Isolation und hilft eigenen Kräften, ihre Suche auf den vorgesehenen Weg abzustimmen. Ein Isolated Personnel Report unterstützt Identifizierung und Authentifizierung. Beides ersetzt keine aktuelle Positions- und Zustandsangabe. Ob die Person von ihrem Plan abweichen muss, richtet sich nach der tatsächlichen Bedrohung, ihrer Beweglichkeit und ihren Vorräten. Besteht später eine bestätigte Verbindung, kann sie die Änderung melden.
Vom eigenen Überleben zur tatsächlichen Rückkehr
Die Person kann aus eigener Kraft ein Gebiet unter Kontrolle eigener oder verbündeter Kräfte erreichen oder durch organisierte Aufnahme zurückkehren. Wie Personnel Recovery durchgeführt werden kann, hängt von ihrem Zustand, den verfügbaren Kräften und dem Gelände ab. Eine stark eingeschränkte Beweglichkeit erfordert ein anderes Vorgehen als bei einer gehfähigen Person; ein erreichbarer Ort kann für die vorgesehene Aufnahme dennoch ungeeignet sein. Zur Vorbereitung gehören deshalb die Erhaltung der eigenen Handlungsfähigkeit und genaue Angaben über Zustand und Umgebung.
Besteht eine verwendbare Verbindung, werden Standort und dessen Bezug, Anzahl der Personen, Verletzungen und Bewegungsgrenzen, beobachtete Gefahren sowie vorhandene Signalmittel übermittelt. Eine unklare Position wird als solche behandelt und anhand weiterer Angaben überprüft. Unabhängig von der Positionsprüfung wird durch Authentifizierung geklärt, ob die Kontaktperson tatsächlich die aufzunehmende Person ist. Ein vertrauter Rufname reicht dafür nicht aus.
Fehlt die Funkverbindung, können vorhandene visuelle Signalmittel den Kontakt zu Aufnahmekräften unterstützen. Vor dem Einsatz prüft die Person, wem sie signalisieren will, wer das Signal sonst sehen könnte und welche Verfahren für den Einsatz vorbereitet wurden. Ein offen sichtbares Signal kann auch gegnerische Aufmerksamkeit erzeugen. Deshalb ist ein unbekanntes Luftfahrzeug oder Fahrzeug noch kein Anlass, die Verdeckung aufzugeben. Die Person hält ein geeignetes Signalmittel bereit und setzt es ein, wenn der Kontakt zu den Aufnahmekräften erkennbar ist oder nach dem vereinbarten Verfahren zustande kommt.
Bei bestätigter Aufnahme werden Ausrüstung, Verbände und Schutzmittel gesichert. Die Person hilft den aufnehmenden Kräften, ihren genauen Ort zu erkennen, teilt Einschränkungen ihrer Beweglichkeit mit und folgt deren Anweisungen. Überraschende Bewegungen und eigenmächtiges Annähern an das Fahrzeug erschweren die sichere Aufnahme; die Annäherung beginnt auf Anweisung. Erst wenn die Person tatsächlich unter Kontrolle eigener oder verbündeter Kräfte steht, ist die Aufnahme abgeschlossen. Danach werden die Folgen der Isolation durch medizinische und psychologische Versorgung sowie Reintegration aufgearbeitet.
Combat Survival im Zusammenhang mit SERE und Gefangenschaft
SERE verbindet Survival, Evasion, Resistance und je nach System Escape oder Extraction. Beim Combat Survival muss die Person zugleich ihren Körper versorgen und gegnerischer Bedrohung begegnen. Bei einem verdeckten Ruhehalt überschneiden sich diese Aufgaben unmittelbar: Die Person soll sich erholen, unentdeckt bleiben und die nächste Etappe ihrer Rückkehr vorbereiten. Welche Inhalte zu Gefangenschaft und Aufnahme dazugehören, hängt vom jeweiligen nationalen Lehrgang ab.
In Gefangenschaft kann die Person nur noch eingeschränkt selbst über ihre Versorgung und Bewegung entscheiden und muss ihr Überleben unter diesen Bedingungen sichern. Hinzu kommen Befragung, Ausnutzung für Informationen oder Propaganda und Verantwortung gegenüber Mitgefangenen. Resistance bereitet auf den Umgang mit dieser Ausnutzung vor. Angaben über Kameraden oder eigene Planung können andere Personen gefährden. Für Angehörige der US-Streitkräfte legt der Code of Conduct nationale Vorgaben für Auskünfte und Verhalten fest und verlangt den Schutz von Mitgefangenen. Andere Streitkräfte vermitteln ihre eigenen Verhaltensvorgaben.
Der britische Aircrew Combat Survival Course verband in seiner früheren Ausgestaltung Combat Survival ausdrücklich mit Conduct After Capture, also Verhalten nach Gefangennahme. Auch in der australischen Ausbildung für Luftfahrzeugbesatzungen werden Combat Survival und SERE zusammen vermittelt. In diesen Ausbildungen reicht Combat Survival über Wasser, Unterkunft und Ernährung hinaus und schließt das Verhalten nach Gefangennahme ein.
Wie diese Aufgaben in der Ausbildung zusammenkommen
In der deutschen SERE-B-Ausbildung werden theoretische und praktische Anteile miteinander verbunden. Unterkunft, Feuer, Wasseraufbereitung und Nahrungszubereitung dienen der körperlichen Versorgung. Der Evasion Plan of Action hält das beabsichtigte Verhalten fest, der Isolated Personnel Report unterstützt die Identifizierung. Die Ausbildung im Verhalten bei Wiederaufnahme bereitet auf die Zusammenarbeit mit dem Rückführungsteam vor. Level B vermittelt damit praktische Fähigkeiten für die Zeit zwischen Trennung und Wiederaufnahme. Level C vertieft Überleben und Durchschlagen sowie Verhalten in Kriegsgefangenschaft. Resistance to Interrogation ist in dieser deutschen Ausbildungsform ein zusätzliches Modul vor allem für Spezialkräfte und Luftfahrzeugbesatzungen.
Bei der US Air Force beginnt die Vorbereitung von Luftfahrzeugbesatzungen bereits mit der Luftfahrzeugnotlage und Landung. Im Gelände folgen unter anderem Überlebensmedizin, Tag- und Nachtorientierung, Evasion und Tarnung, Versorgung, Unterkunft sowie Signale und Rückführungsausrüstung. Gesonderte Wasserprogramme behandeln das Überleben auf dem Wasser und die dafür vorhandenen Rettungsmittel. Wo die Person landet und welche Ausrüstung sie noch besitzt, bestimmt ihre erste Aufgabe. Verfügbare Signalgeräte, die nach der Landung verbliebene Beweglichkeit und brauchbares Schutzmaterial beeinflussen auch die weitere Evasion unmittelbar.
Die australische Aircrew-SERE-Ausbildung bereitet auf erzwungene Landung oder Trennung von eigenen oder verbündeten Kräften im Kampfumfeld vor. Praktische Anteile betreffen See und Küste, Trockenräume und Dschungel; Schwimmen gehört zum beschriebenen Kurs. Evasion wird mit Widerstand gegen Befragung, Indoktrination und Ausnutzung sowie Escape verbunden. Ein abschließendes Evasion- und Capture-Szenario führt diese Aufgaben zusammen. Je nach Umgebung stehen andere Mittel und Möglichkeiten zum Überleben zur Verfügung; die Vorbereitung auf gegnerische Bedrohung setzt sich auch nach diesen Ausbildungsabschnitten fort.
Combat Survival ist Teil des britischen Mountain-Leader-2-Lehrgangs. Dessen Absolventen bilden andere Soldaten in Mountain & Cold Weather Warfare im Winter und Sommer aus und werden auf die Verwendung als Surveillance-and-Reconnaissance-Patrouillenführer vorbereitet. Für solche Aufklärungspatrouillen lernen sie neben der Bewegung im Gebirge auch Survival. Combat Survival gehört hier zur Qualifikation von Ausbildern und Patrouillenführern; im früheren Aircrew Combat Survival Course umfasste es ausdrücklich auch das Verhalten nach Gefangennahme.
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