SERE A Flyg ist ein schwedischer praktischer SERE-Lehrgang für fliegendes Personal, darunter Piloten und Besatzungsmitglieder wie Navigatoren. Er bereitet auf die Lage nach einem Flugunfall oder einer Notlandung vor: mit begrenzter Ausrüstung überleben, bei gegnerischer Bedrohung verborgen bleiben und eine Aufnahme durch Rückführungskräfte vorbereiten. SERE steht in diesem Lehrgang für Survive, Evade, Resist, Extract.
Schwedische Besatzungsausbildung
Die Ausbildung wird von MIFS, Människan i flygsystemet, an der Luftstridsskolan durchgeführt. Der Bereich befasst sich mit dem Menschen im Flugsystem. Nach einer Notlandung verlagert sich die Aufgabe der Besatzung vom Luftfahrzeug in die Umgebung: Die Person muss mit ihren körperlichen Fähigkeiten und der verbliebenen Notausrüstung Schutz und Versorgung aufrechterhalten und einen Aufnahmepunkt erreichen können.
Ein Beispiel für den Aufbau ist eine Überlebenswoche, die mit einem simulierten Flugunfall oder einer Notlandung beginnt. Auf die erste Nacht im Zelt folgen Biwaks aus Naturmaterial und eine schrittweise verringerte Ausstattung. Weniger Nahrung und Schlaf verschärfen die Belastung. Am Ende steht ein Fußmarsch zu einem Endpunkt mit anschließender Aufnahme. Die Geländephase verbindet dadurch Versorgung, Aufenthalt und Bewegung; die Teilnehmer müssen nach mehreren Tagen noch marschieren und ihre Signalmittel bedienen können.
Versorgung und Orientierung mit knappen Mitteln
Zu den praktischen Themen gehören Wasseraufbereitung, das Erkennen essbarer und ungenießbarer Pflanzen sowie Jagd und Fischerei. Trinkwasser erhält besondere Priorität. Für die isolierte Person zählen dabei die noch verfügbaren Mittel und der Aufwand, sie zu ergänzen: Eine bekannte Wasserquelle kann einen Weg notwendig machen; Nahrungssuche kostet Zeit und Energie und kann das Verlassen eines Verstecks erfordern. Pflanzenkenntnis oder Fischfang dienen der Ergänzung knapper Vorräte, wenn geeignete Nahrung vorhanden ist und die Person die nötigen Kenntnisse und Mittel besitzt.
Die schrittweise Materialverringerung im Lehrgang macht sichtbar, welche Funktionen sonst die mitgeführte Ausrüstung übernimmt. Ein Zelt oder anderes Schutzmaterial begrenzt die unmittelbare Wetterbelastung; fehlt es, verlangt ein geeigneter Aufenthaltsort zusätzlichen Arbeitsaufwand. In einer wirklichen Isolationslage bleibt brauchbare Notausrüstung daher eine Ressource. Die Person nimmt sie beim notwendigen Verlassen des Luftfahrzeugs mit und prüft, was für Schutz, Wasser, Bewegung und Signale tatsächlich übrig ist.
Navigation wird mit Schrittzählung und GPS mit sowie ohne Störung geübt. Schrittzählung schätzt die Strecke in einer gewählten Richtung: Die gezählten Schritte werden mit einer zuvor bekannten Schrittlänge beziehungsweise Schrittzahl je Strecke verbunden. Steigungen, schwieriger Boden und Ermüdung verändern die Schritte und damit den Schätzwert. Erkennbare Geländepunkte helfen, Abweichungen festzustellen. So erhält die Person auch bei gestörter Satellitennavigation eine Möglichkeit, ihre Bewegung nachzuhalten, ohne aus einer bloßen Schrittzahl eine genaue Position abzuleiten.
Verborgen bleiben und die nächste Bewegung vorbereiten
Die Besatzungsausbildung behandelt sowohl eine rasche Aufnahme in friedlicher Umgebung als auch eine Bedrohungslage, die verborgenes Warten, eine Verzögerung oder einen anderen Aufnahmepunkt verlangt. Der Unterschied verändert die eigene Arbeit: Ein gut sichtbares Notsignal kann die Suche erleichtern, zugleich aber auch einem Gegner den Aufenthaltsort zeigen. Ob die Person sichtbar wird oder zunächst im Versteck bleibt, richtet sich deshalb nach Bedrohung und vereinbartem Rückführungsverfahren.
Im schwedischen SERE-Rahmen bleibt die Person nur dann beim Fahrzeug, wenn die Sicherheit dies zulässt. Muss sie es verlassen, nimmt sie ihre Notausrüstung zu einem geschützten Versteck mit. Dort gehören Beobachtung, Tarnung, das Versorgen von Verletzungen, Trinken und das Bestimmen der Position zusammen. Aus dem Ausrüstungsbestand und dem eigenen Zustand ergibt sich, welche Strecke noch möglich ist und welche Versorgung vorher nötig wird. Der vorbereitete Routenplan und vereinbarte Verfahren helfen, den weiteren Weg mit einer möglichen Aufnahme zu verbinden.
Für verdeckte Bewegung verwendet die schwedische SERE-Vorbereitung die Merkhilfe SOLO: Stanna, Observera, Lyssna, Ofta – anhalten, beobachten, zuhören, häufig. Kurze Bewegungsabschnitte zwischen Deckung und Sichtschutz werden durch Halte unterbrochen. Dabei prüft die Person das Gelände und hört auf Geräusche, bevor sie den nächsten Abschnitt beginnt. Diese Unterbrechungen schaffen Gelegenheit, eine Gefahr oder einen ungünstigen Übergang zu erkennen, bevor weitere Bewegung die Person exponiert. Auch der Ausweg aus einem Versteck und der Weg zum möglichen Aufnahmepunkt müssen zur eigenen Beweglichkeit passen.
Signale, Identifizierung und Aufnahme
SERE A Flyg umfasst Kommunikation mit Funk, Lampen und weiteren Notsignalen, sowohl verborgen als auch deutlicher sichtbar. Die Mittel erfüllen unterschiedliche Aufgaben: Ein Signal kann Aufmerksamkeit wecken und den Ort erkennbar machen; eine Funkverbindung kann Position, eigenen Zustand und Bewegungsmöglichkeiten übermitteln. Voraussetzung sind erhaltene, bedienbare Mittel und bei Funk eine nutzbare Verbindung. Die Auswahl von Signal, Zeitpunkt und Standort beeinflusst zugleich, wer die Mitteilung wahrnehmen kann.
Zur eigenen Vorbereitung der Aufnahme gehören geordnete Ausrüstung, bereitliegende Signalmittel und die Möglichkeit, die Identität nachzuweisen. Im schwedischen Link-up-Verfahren werden dafür vorbereitete Personendaten wie ISOPREP oder vereinbarte PR-Codes verwendet. Die Rückführungskräfte müssen erkennen können, wen sie aufnehmen. Die Person bereitet zugleich den Weg aus dem Versteck zum Treffpunkt vor, damit sie nach dem Kontakt dorthin gelangen kann.
Erreichen Rückführungskräfte das Gebiet, ohne dass Funkkontakt möglich ist, setzt das schwedische Verfahren die sichere Erkennung der eigenen Kräfte vor den Gebrauch vereinbarter PR-Signale. Danach richtet sich die Person nach deren Anweisungen, nimmt eine nicht bedrohliche Haltung ein, holstert eine mitgeführte Waffe und hält sich zur Identifizierung bereit. Die Annäherung soll damit keinen Angriff vermuten lassen und eine geordnete Aufnahme ermöglichen.