PACE steht für Primary, Alternate, Contingency, Emergency. Ein PACE-Plan ordnet einen Hauptweg und drei Ausweichstufen für eine bestimmte Aufgabe. Für eine militärisch isolierte Person legt ein Kommunikations-PACE fest, über welche tatsächlich verfügbaren Wege sie eine Meldung absetzen oder einen vereinbarten Empfänger kontaktieren kann, wenn der bevorzugte Weg ausfällt. Die Stufen beschreiben die Funktion der Wege und die Folgen des Wechsels.
Ein persönlicher Plan für Isolation
In der US-amerikanischen Vorbereitung auf Isolation wird Kommunikations-PACE mit der persönlichen Ausrüstung, der Meldung des eigenen Status und dem vorgesehenen Verhalten nach einer Trennung von der Einheit verbunden. Ausgangspunkt sind die Geräte und Signalmittel, die der Einzelne wirklich mitführt: ihre Stromversorgung, ihre Übertragungswege und die Gegenstellen, die eine Meldung empfangen und weitergeben können. Bleibt ein dafür eingeplantes Gerät beim Verlust des Fahrzeugs zurück, muss die Person die davon abhängigen Kontaktwege im Plan überspringen.
Der Plan muss auch auf der Empfängerseite bekannt sein. Dazu gehören der vorgesehene Kontaktweg, die Bedingungen für einen Wechsel und das erwartete Meldeformat. Diese Angaben werden mit den Rückführungsmöglichkeiten und dem Evasion Plan of Action abgestimmt. Der EPA hält die beabsichtigten Handlungen nach Isolation fest und wird den zuständigen Stellen vorab zugänglich gemacht. Damit besitzen diese auch dann eine Beschreibung der Absichten, wenn sie keine neue Nachricht erhalten.
Was die vier Stufen bedeuten
| Stufe | Funktion im Plan |
|---|---|
| Primary | Der gewöhnlich wirksamste Hauptweg. Er erfüllt die benötigte Aufgabe unter den vorgesehenen Bedingungen. |
| Alternate | Ein Ersatz, der die Aufgabe mit geringer oder ohne zusätzliche Beeinträchtigung erfüllt. Er kann bereits neben dem Hauptweg genutzt werden, um verfügbar und erprobt zu bleiben. |
| Contingency | Eine weitere Ausweichmöglichkeit, die die Aufgabe noch in einem vertretbaren Zeitraum erfüllt, aber mehr Verzögerung, Aufwand oder Risiko mit sich bringt. |
| Emergency | Das letzte nutzbare Verfahren, häufig mit erheblichen Nachteilen oder Risiken. Sein Einsatz erfordert die Beurteilung dieser Folgen in der aktuellen Lage. |
Vor der Auswahl wird der erforderliche Mindestinhalt festgelegt. Geht es zunächst darum, die Isolation und den Aufenthaltsort bekannt zu machen, können ein Dialogweg und ein Alarmweg diese begrenzte Aufgabe auf unterschiedliche Weise erfüllen. Muss dagegen eine neue Bewegungsabsicht übermittelt und abgestimmt werden, reicht ein reines Ortungssignal dafür nicht aus. Bei der Auswahl eines Ausweichmittels ist deshalb entscheidend, ob es die für den nächsten Schritt nötigen Informationen übermitteln kann.
Gemeinsame Ausfälle und klare Wechselbedingungen
Ein Telefonanruf, eine Textnachricht und eine E-Mail auf demselben Mobiltelefon hängen vom selben Gerät und Akku ab; je nach Verbindung zusätzlich vom selben Mobilfunknetz. Geht das Telefon verloren, fallen alle drei Anwendungen aus. Ein zweites Telefon mit eigener Batterie überbrückt diesen Geräteverlust, aber bei Ausfall des gemeinsam genutzten Netzes bleiben beide betroffen. Ein Ausweichweg muss daher die konkrete Ausfallursache umgehen: anderes Gerät bei Geräteverlust, anderer funktionsfähiger Übertragungsweg bei Netzausfall.
Vorab wird festgelegt, woran ein Kontaktversuch als erfolgreich oder erfolglos erkannt wird und welches Ereignis den Wechsel auslöst. Das können ein eindeutig beschädigtes Gerät, der erfolglose Abschluss des vereinbarten Kontaktverfahrens oder eine Bedrohung sein, die den vorgesehenen Einsatz verhindert. Beide Seiten müssen dieselben Bedingungen kennen, damit der Empfänger den Ausweichweg berücksichtigt. Nach dem Verlust des Telefons wählt die Person den nächsten vorgesehenen Weg mit einem anderen verfügbaren Mittel und überspringt sämtliche vom verlorenen Gerät abhängigen Anwendungen.
Bei einer Verbindung, die Antworten ermöglicht, gehört die erwartete Rückmeldung zur Kontaktplanung. Eine gesendete Nachricht und eine erhaltene Antwort sind verschiedene Ereignisse. Eine vereinbarte Bestätigung zeigt, dass die Gegenseite den Kontakt aufgenommen hat; erst der Inhalt des Austauschs klärt, welche weiteren Handlungen abgestimmt sind. Für einen einseitigen Alarmweg muss der Plan dagegen ohne einen solchen Dialog funktionieren.
Welcher Inhalt über welchen Weg geht
Für die Rückführungsplanung sind der aktuelle Aufenthaltsort, der Zustand der Person, die Bedrohung und ihre nächsten Absichten entscheidend. Eine kurze Lageübermittlung kann deshalb Position und Zeitpunkt dieser Positionsangabe, Verletzung beziehungsweise Bewegungsfähigkeit, beobachtete Bedrohung und die beabsichtigte nächste Handlung zusammenführen. Hat die Person nach der letzten Positionsmeldung ihren Ort gewechselt, muss eine ältere Angabe als solche erkennbar bleiben. Sonst plant die Gegenseite möglicherweise mit einem bereits verlassenen Ort.
Wie viel davon übertragen werden kann, hängt vom gewählten Mittel ab. Ein vorbereiteter Sprech- oder Datenkontakt kann Nachfragen und Lageänderungen vermitteln. Eine Notbake über das Cospas-Sarsat-System übermittelt einen Notalarm mit Identitäts- und Ortungsinformationen über Satellit, Bodenstation und Alarmzentrale an die zuständige Such- und Rettungsstelle. Diese Alarmkette ist ein anderer Empfängerweg als der vereinbarte militärische Dialog; sie überträgt nicht dieselbe frei formulierte Meldung über Verletzung, Gegner und Bewegungsabsicht. Ein visuelles Signal wiederum muss vom vorgesehenen Gegenüber gesehen und verstanden werden.
Auch der Schutz der Information gehört zur Auswahl. Bei einem offenen Sprechkontakt kann der Inhalt unerwünschte Mithörer erreichen; ein sichtbares Signal kann neben den angesprochenen Kräften weitere Beobachter aufmerksam machen. Die Person beurteilt deshalb, welchen Inhalt und welche Sichtbarkeit der verbleibende Weg verlangt. Persönliche Authentifizierungsangaben werden im vorbereiteten Verfahren verwendet und nicht als Zusatz zu einem allgemein wahrnehmbaren Notsignal ausgegeben.
Funk, Notbake und Sichtsignal im Ausweichplan
Für die begrenzte Aufgabe, Isolation zu melden und den eigenen Aufenthaltsort erkennbar zu machen, könnte Primary ein vereinbarter zweiseitiger Funk- oder Telefonkontakt sein. Dazu muss die Person das entsprechende Gerät bei sich haben; die Gegenseite muss auf den Kontakt vorbereitet sein. Alternate wäre ein gesondertes Gerät mit einem anderen nutzbaren Übertragungsweg. Als Contingency könnte eine mitgeführte Notbake vorgesehen sein, wenn ihre Alarmkette für den Auftrag geeignet ist und die Bedrohung ihren Einsatz zulässt. Emergency könnte ein vereinbartes visuelles Signal sein, sobald die vorgesehenen eigenen Kräfte tatsächlich in Sicht sind und das Signal erkennen können. Bei diesem letzten Weg muss die Person abwägen, ob die mögliche Kontaktaufnahme das zusätzliche Entdeckungsrisiko rechtfertigt.
Dieses Beispiel lässt sich an den Ausfällen prüfen: Der Verlust des Hauptgeräts führt zum separaten Ersatz; der Ausfall beider Dialogwege lässt nur die begrenzte Alarmfunktion übrig. Ist keine nutzbare Bake mehr vorhanden, kommt als letzte im Beispiel vorgesehene Stufe das vereinbarte Sichtsignal in Betracht. Dafür müssen die vorgesehenen eigenen Kräfte in Sicht sein und das Signal erkennen können. Hat die Person alle Geräte verloren und ist keine solche Kontaktmöglichkeit vorhanden, entscheidet sie anhand ihrer jetzigen Bewegungsfähigkeit und Bedrohungslage, welche der im EPA vorbereiteten Handlungsalternativen noch möglich ist.
Bewegungs-PACE als eigene Aufgabe
Ein persönlicher PR-Plan kann neben der Kommunikation einen eigenen PACE-Block für Bewegung nach Isolation enthalten. Dort geht es um beabsichtigte Handlungen und Ziele: Welcher Weg ist vorgesehen, welche Alternative kommt bei einer Sperre in Betracht und welche Absicht gilt, wenn eine Verletzung die Bewegung verändert? Der Ausfall eines Kommunikationsgeräts und die Unmöglichkeit eines geplanten Weges sind unterschiedliche Auslöser. Sie verlangen jeweils eine Entscheidung für die betroffene Aufgabe.
Im EPA werden deshalb auch verletzungsabhängige Absichten und Alternativen für Kontakt- oder Rückführungsorte vorbereitet. Die isolierte Person wählt aus diesen Möglichkeiten diejenige, die sie mit ihren verbleibenden Mitteln unter den tatsächlichen Bedingungen ausführen kann. Ändert sie Ziel oder Bewegungsabsicht, wird diese Änderung bei einem späteren geeigneten Kontakt mitgeteilt, damit der Empfänger seine Planung auf den neuen Aufenthaltsbereich ausrichten kann.