PLB steht für Personal Locator Beacon: einen tragbaren persönlichen Notsender zur Alarmierung von Such- und Rettungsdiensten. Nach manueller Aktivierung sendet er eine digitale Notmeldung im 406-MHz-Bereich über Cospas-Sarsat. Die Meldung enthält eine Gerätekennung und kann bei entsprechend ausgestatteten Modellen zusätzlich die satellitengestützt ermittelte Position des Geräts enthalten.
Persönlicher Notsender bei Isolation
Ein PLB wird von einer Person mitgeführt, beispielsweise am Körper oder in ihrer Überlebensausrüstung. Er ermöglicht eine Notmeldung auch ohne Mobilfunkverbindung. Er ist kein Gerät für gewöhnliche Standortmeldungen oder für die laufende Verständigung einer Gruppe.
Im Zusammenhang mit militärischer Isolation ist zwischen diesem Such- und Rettungsalarm und einem vorbereiteten Rückführungsverfahren zu unterscheiden. Die Gerätekennung eines PLB ist keine militärische Authentifizierung der sendenden Person. Der Alarm löst auch nicht automatisch einen bestimmten taktischen Rückführungsauftrag aus. Zuständigkeit, verfügbare Kräfte und vereinbarte Verfahren bleiben für Personnel Recovery entscheidend.
Wie der Alarm eine Rettungsstelle erreicht
Die Notmeldung wird von Satelliten des Cospas-Sarsat-Systems empfangen und über Bodenstationen in die Alarmverarbeitung weitergegeben. Ein Mission Control Centre verarbeitet und verteilt die Meldung. Sie gelangt zur zuständigen Rettungsleitstelle oder zu einer nationalen Such- und Rettungskontaktstelle. Die zuständige Rettungsleitstelle klärt die Notlage und koordiniert Such- und Rettungsmaßnahmen. Die zuständige Stelle muss dabei nicht die geografisch nächste Leitstelle sein; Informationen können auch zwischen Ländern weitergegeben werden.
Die Gerätekennung macht den einzelnen Sender unterscheidbar. Durch die Registrierung lässt sie sich Angaben zum Nutzer und zu Kontaktpersonen zuordnen. Solche Kontakte können helfen, das Vorhaben, die Zahl beteiligter Personen oder eine mögliche Route zu klären. Diese persönlichen Angaben liegen im Register; sie werden nicht sämtlich als Teil der Notmeldung ausgestrahlt. Veraltete Kontakte oder ein nicht aktualisierter Besitzerwechsel erschweren die Klärung.
Registrierungsstellen und Vorgaben unterscheiden sich zwischen Ländern. In den USA übernimmt NOAA die Registrierung entsprechend zugeordneter Baken; in Australien ist AMSA zuständig.
GNSS-Position und Nahpeilung
Ein eingebauter GNSS-Empfänger kann die eigene Position bestimmen und dem PLB zur Übermittlung bereitstellen. Die Positionsbestimmung und das Aussenden des Notrufs sind zwei verschiedene Funktionen: Ein gewöhnlicher GPS-Empfänger alarmiert allein keine Rettungsstelle. Auch PLB-Modelle ohne eingebauten GNSS-Empfänger senden ihren 406-MHz-Notruf über das Satellitensystem.
Ein zusätzliches Nahpeilsignal, häufig auf 121,5 MHz, unterstützt entsprechend ausgerüstete Rettungskräfte bei der Annäherung im Suchgebiet. Es hat eine andere Aufgabe als die digitale 406-MHz-Alarmmeldung. Ob und welche zusätzlichen Signale ein Gerät bereitstellt, muss anhand des konkreten Modells geklärt werden.
Manche Geräte unterstützen einen Rückkanal, den Return Link Service beziehungsweise RLS. Eine entsprechende Anzeige kann den Empfang des Alarms und die unabhängige Bestimmung der Senderposition bestätigen. Die Rückmeldung wird automatisch im System erzeugt und bestätigt keinen bereits gestarteten Rettungseinsatz. Den Einsatz plant und koordiniert die zuständige Rettungsleitstelle. Für ein Gespräch oder einen freien Textaustausch ist ein zusätzliches Kommunikationsmittel erforderlich.
Aktivierung und sichere Benutzung
Der PLB ist für eine ernste, lebensbedrohliche Notlage bestimmt. Seine Aktivierung erfolgt von Hand. Eine automatische Auslösung, wie sie bei bestimmten Schiffs- oder Flugzeugbaken vorkommt, darf deshalb nicht vorausgesetzt werden. Verfügbare andere Kommunikationsmittel können zusätzliche Angaben zur Lage übermitteln.
Aktivierung, Antenne und Aufstellung richten sich nach der Herstelleranleitung. Möglichst freie Sicht zum Himmel unterstützt die Funkverbindung, ohne dass dafür ein gefährlicher Standort aufgesucht werden sollte. Bei einer Notlage ohne gegnerische Bedrohung bleibt der aktivierte Sender eingeschaltet, bis die Rettungsstelle etwas anderes anweist. Unter gegnerischer Bedrohung kann ein offener Bakenalarm den Senderort auch gegnerischen Empfängern zugänglich machen. Dann richtet sich der Betrieb nach den vorbereiteten militärischen Funk- und Rückführungsanweisungen. Abschalten beendet neue Aussendungen und ein vorhandenes Peilsignal; eingeschalteter Betrieb erhält diese Ortungsmöglichkeit, setzt aber die Funkabstrahlung fort.
Für eine Funktionsprüfung wird das vorgesehene Testverfahren verwendet, nicht der echte Alarm ausgelöst. Bei versehentlicher Aktivierung wird der Fehlalarm beendet und die zuständige Rettungsstelle unverzüglich über den Irrtum informiert, damit sie die bereits empfangene Meldung als Fehlalarm einordnen kann.
PLB, EPIRB, ELT und Satelliten-Messenger
| Gerät | Zuordnung und Funktion |
|---|---|
| PLB | Persönlicher, tragbarer Notsender. Manuell ausgelöster persönlicher Cospas-Sarsat-Notruf. |
| EPIRB | Emergency Position Indicating Radio Beacon: für den maritimen Einsatz vorgesehene Notfunkbake. Bauform und Auslösung unterscheiden sich nach Ausführung. |
| ELT | Emergency Locator Transmitter: Notsender für Luftfahrzeuge; Ausführung und Auslösung sind auf diesen Einsatzbereich ausgerichtet. |
| Satelliten-Messenger | Gerät eines kommerziellen Satellitenkommunikationssystems. Notinformationen werden über eine Überwachungsstelle an zuständige Einsatzstellen weitergegeben; zusätzliche Zweiwegekommunikation hängt vom Modell ab. |
Die gemeinsame Nutzung einer Alarmfrequenz macht PLB, EPIRB und ELT nicht beliebig austauschbar. Sie unterscheiden sich in Zuordnung, Bauweise und Auslösung. Ebenso ist ein Satelliten-Messenger mit Notruffunktion nicht allein deshalb ein PLB.
Abschattung beeinflusst die Funkverbindung; Wetter, Gelände, Zugangsmöglichkeiten und verfügbare Rettungskräfte beeinflussen den anschließenden Einsatz.