UTC steht für Coordinated Universal Time, deutsch koordinierte Weltzeit. Sie ist die international aus Atomuhren bestimmte Zeitreferenz, auf die Ortszeiten mit einem festgelegten Abstand bezogen werden. UTC wird nicht auf Sommerzeit umgestellt. In militärischen Zeitangaben bezeichnet der Buchstabe Z, gesprochen Zulu, diesen Zeitbezug. Für isoliertes Personal verbindet UTC vereinbarte Kontaktfenster, zeitliche Absichten im Evasion Plan of Action und den Zeitpunkt einer Positionsmeldung: Alle Beteiligten können denselben Augenblick benennen, obwohl ihre örtlichen Uhren verschiedene Stunden anzeigen.
Ein gemeinsamer Bezug für Kontakt und Bewegung
Ein Kontaktfenster legt fest, in welchem Zeitraum die Person eine vereinbarte Verbindung versuchen oder für einen Kontakt bereit sein soll. Beginn, Ende und Datum müssen zu derselben Zeitreferenz gehören. Wird beispielsweise ein zehnminütiges Fenster in UTC vereinbart, aber als Ortszeit auf einer zwei Stunden vorausgehenden Uhr abgelesen, versucht die Person den Kontakt zwei Stunden zu früh. Der vorgesehene Empfänger kann erst später erreichbar sein. Wiederholte Versuche zum falschen Zeitpunkt verbrauchen knappe Energie und können unnötige Aussendungen erzeugen.
Im EPA stehen eigene Absichten: etwa geplante Bewegungszeiten, die Dauer des Aufenthalts an einem Versteck und primäre oder alternative Kontaktzeiten. Vor einer möglichen Isolation gehört deshalb der Zeitbezug zu diesen Absprachen. Bei einer tatsächlichen Verbindung werden neue Zeiten mit Datum und Bezug vollständig aufgenommen und zurückgelesen. Ein gemeinsames Verständnis von „23 Uhr“ genügt nicht, wenn eine Seite Zulu und die andere Ortszeit meint. Auch ein alternatives Kontaktfenster wird aus der vorhandenen Abrede übernommen; es entsteht nicht dadurch, dass die Person nach einem ausgebliebenen Kontakt eigenmächtig eine neue Zeit festlegt.
Militärische Zeitangaben richtig lesen
Eine vierstellige Uhrzeit verwendet zwei Ziffern für die Stunde und zwei für die Minute im 24-Stunden-System. 0935Z bedeutet 09:35 UTC. 2135Z bedeutet 21:35 UTC. Die Schreibweise ohne Doppelpunkt legt allein noch keine Zeitzone fest; erst der Bezug Z beziehungsweise UTC macht die Angabe eindeutig. Eine Uhr, die 2135 anzeigt, kann weiterhin auf Ortszeit eingestellt sein.
Eine Datums-Zeit-Gruppe, englisch Date-time group oder DTG, verbindet Kalendertag, Stunde, Minute, Zeitzonenzeichen, Monat und Jahr. Im US-Army-Format für das entsprechende Kartenzeichenfeld lautet die Reihenfolge DDHHMMZMONYYYY: DD ist der Tag des Monats, HH die Stunde, MM die Minute, MON die dreibuchstabige Monatsangabe wie OCT und YYYY das Jahr. Automatisierte Systeme können zusätzlich Sekunden vor dem Zeitzonenzeichen führen. Die tatsächliche Meldevorlage bestimmt den geforderten Jahresanteil und die Sekundenangabe. Für eine UTC-Gruppe wird das Zeitzonenzeichen Z verwendet.
Die verkürzte Gruppe 092220Z bezeichnet den 9. Tag um 22:20 UTC; sie ist erst mit bereits eindeutigem Monat und Jahr vollständig zuzuordnen. Bei einer über den Monatswechsel laufenden Isolation oder einer später ausgewerteten Meldung müssen diese Angaben mitgeführt werden. Ebenso muss klar sein, worauf sich die Zeitangabe bezieht: auf die Beobachtung, eine beabsichtigte Handlung oder den Versand einer Meldung.
Umrechnung und Datumswechsel
Der bekannte Abstand der Ortszeit wird bei der Umrechnung nach UTC abgezogen. Bei einem ausdrücklich festgelegten Bezug UTC+2 entsprechen 00:20 Ortszeit am 10. Tag 22:20 UTC am 9. Tag. Nur die Stunde zu ändern und den örtlichen Kalendertag stehenzulassen würde den Zeitpunkt um einen ganzen Tag verschieben. Für den Abstand zählt die am Ort und Datum geltende Einstellung; eine Sommerzeitänderung betrifft die Ortszeit, während UTC unverändert bleibt.
Ein UTC-Kontaktfenster von 23:50 bis 00:10 überschreitet ebenfalls eine Datumsgrenze. Sein Ende liegt am folgenden UTC-Tag. In der eigenen Notiz stehen deshalb beide Daten, bei Bedarf auch beide Monate und Jahre. Das verhindert, dass ein nächtliches Fenster zweimal oder am falschen Tag eingeplant wird. „In zehn Minuten“ bezeichnet dagegen eine Dauer ab einem bestimmten Ausgangsaugenblick; eine solche Angabe braucht diesen gemeinsamen Ausgangsaugenblick, wenn zwei getrennte Personen danach handeln sollen.
UTC-Anzeige, GPS-Zeit und Uhrgenauigkeit
GPS-Systemzeit und UTC unterscheiden sich, weil die GPS-Zeitskala die Schaltsekundenkorrekturen von UTC nicht mitmacht. Die GPS-Nachricht enthält die Umrechnungsdaten, die ein Empfänger gewöhnlich anwendet. Ein Gerät kann anschließend UTC oder eine daraus berechnete Ortszeit anzeigen. Vor dem Übernehmen der Anzeige werden daher ihr Zeitbezug und die tatsächlich verwendete Einstellung geprüft. Auf eine bereits korrigierte UTC-Anzeige nochmals einen gemerkten GPS-Abstand aufzuschlagen oder davon abzuziehen erzeugt einen neuen Fehler.
Eine persönliche Uhr zählt Schwingungen ihres Uhrwerks. Ein kleiner Fehler der Schwingungsfrequenz summiert sich mit der Laufzeit zu einem Zeitfehler. Auch eine Funkuhr läuft zwischen erfolgreichen Abgleichen mit ihrem eigenen Quarz weiter. Die Beschriftung UTC und übereinstimmende Anzeigen auf zwei Uhren beweisen deshalb keine genaue Übereinstimmung mit der Zeitreferenz. Für ein kurzes Kontaktfenster ist entscheidend, wie groß die Abweichung beim letzten brauchbaren Vergleich war und wie lange die Uhr seither ohne erneuten Abgleich gelaufen ist.
Zum Abgleich dient eine tatsächlich verfügbare, als Zeitquelle geeignete Live-Anzeige oder ein empfangbares Zeitsignal mit bekanntem Bezug. Bei einem Signal muss der bezeichnete Augenblick klar sein, etwa der angekündigte Minutenbeginn. Telefonübertragung und gepufferte Tonwiedergabe können ihn verspätet liefern. Die Empfangszeit einer alten Nachricht oder ein gespeichertes Bildschirmbild ist keine aktuelle Zeitquelle. In der Notiz werden Quelle, Vergleichszeitpunkt und gemessene Abweichung festgehalten.
Fehler berichtigen und den Zeitbezug erhalten
Bei widersprüchlichen Zeiten werden zuerst Datum, UTC- oder Ortszeitbezug und Geräteeinstellung geprüft. Erst danach wird eine tatsächliche Zeitabweichung gegenüber einer brauchbaren Referenz bestimmt. Geht die eigene Uhr beim Vergleich zwei Minuten vor, ist die angezeigte Zeit um zwei Minuten zu vermindern. Der vereinbarte Kontaktzeitpunkt bleibt derselbe; berichtigt wird die eigene Zuordnung dazu. Werden Uhrzeit oder Einstellungen geändert, bleiben ursprüngliche Notiz, Korrekturbetrag und Zeitpunkt des Abgleichs nachvollziehbar.
Eine Positionsmeldung trägt den Zeitpunkt, zu dem die Position bestimmt oder beobachtet wurde. Hat die Person danach ihren Standort verlassen, beschreibt diese Zeit eine frühere Lage. Ein späterer Versandzeitpunkt darf sie nicht als neuen Standort erscheinen lassen. Wird ein Zeitfehler erst nach dem Versand erkannt und ist tatsächlich Kontakt möglich, benennt die Berichtigung die betroffene frühere Meldung und die korrigierte oder weiterhin unsichere Beobachtungszeit. Eine gerade gemessene Uhrenabweichung lässt sich nicht ungeprüft auf alle älteren Aufzeichnungen übertragen, wenn die Uhr zwischenzeitlich verstellt wurde oder ihr Gangverlauf unbekannt ist.
Fehlt eine neue Zeitquelle, werden der letzte geprüfte Bezug und die weiterlaufende Uhr erhalten. Für die Dauer einer Rast oder Bewegung kann die seit einem notierten Beginn verstrichene Zeit weiterhin nutzbar sein; absolute UTC-Angaben bleiben entsprechend ihrer bekannten Unsicherheit gekennzeichnet. Zwei abweichende Uhren ohne unabhängige Referenz werden nicht durch Mitteln zu einer vermeintlich richtigen UTC-Uhr. Nach Stillstand oder Rücksetzung muss der Verlust des Zeitbezugs in den eigenen Aufzeichnungen sichtbar bleiben. Für weitere Kontaktversuche gelten die schon vereinbarten Ausweichzeiten und Verfahren. Eine unbekannte Uhrenabweichung kann den Versuch vor oder nach das tatsächliche Kontaktfenster verschieben. Eine ausbleibende Antwort kann dann am Zeitversatz liegen, obwohl der vorgesehene Empfänger während des vereinbarten Fensters erreichbar ist.