EPIRB steht für Emergency Position Indicating Radio Beacon: eine maritime Notfunkbake zur Alarmierung von Such- und Rettungsdiensten. Sie gehört zur Seenotausrüstung eines Schiffs oder Boots. Eine 406-MHz-EPIRB sendet eine digitale Notmeldung mit Gerätekennung über Cospas-Sarsat; entsprechend ausgestattete Modelle übermitteln zusätzlich ihre satellitengestützt ermittelte Position.
Notfunkbake für Schiff und Überlebende
Die EPIRB macht eine Seenotlage für Rettungsstellen erkennbar und unterstützt das Auffinden des Senders. Ihre Kennung lässt sich über die Registrierung einem Schiff und seinen Kontaktpersonen zuordnen. Damit unterscheidet sie sich von einem gewöhnlichen Navigationsgerät, das lediglich die eigene Position bestimmt, und von einem Funkgerät für laufende Gespräche.
Bei Schiffbruch, Verlassen des Schiffs oder einer getrennten Gruppe ist wichtig, wo sich die Bake tatsächlich befindet. Die Ortung gilt dem Sender; sie zeigt nicht von selbst die Position jedes Überlebenden. Das betrifft auch militärisches Überleben auf See: Ein technisch empfangener Seenotalarm ist noch kein zugesagter taktischer Rückführungsauftrag. Die zuständige Rettungsleitstelle klärt die Notlage und entscheidet über den Einsatz verfügbarer Kräfte.
Freisetzung und Aktivierung sind zwei Vorgänge
Eine EPIRB kann von Hand aus ihrer Halterung genommen und über die vorgesehenen Bedienelemente eingeschaltet werden. Auch eine automatisch freischwimmende Ausführung kann diesen manuellen Weg besitzen.
Bei einer float-free-Ausführung gibt eine Hydrostatic Release Unit, kurz HRU, die Halterung unter dem vorgesehenen Wasserdruck frei. Die schwimmfähige Bake kann sich dadurch vom sinkenden Schiff lösen. Diese mechanische Freisetzung ist von der elektrischen Aktivierung des Notsenders zu unterscheiden.
Bei einer entsprechenden Bauart aktiviert ein Wasserschalter den freigesetzten Sender, sobald er dem Wasser ausgesetzt ist. Der Schwimmkörper hält die Bake an der Oberfläche mit nach oben gerichteter Antenne. Die Elektronik muss nicht erst beim Erreichen der Oberfläche eingeschaltet werden.
| Funktion | Aufgabe |
|---|---|
| Halterung und HRU | Die Bake sichern und bei der vorgesehenen Druckbeanspruchung freigeben. |
| Manuelle Bedienung oder Wasserschalter | Den Notsender entsprechend seiner Bauart elektrisch aktivieren. |
| Schwimmkörper und Antenne | Den für die Aussendung vorgesehenen Betrieb an der Wasseroberfläche ermöglichen. |
Die in den USA verwendeten Bezeichnungen Category I und Category II verdeutlichen diese Trennung. Category I besitzt eine automatische Freisetzung. Bei Category II muss das Gerät von Hand aus der Halterung genommen werden; die Aktivierung kann dennoch je nach Modell manuell oder durch Eintauchen erfolgen.
Warum Einbau und Bauform entscheidend sind
Eine freigegebene Bake braucht einen freien Weg aus ihrer Halterung und an die Oberfläche. Aufbauten oder andere Hindernisse können sie festhalten. Auch eine ungeeignete Verbindung mit dem sinkenden Schiff kann das vorgesehene Freischwimmen verhindern. Zugleich muss die Anbringung eine manuelle Entnahme ermöglichen und das Gerät vor Beschädigung schützen.
Sender, Halterung und Freisetzmechanismus müssen als passende Kombination vorgesehen sein. Eine beliebige manuell entnehmbare EPIRB wird nicht durch das Einsetzen in irgendeine automatische Halterung zu einem funktionierenden float-free-System. Ebenso kann ein elektronischer Selbsttest nicht allein bestätigen, dass eine Halterung freigibt oder der Weg nach außen unversperrt ist.
Der vorgesehene Betrieb unterscheidet sich zwischen Bauformen. Manche EPIRBs benötigen für ihre Antennenleistung den schwimmenden Einsatz im Wasser; andere besitzen Vorgaben für eine Verwendung bei einer Rettungsinsel. Maßgeblich sind die Anleitung und die vorgesehene Position des konkreten Geräts.
Position, Satellitenalarm und Nahpeilung
Ein eingebauter GNSS-Empfänger kann die Position der Bake bestimmen und für die Notmeldung bereitstellen. Das Cospas-Sarsat-System führt die 406-MHz-Meldung über Satelliten, Bodenstationen und Alarmverarbeitung zu den zuständigen Rettungsstellen. Die Rettungsleitstelle klärt die Notlage und koordiniert den Einsatz.
Ein zusätzliches Signal auf 121,5 MHz kann entsprechend ausgerüstete Suchkräfte bei der Nahpeilung auf den Sender unterstützen. Dieses Signal ersetzt nicht die digitale Satellitenalarmierung. Welche Zusatzfunktionen vorhanden sind und wie die Antenne betrieben wird, ergibt sich aus der konkreten Ausführung.
Registrierung und erreichbare Kontakte
Die Gerätekennung wird mit Registerangaben verknüpft; nicht sämtliche Angaben werden im Funksignal mitgesendet. Das britische Bakenregister der Maritime and Coastguard Agency, kurz MCA, verbindet entsprechend zugeordnete EPIRBs beispielsweise mit Schiffs- und Geräteangaben, Eigentümerdaten sowie Notfallkontakten an Land. Solche Angaben helfen, Schiff, mögliche Betroffenenzahl und benötigte Rettungsmittel einzuordnen.
Im britischen Bakenregister müssen geänderte Eigentümer- oder Kontaktdaten nachgeführt werden. Bei einem Wechsel der Bake auf ein anderes Schiff ist auch die Zuordnung anzupassen. Falsche Angaben können Rettungsstellen zum falschen Schiff führen oder die Abklärung eines Alarms in die falsche Richtung lenken.
Unterschied zu PLB und ELT
Eine EPIRB ist auf maritime Notlagen ausgerichtet. Ein PLB ist ein persönlicher tragbarer Notsender; ein ELT gehört zur luftfahrtspezifischen Notausrüstung. Dieselbe Alarmfrequenz macht diese Geräte nicht beliebig austauschbar. Zuordnung, Halterung, Auslösung, Auftrieb und Antenne müssen zum Einsatzbereich passen.