
AIRSAVE Type I verbindet die körpernah getragene Überlebensausstattung einer Flugbesatzung mit einem Aufnahmegurt und Schnittstellen für ballistischen Schutz, Auftrieb und ein Unterwasser-Ausstiegsgerät. Der hier beschriebene US-Army-Stand von 1999 ist für Hubschrauber und Starrflügelflugzeuge ohne Schleudersitz ausgelegt. Je nach Auftrag werden Schutzplatten, Schwimmkragen, Atemluftgerät und unterschiedliche Taschen ergänzt. Das Foto zeigt eine spätere, 2025 bei der US Air Force geprüfte AIRSAVE-Weste. Sie veranschaulicht Netzträger, Webbing und Modultaschen, ist aber nicht als Type-I-Konfiguration von 1999 ausgewiesen.
Type I bezeichnet die Ausführung mit Aufnahmegurt
Die Systembezeichnung A/P22P-18(V) steht für Aircrew Integrated Recovery Survival Armor Vest and Equipment. Die Type-I-Weste CMU-33A/P22P-18(V) wird unter der Bestandsnummer 8415-01-442-1991 geführt. Schon die Auslegung von 1996 unterschied Type I mit Hoisting Harness und Type II ohne diesen Gurt. Der Aufnahmegurt ist damit ein Merkmal der konkreten Ausführung. Eine äußerlich ähnlich bestückte Taschenweste besitzt diese Fähigkeit erst mit dem dafür vorgesehenen Gurtzeug und seinen Anschlagpunkten.
Im Army-Stand von 1999 sollte AIRSAVE die bisherigen Überlebenswesten ablösen und unterschiedliche Luftfahrzeug- und Besatzungsrollen bedienen. Die Weste kann allein, mit weichem Schutz, mit zusammengehörigem weichem und .30-Kaliber-Hartschutz oder in einer getrennten .50-Kaliber-Ausführung getragen werden. Auftriebskragen, Atemluftgerät und Safety Restraint Tether kommen als eigene Komponenten hinzu. Der Name AIRSAVE bezeichnet deshalb keine stets identische vollständige Belegung.
| Komponente | Konkrete Aufgabe und Schnittstelle |
|---|---|
| Type-I-Weste mit modularen Taschen | Überlebensmittel tragen und an vorgesehenen Webbing-Reihen befestigen |
| Herausnehmbares Hoisting Harness | Körper über eigene Gurtbänder und Anschlagpunkte für Aufnahme beziehungsweise Rückhaltung sichern |
| PRU-60A/P22P-15 Soft Armor | Ballistische Aramidpakete in vorderem und hinterem Träger aufnehmen |
| PRU-61A/P22P-15 Hard Armor | Vordere und hintere Keramik-Verbundplatten mit dem Soft-Armor-System verbinden |
| LPU-34/P Low Profile Flotation Collar | Zwei unabhängige Auftriebskammern außen an der Weste tragen |
| SRU-36/P HEED | Begrenzte Druckluft für den geübten Ausstieg aus einem unter Wasser liegenden Luftfahrzeug bereitstellen |
| Safety Restraint Tether | Eigene zusätzliche Sicherungsverbindung für bestimmte äußere Notaufnahmen schaffen |
Netzträger, feste Innentaschen und abnehmbare Außentaschen
Der ursprüngliche olivgrüne Träger besteht aus Raschel-Netzgewirk aus Nylon mit einer feuerhemmenden chemischen Ausrüstung. Dieses Netz bildet auch die Innentaschen. Die Außentaschen und die Klappen der Innentaschen bestehen dagegen aus Aramid-Oxfordgewebe. Für Funkgerät, Atemluftgerät und Pistole sind versteifende Einsätze vorgesehen. Damit unterscheiden sich die formgebenden Gerätetaschen von den allgemeinen Aufbewahrungstaschen. Das Grundgewebe selbst ist kein ballistisches Schutzpaket.
Die Weste besitzt vier eingenähte Innentaschen. Überlappende Teile unter beiden Armen und am Rücken werden miteinander verschnürt, um den einheitlichen Grundschnitt an die Person anzupassen. Das herausnehmbare Gurtzeug liegt auf der Innenseite und wird von eigenen Haltern geführt. Außen verlaufen waagerechte Webbing-Reihen. Ein Gurt an der Rückseite einer Modultasche wird zwischen deren Befestigung und den Webbing-Schlaufen der Weste hindurchgeflochten und anschließend mit Druckknöpfen gesichert. Dadurch bleibt die Taschenanordnung veränderbar, während ihre Befestigung mehrere ineinandergreifende Abschnitte nutzt.
Zur damaligen Army-Grundausgabe gehörten fünf General Pockets, eine Funkgerätetasche und eine Messertasche. Pistolentasche und HEED-/HABD-Taschen waren zusätzlich anzufordernde Optionen. Für das SRU-36/P HEED und das SRU-40/P HABD sind jeweils eigene Taschen vorgesehen. Die Innenbelegung sieht Plätze für Wasserbeutel sowie den allgemeinen und den medizinischen Satz vor. Nach dem Anlegen der Flugausrüstung sind diese Innentaschen schwer erreichbar; sofort benötigte Ausstiegs- und Signalmittel gehören deshalb in die dafür erreichbaren Plätze. Die grundsätzliche Trage- und Zugriffsfrage erläutert der Eintrag zur Überlebensweste.
Die dargestellten Taschenpositionen sind Beispiele; die konkrete Belegung wird auf Besatzungsplatz und Luftfahrzeug abgestimmt. Auch die CBR-Ausrüstung besitzt eine bezeichnete Trageposition: Bei der Army-Hubschrauberanordnung sitzt die NBC-Einheit oben an der linken Schulter der Weste. In der Apache-Konfiguration wird sie dagegen am linken oder rechten Arm befestigt.
Die Schutzmodule liegen unter der Taschenweste
Der PRU-60A-Weichschutz besteht aus einem vorderen und einem hinteren Träger mit mehrlagigen ballistischen Aramidpaketen. Die Pakete liegen in wasserabweisenden Nylonhüllen. Schulter-Klettflächen und verstellbare seitliche Gurte verbinden die beiden Träger. Die damalige Auslegung zielt auf Splitter von 37-mm-HEI-Geschossen. Die Abdeckung und die eigentliche ballistische Einlage bleiben dabei getrennte Teile mit unterschiedlichen Pflegeanforderungen.
Zur örtlichen Reinigung werden die ballistischen Pakete aus den Textilträgern entnommen und ihre Nylonhüllen mit einem feuchten Tuch abgewischt. Die Pakete werden nicht eingeweicht; Bleichmittel, Stärke und hohe Hitze bleiben von ihnen fern. Hohe Hitze kann die Komponenten schrumpfen lassen, längere UV-Belastung das Aramid schädigen. Kraftstoff oder Fett in der Trägerhülle bleibt außerdem brennbar, obwohl das Aramidgewebe selbst erst bei höheren Temperaturen brennt. Eine verschmutzte Trägerhülle und eine verschmutzte ballistische Einlage brauchen damit unterschiedliche Behandlung.
PRU-61A ergänzt vordere und hintere Hartschutzplatten aus ballistischem Keramik-Verbundmaterial. Die Auslegung bezieht sich auf die .30-Kaliber-Bedrohung, ausdrücklich auf 7,62 × 63 mm AP. Diese Platten werden zusammen mit dem Weichschutz getragen. Die vordere Platte sitzt im unteren Aufnahmefach des vorderen Soft-Armor-Trägers und wird zusätzlich durch Klett befestigt. Die hintere Platte liegt in ihrer eigenen Hülle; Halte- und Stützriemen verbinden sie mit den Loop-Loc-Anschlüssen der Weste. Mittelgroße und große Ausführungen haben eigene Träger und Einlagen.
Der separate Army-.50-Kaliber-Hartschutz wird in dieser Systemkonfiguration ohne Soft Armor getragen und bildet damit eine andere Kombination als PRU-60A mit PRU-61A. Zusätzliche Lagen unter den Platten verändern Sitz und Schnellabwurf. Eine allein getragene AIRSAVE-Weste ist ebenfalls vorgesehen; ohne eingesetzte Schutzmodule besitzt der Netzträger jedoch keine entsprechende ballistische Wirkung.
Der Frontreißverschluss mit Kunststoffzähnen und Metallschieber lässt sich von oben und unten öffnen. Sein Aufbau ist auf den Zugriff zum Abwerfen des Hartschutzes abgestimmt. Für die .30- und .50-Kaliber-Kombinationen sind unterschiedliche Verschlussstellungen vorgesehen, damit der untere Zugriff auf die vordere Platte erhalten bleibt. Die hintere Plattenbefestigung besitzt einen eigenen kugelförmig gegliederten Zuggriff, der ihre Schnelltrennverbindungen gemeinsam löst. Die vordere Platte hat anschließend einen getrennten Griff. Die ähnlich auffälligen Aufblasgriffe des Schwimmkragens bedienen ein anderes System.
Das Gurtzeug führt die Last am Körper
Das Type-I-Gurtzeug verwendet etwa 44 mm breite Nylonbänder sowie Brust- und Beinschlaufen mit Reibungsschnallen. Anschlagkarabiner, Hebegurt und vordere beziehungsweise Schulter-Anschlagpunkte gehören zum Aufnahmeweg. Die Weste hält dieses Gurtzeug an seinen Führungen; normale Taschenbänder übernehmen den Lastweg zum Körper nicht. Die Befestigung einer Gerätetasche und die Verbindung für die Aufnahme eines Menschen sind deshalb innerhalb desselben Trägers unterschiedliche Konstruktionen.
Das Harness dient der vorbereiteten Aufnahme mit einer Rettungswinde. Bei Landmissionen ist außerdem eine Rückhaltefunktion als Gunner’s Belt vorgesehen. Verstellbare Brust-, Hüft- und Beinanordnung müssen mit der übrigen Ausrüstung sitzen; lose Bein- oder rückwärtige Gurtenden werden verstaut, damit sie beim Ausstieg nicht hängen bleiben. Eine bei der Trennung verrutschte oder beschädigte Tasche betrifft zunächst die darin getragenen Mittel. Beschädigte tragende Gurtbänder betreffen dagegen die Aufnahme- und Rückhaltefunktion der Person.
LPU-34/P ergänzt zwei unabhängige Auftriebskammern
Der Low Profile Flotation Collar ist für ständiges Tragen mit kompatibler Flugbekleidung und Ausrüstung an Luftfahrzeugen ohne Schleudersitz ausgelegt; seine Auftriebsfunktion hält die Person an der Wasseroberfläche. Er besteht aus äußerer Abdeckung, innerer Trägerhülle und zwei unabhängigen aufblasbaren Kammern. Vier Riemen verbinden ihn mit der Überlebensweste; eine zusätzliche Brustschnalle hält den Kragen in Position. Im damaligen Army-Stand war LPU-34/P nur zusammen mit AIRSAVE geprüft und freigegeben. SARVIP oder eine andere vorhandene Weste wurde durch ähnliche Befestigungsmöglichkeiten nicht automatisch zu derselben freigegebenen Kombination.
Jede Kammer hat einen eigenen manuellen Inflator und ein Mundventil. Die gegliederten Zuggriffe öffnen über ihre Verbindung den äußeren Reißverschluss und lösen den CO₂-Inflator aus. Beim Aufblasen trennt sich die Hülle weiter, damit sich die Kammern entfalten und den Kopf über Wasser tragen können. Mundventile ermöglichen das Nachfüllen beziehungsweise die alternative Befüllung einer Kammer. Die Kammern enthalten dabei kein Atemluftreservoir; ihr CO₂ gehört zur Auftriebsfunktion.
Der Kragen ist mit 3 lb 14 oz, etwa 1,76 kg, angegeben. Sein nomineller Auftrieb von 65 lb entspricht ungefähr 289 N; die Pfundangabe bezeichnet die Auftriebskraft und keine Körpergewichtsgrenze. Die beiden unabhängigen Kammern erhalten eine Reserve, wenn eine Seite beschädigt wird.
HEED führt Atemluft durch einen bedarfsgesteuerten Regler
Das SRU-36/P Helicopter Emergency Egress Device besteht aus einem Hochdruck-Aluminiumbehälter und einem Atemregler mit Mundstück. Als Luftmenge sind 1,8 Kubikfuß, ungefähr 51 Liter Luft, angegeben; der Ladedruck beträgt 1.800 psi, etwa 124 bar. Die Luftmengenangabe bezeichnet nicht das äußere Volumen des kleinen Behälters. Das Gerät führt Druckluft, während die Auftriebskammern des Kragens mit CO₂ befüllt werden.
Beim Einatmen entsteht im Bedarfsraum des Reglers ein Unterdruck. Eine Membran bewegt den Ventilhebel, öffnet das Ventil und lässt Luft aus dem Behälter zum Mundstück strömen. Endet das Einatmen, kehren Membran und Ventil zurück; der Luftstrom stoppt. Ausgeatmete Luft verlässt den Regler durch seine Auslassöffnungen. Eine flexible Auslassscheibe schließt danach gegen eindringendes Wasser.
Für das SRU-36/P waren sieben bis zehn Atemzüge bei etwa 6,1 m Wassertiefe und 13 °C Wassertemperatur vorgesehen. Das HEED ist Bestandteil des trainierten Unterwasser-Ausstiegs. Für SRU-36/P waren eine Erstausbildung und jährliche Auffrischung vorgesehen. Seine Tasche, die Sicherungsverbindung mit Schnelltrennung und der zugängliche Regler müssen mit dem übrigen getragenen System zusammenpassen.
Die Belegung verbindet Funktion, Sicherung und Tragegrenze
Die generische Army-Belegung von 1999 umfasst Funkgerät mit Batterie, Notmarkierungslicht mit Batterie und Lichtabschirmung, Signalspiegel, Pfeife und Signalsatz. Dazu kommen Taschenmesser, Kompass, thermische Decke, Insekten- und Sonnenschutz, Wasser-Aufbewahrungsbeutel, Aircrew-Survival-/Erste-Hilfe-Satz und damals bezeichnete medizinische Ausstattung einschließlich eines nichtpneumatischen Tourniquets. Zwei unterschiedliche Feuerstarter sind vorgesehen. Die Wasserbeutelgröße von drei US-Pints entspricht etwa 1,42 Liter Fassungsvermögen.
Zusätzliche persönliche Gegenstände waren auf insgesamt 5 lb, etwa 2,3 kg, begrenzt und mit mindestens 30 in, ungefähr 76 cm, langen Nylonschnüren an den Taschen zu sichern. Ausgewogene Verteilung und freie Steuerbewegungen gehören dabei zur Belegung. Die Schnur erhält den Gegenstand nach der Entnahme bei seinem Träger; die eingeflochtene Taschenbefestigung hält dagegen die Tasche an der Weste. Eine dieser Verbindungen kann intakt sein, während die andere ausgefallen ist.
Für die Type-I-Grundkonfiguration mit Harness ist ein Tabellengewicht von 5,2 lb, ungefähr 2,36 kg, angegeben. Auftriebskragen, Schutzkonfiguration und konkrete zusätzliche Belegung verändern die Tragekombination.
Das zusätzliche SRT ist an eine besondere Aufnahmeform gebunden
Das Safety Restraint Tether ist eine separate Nylonschlaufe von etwa 1,22 m Länge mit sechs Riegelnähten. Sie wird in einer General Pocket mitgeführt. Die Konfiguration von 1999 sah sie als zusätzliche Sicherung bei einer äußeren Notaufnahme an AH-1F, AH-64A und OH-58D(I) vor, wenn innen kein ausreichender Platz und kein anderes Aufnahme-Luftfahrzeug vorhanden ist. Die Verbindung führt von einem vorgesehenen Luftfahrzeuganschlag zum Extraktionsgurt der Person. Sie ist damit eine andere Funktion als die Aufnahme an einer Rettungswinde oder die Befestigung einzelner Überlebensmittel.
Diese Aufnahmeform hängt von passendem Luftfahrzeug, vorgesehenen Anschlägen und der konkreten Besatzungskoordination ab. Die tragende Struktur des SRT lässt sich an den Nylonbändern und den sechs Riegelnähten beurteilen: Verschleiß, Schmelzstellen, Schnitte, Kraftstoff- beziehungsweise Öltränkung sowie lockere oder fehlende Riegelnähte schließen die vorgesehene Verwendung aus. Zusätzliche Knotenschnüre an einer gewöhnlichen Tasche stellen diesen Lastweg nicht wieder her.
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