Fachwissen · Ausbildung in den USA

SERE in den USA: Isolation, Gefangenschaft und Rückkehr

Wie US-Personal nach einer Trennung mit begrenzten Mitteln handelt, gegnerischer Ausnutzung widersteht und eine mögliche Rückkehr vorbereitet.

Zwei U.S.-Luftwaffenangehörige bedienen gemeinsam ein tragbares Funkgerät
Ein Pilot und ein Loadmaster der U.S. Air Force bedienen bei einer SERE-Rückführungsübung auf Oahu ihr tragbares Funkgerät.

Das amerikanische SERE-System bereitet auf eine Lage vor, in der ein Soldat oder eine Besatzung von den eigenen Kräften getrennt ist, mit begrenzter Ausrüstung überleben muss und durch gegnerische Suche oder Gefangennahme bedroht wird. Ein Notausstieg, ein abgeschnittenes Fahrzeug oder eine getrennte kleine Gruppe können diese Lage auslösen. Die Person muss ihre Verletzungen, das Gelände, die Bedrohung und die verbliebenen Mittel selbst beurteilen.

SERE steht in den USA für Survival, Evasion, Resistance and Escape: überleben, Gefangennahme vermeiden, gegnerischer Ausnutzung widerstehen und aus Gefangenschaft entkommen. Die Ausbildung soll die Rückkehr unter eigene Kontrolle ermöglichen. Dafür verbindet sie eigene Entscheidungen mit Personnel Recovery, der Vorbereitung, Rückführung und anschließenden Reintegration isolierten Personals. Neben militärischer Aufnahme können auch diplomatische oder zivile Bemühungen eine Gefangenschaft beenden. Der US-amerikanische Code of Conduct gibt den militärischen Verhaltensrahmen vor; die erforderliche Ausbildungstiefe folgt dem Risiko der jeweiligen Aufgabe.

A, B und C: Gefangennahmerisiko und Ausnutzungswert

Bei der Einstufung zählen zwei Fragen: Wie wahrscheinlich wird die Person gefangen genommen, und welchen Nutzen könnte ein Gegner aus ihr ziehen? Ein Besatzungsmitglied kann nach dem Abschuss plötzlich allein in feindlichem Gebiet stehen. Ein Spezialauftrag kann eine kleine Gruppe weit von Unterstützung entfernen. Dienststellung, Rang, Kenntnisse und öffentliche Bedeutung beeinflussen zusätzlich den Wert der Person für militärische Befragung oder politische Propaganda. Level C bereitet deshalb vertieft auf besonders gefährdete Aufgaben vor. Die Stufen bilden keine Lehrgangsfolge, die jeder Soldat vollständig durchlaufen muss.

US-StufeRisikobezogene ZielgruppeInhaltlicher Schwerpunkt
Level AGrundlage für alle Angehörigen der US-Streitkräfte.Code of Conduct, Vorbereitung, grundlegendes Überleben und Ausweichen, Schutz vor Ausnutzung sowie Mitwirkung an der Rückkehr.
Level BPersonal mit mäßigem Gefangennahmerisiko durch Tätigkeit oder Auftrag.Erweiterte Vorbereitung; in der Air Force umfasst ECAC praktische Evasion und unterschiedliche Gefangenschaftslagen bis zum Geiselszenario.
Level CPersonal mit erheblichem oder hohem Gefangennahmerisiko und besonderer Anfälligkeit für gegnerische Ausnutzung, etwa Besatzungen und besondere Einsatzkräfte.Vertiefte Survival-, Evasion- und Resistance-Ausbildung mit praktischen Feldaufgaben und kontrollierten Gefangenschaftsszenarien.

Zum Grundstoff von Level A zählen Planung, Survival, Evasion, Widerstand gegen Ausnutzung, die Beendigung einer Gefangenschaft und die Unterstützung der eigenen Rückführung. SERE 100.2 besitzt auf militärisches und ziviles Personal ausgerichtete Inhalte. Für Zivilbeschäftigte und begleitende Auftragnehmer sind passende Verhaltensgrundsätze erforderlich; militärische Befehls- und Gefangenenpflichten lassen sich ihnen nicht allein durch den Besuch eines Kurses zuweisen.

Eine konkrete amerikanische B-Ausprägung ist Evasion and Conduct After Capture, kurz ECAC, der Air Force. Sie verbindet praktische Ausweichaufgaben mit Kriegsgefangenschaft, staatlicher Festhaltung außerhalb des Krieges und Geisellagen. Angeleitete Rollenspielszenarien werden durch ein Evasion-Labor und ein Hostage Resistance Training Laboratory ergänzt. Damit muss der Teilnehmer sowohl vor der Gefangennahme handeln als auch nach ihr: Gefangennahme vermeiden, Ausnutzungsversuche erkennen und das eigene Verhalten auf den jeweiligen Gewahrsam abstimmen. Praktische Resistance ist damit in diesem Air-Force-Programm bereits Bestandteil von B; C vertieft die Vorbereitung für das höhere Gefangennahme- und Ausnutzungsrisiko.

Vom Notausstieg zur eigenen Handlungsfähigkeit

Die Air Force verbindet den Notausstieg und die Fallschirmlandung mit Überlebensmedizin, persönlicher Notausrüstung und den anschließenden Feldaufgaben. Nach der Landung muss die Person zunächst die unmittelbare Gefahr erfassen, sich um notwendige Versorgung kümmern und einen gedeckten Ort erreichen, wenn die Lage das zulässt. Dort überprüft sie ihren Zustand und ihre Ausrüstung, bestimmt den Standort und entscheidet über das weitere Vorgehen. Ein verletztes Bein, verlorenes Wasser oder ein beschädigtes Funkgerät kann eine Änderung des Plans erfordern. Wer trotz dieser Änderungen einfach die ursprünglich vorgesehene Strecke abläuft, kann seine verbliebenen Mittel verbrauchen, bevor er sein Ziel erreicht.

Die praktische Survival-Aufgabe steht unter dem Druck der Evasion. Wasser, Schutz vor der Umgebung und Ruhe erhalten die Fähigkeit, sich weiterzubewegen oder einen Aufnahmepunkt zu erreichen. Nahrungssuche und Zubereitung, Unterkunftsbau und Feuer benötigen dagegen Zeit und können Bewegung, Geräusche, Licht oder Rauch erzeugen. Die Person muss deshalb entscheiden, welche Versorgung jetzt nötig ist und welchen Aufwand sie an diesem Ort tragen kann. Ein vorhandener Unterschlupf kann wenig Arbeit erfordern; ein längerer Aufenthalt kann besseren Wetterschutz verlangen. Ein Feuer kann Wärme liefern und zugleich den Aufenthaltsort verraten. Für diese Entscheidungen zählen die tatsächliche Kälte oder Nässe, verfügbare Mittel und die Nähe möglicher Suchkräfte.

Diese Landaufgaben betreffen mehrere Teilstreitkräfte. Die Navy vermittelt im Feld neben Orientierung auch das Erkennen und Zubereiten essbarer Pflanzen sowie den Erhalt der körperlichen Leistungsfähigkeit unter Belastung. Eine brauchbare Nahrungsquelle muss zuerst erkannt und verarbeitet werden. Die dafür benötigte Zeit fehlt beim weiteren Durchschlagen. Zur SERE-Ausbildung der Navy gehören daher auch diese Aufgaben an Land. Die Army bereitet ebenfalls Personal mit hohem Isolationsrisiko vor, einschließlich entsprechend eingesetzter staatlicher Zivilbeschäftigter und Auftragnehmer. Wegen des Luftfahrtanteils der Army sind Besatzungen eine wichtige Zielgruppe; die Ausbildung richtet sich jedoch auch an anderes gefährdetes Personal.

Ein früher beschriebenes Level-C-Modell der Army Special Operations Forces, kurz ARSOF, machte den Zusammenhang in drei Abschnitten deutlich: Grundlagen und praktische Feldkunde, eine zusammenhängende Survival- und Evasion-Phase und danach eine simulierte Kriegsgefangenschaft. Im Feld beschafften die Teilnehmer Nahrung und Wasser, errichteten Verstecke beziehungsweise Unterkünfte und mussten Verfolgern und Übungsgegnern ausweichen. Im Gefangenschaftsteil folgten individuelle und gemeinsame Aufgaben zum Schutz vor Befragung und Ausnutzung. Die Person kam damit aus einer Lage begrenzter Versorgung und eigener Bewegung in eine Lage gegnerischer Kontrolle.

Verbergen, beobachten und bewegen

Ein Versteck soll Kräfte sparen, Versorgung ermöglichen und zugleich ein rechtzeitiges Verlassen erlauben. Die amerikanische Merkhilfe BLISS verbindet Anpassung an die Umgebung, niedrige Silhouette, unregelmäßige Form, geringe Größe und einen abgelegenen Standort. Dazu gehören beobachtbare Annäherungswege und Auswege. Die Person prüft deshalb vor dem Niederlassen, wo andere Menschen auftauchen könnten und wohin sie bei Gefahr ausweichen kann. Sichtschutz nach oben und möglichst geringe Veränderungen am Boden ergänzen den Schutz gegen Beobachtung. Eine Mulde kann verbergen, während ein wasserführender Einschnitt bei starkem Regen zur Falle wird.

Während der Bewegung muss Beobachtung vor Geschwindigkeit gehen. Die Person nutzt vorhandenen Sichtschutz, vermeidet eine deutlich erkennbare Silhouette auf einer Geländekante und hält an gedeckten Punkten an, um die Umgebung zu prüfen. Fahrzeuggeräusche, Stimmen, Rauch, Spuren und Anzeichen neuerer menschlicher Tätigkeit können es nötig machen, eine scheinbar freie Route neu zu beurteilen. Vor einem offenen Abschnitt oder einer Straße wird aus der Deckung beobachtet; erst danach folgt die Bewegungsentscheidung. Dunkelheit vermindert bestimmte Sichtmöglichkeiten, erschwert aber auch das Erkennen des Bodens und der eigenen Richtung. Der passende Zeitpunkt ergibt sich aus Gelände, eigener Verfassung und tatsächlich beobachteter gegnerischer Aktivität.

Die eigene Ausrüstung und die Art der Bewegung hinterlassen weitere Hinweise. Lose Gegenstände werden gegen Klappern gesichert, unbeabsichtigte Licht- und Tonsignale vermieden. Abgebrochene Zweige, umgedrehte Bodenbedeckung, verloren gegangene Ausrüstung oder deutlich beschädigte Vegetation können die Bewegung verraten. Fester Tritt und möglichst geringe Eingriffe verringern solche Hinweise. Das kostet Aufmerksamkeit und kann langsamer sein als gewöhnliches Gehen. Wer erschöpft ist, muss deshalb auch den nächsten verdeckten Ruhepunkt einplanen, statt die gesamte Kraft auf eine möglichst schnelle Strecke zu setzen.

Code of Conduct: eigene Verantwortung und Gefangenengruppe

Die sechs Artikel des Code of Conduct verbinden den Dienstauftrag mit dem Verhalten nach einer Gefangennahme. Sie gelten für militärische Angehörige von Army, Navy, Air Force und Marine Corps. Artikel I und VI halten die Verantwortung gegenüber dem eigenen Land und die Verantwortung für das eigene Handeln aufrecht. Gefangenschaft beendet die militärische Zugehörigkeit nicht. Der Code ist dabei ein moralischer Verhaltensrahmen. Strafrechtliche Verantwortung richtet sich nach dem Uniform Code of Military Justice und dem tatsächlichen Verhalten; bei einer späteren Überprüfung zählen auch die Umstände der Gefangennahme und der gegnerische Zwang.

Artikel II richtet sich gegen die freiwillige Aufgabe. Kann eine isolierte Person militärisch nicht mehr wirksam kämpfen, bleibt die Aufgabe, Gefangennahme zu vermeiden und eigene Kräfte wieder zu erreichen. Das verlangt eine Evasion-Entscheidung, keine sinnlose Fortsetzung eines aussichtslosen Gefechts. Gefangennahme durch überwältigende gegnerische Stärke, bei der weder Ausweichen noch wirksamer Widerstand möglich ist, wird von einer freiwilligen Übergabe unterschieden.

Artikel III behandelt den Widerstand gegen gegnerische Ausnutzung und das Nutzen von Fluchtmöglichkeiten. Besondere Vorteile gegen Aussagen, Informationen oder ein Versprechen, nicht zu fliehen, können die Gefangenengruppe spalten. Der Gefangene soll solche Begünstigungen auf Kosten anderer und entsprechende Verpflichtungen gegenüber dem Gegner ablehnen. Eine Fluchtmöglichkeit wird unter der Führung des rangältesten militärischen Gefangenen betrachtet; auch die Folgen für Zurückbleibende gehören zur Entscheidung. Ein Ausbruch beendet zudem erst den Gewahrsam. Danach müssen Versorgung, Verbergen, Bewegung und der Weg unter eigene Kontrolle erneut bewältigt werden.

Artikel IV macht aus mehreren Gefangenen eine Gruppe mit fortbestehender Verantwortung. Der rangälteste handlungsfähige militärische Gefangene führt, unabhängig von seiner Teilstreitkraft; fällt er aus, übernimmt der nächste. Hygiene, Lagerordnung und die Versorgung Kranker und Verwundeter erhalten die Überlebensfähigkeit der Gruppe. Soweit Kontakt untereinander möglich ist, müssen gemeinsame Aufgaben und Verhalten abgestimmt werden. Zugleich darf der Gegner keine Hilfe erhalten, Mitgefangene mit besonders wertvollen Kenntnissen auszuwählen. Die eigene Erleichterung durch das Benennen eines Spezialisten kann dessen Gefährdung erhöhen und die gesamte Gruppe schwächen.

Artikel V unterscheidet zwischen den vorgeschriebenen Angaben zur Person und weiteren Informationen, die der Gegner verwerten könnte. Ein Kriegsgefangener nennt Name, Dienstgrad, Dienst- oder Personenidentifikationsnummer und Geburtsdatum. Fragen nach Auftrag, Einheit, Fähigkeiten oder Mitgefangenen sollen so weit wie möglich unbeantwortet bleiben. Dasselbe Schutzproblem besteht bei schriftlichen Erklärungen, Fragebögen und Aufnahmen für gegnerische Propaganda. Gespräche über Gesundheit und Versorgung sowie zulässige Familiennachrichten sind davon zu unterscheiden. Die Gefangenenführung kann sich für die Versorgung einsetzen und Beschwerden vorbringen. Daraus entsteht keine Pflicht, militärische Informationen preiszugeben.

Resistance muss auch nach erzwungenen Zugeständnissen wieder aufgenommen werden. Der amerikanische Rahmen berücksichtigt, dass körperlicher und psychischer Zwang eine gewisse Mitwirkung erzwingen kann. Die nächste Befragung oder Propagandaforderung ist eine neue Gelegenheit, weitere Preisgabe zu begrenzen. In kontrollierten Resistance-Trainingsumgebungen werden deshalb individuelles Verhalten und gemeinsames Verhalten der Gefangenengruppe verbunden. Zum Gegenstand gehören Informationsschutz, gegenseitige Verantwortung und das Erkennen von Ausnutzung.

Das angemessene Verhalten hängt auch von der Art der Festhaltung ab. In Kriegsgefangenschaft gelten die militärische Führung innerhalb der Gruppe und die Bestimmungen für Kriegsgefangene. Bei einer Festhaltung durch eine feindlich gesinnte Regierung außerhalb des Krieges sieht die US-Vorbereitung vor: ruhig bleiben und aggressives, kämpferisches oder illegales Verhalten vermeiden, das zusätzliche Strafvorwürfe auslösen oder eine Freilassung erschweren kann. Neben eigener Identität und unverfänglichen Umständen der Festhaltung werden Gespräche auf Gesundheit, das Wohlergehen von Mitgefangenen und die Rückkehr begrenzt. Aussagen und Unterschriften können der politischen Ausnutzung dienen. Der amerikanische Rahmen rät außerhalb lebensbedrohlicher Umstände von Fluchtversuchen aus diesem Regierungsgewahrsam ab, weil der Versuch eine weitere Strafverfolgung nach örtlichem Recht auslösen kann.

In einer terroristischen Geisellage soll die Person dagegen einen menschlichen Kontakt aufbauen, damit sie für den Entführer weniger als bloßes Symbol eines bekämpften Landes erscheint. Zuhören und ruhiges Verhalten können dazu beitragen; Streit, Belehrung und Debatten über Politik oder Religion können die Lage verschärfen. Beginnt tatsächlich eine Befreiungsaktion, sucht die Geisel Deckung, bleibt nach Möglichkeit an Ort und Stelle und versucht nicht, die Befreiungskräfte eigenmächtig zu unterstützen. Die Kräfte müssen Geiseln und Täter erst auseinanderhalten. ECAC und die ergänzenden Ausbildungsanteile zu Government Detention und Hostage Detention behandeln solche unterschiedlichen Handlungsaufgaben.

Vor Isolation: Absichten, Ausrüstung und Identität

Die Vorbereitung muss feststehen, bevor die Verbindung abreißt. In der Army bündelt Isolated Soldier Guidance, kurz ISG, die für den Auftrag geltenden Kriterien für Isolation, Meldemöglichkeiten, eigene Handlungen und das spätere Zusammenkommen mit eigenen Kräften. Die Person kennt damit die vorgesehene Reaktion auch ohne erreichbare Führungsstelle. Ein Evasion Plan of Action, kurz EPA, hält ihre eigenen Vorhaben fest: mögliche Bewegungsziele, Sammel- oder Aufnahmepunkte und das Verhalten, wenn sie verletzt ist oder sich weiterbewegen kann. Die Einheit erhält den Plan, damit mögliche Such- und Rückführungskräfte von diesen Absichten ausgehen können.

Zum EPA gehören die tatsächlich verfügbaren Mittel: Funkgeräte und Batterien, optische Signalmittel, persönliche Überlebensausrüstung sowie vorbereitete Kommunikations- und Erkennungsverfahren. Die Planung berücksichtigt auch Ausweichmöglichkeiten, wenn ein vorgesehener Kontakt nicht gelingt. Ändert sich der Auftrag vor dem Einsatz, werden die Absichten angepasst. Ändert sich später die Lage durch Verletzung, gegnerischen Druck oder verlorene Ausrüstung, muss die Person ihre Bewegung entsprechend ändern und eine Abweichung bei einer wirklichen Verbindung mitteilen. Ohne Verbindung erhält die eigene Sicherheit Vorrang vor dem Versuch, eine gefährlich gewordene Planposition um jeden Preis einzuhalten.

ISOPREP, der Isolated Personnel Report, erfüllt eine andere Aufgabe. Der US-Datensatz verbindet Angaben zur Person und Identifizierungsmerkmale mit geschützten persönlichen Authentifizierungsinformationen. Er unterstützt die Prüfung, ob ein Kontakt tatsächlich der gesuchten Person entspricht. Der EPA beschreibt, was sie beabsichtigt; ISOPREP hilft zu prüfen, wer sie ist. Beide werden vor der möglichen Isolation vorbereitet und für die zuständigen Stellen verfügbar gemacht. Die eigenen Authentifizierungsinformationen sind gegen Preisgabe zu schützen: Kennt ein Gegner sie, kann er einen falschen Kontakt glaubhafter erscheinen lassen.

Meldung, Signalisierung und Authentifizierung

Bei nutzbarer Verbindung benötigen die empfangenden eigenen Kräfte mehr als eine Position: Anzahl der Personen, Verletzungen und Bewegungsfähigkeit, beobachtete gegnerische Tätigkeit, Hindernisse am möglichen Aufnahmeort und vorhandene Signalmittel beeinflussen die Rückführung. Die Person übermittelt diese Angaben und hält die Verbindung nach den vorbereiteten Verfahren, solange das möglich ist. Bleibt eine Antwort aus, muss sie weiterhin für Schutz und Versorgung sorgen und selbst über ihre Bewegung entscheiden.

Ohne Funk können ein Signalspiegel, eine Markierungsfläche oder andere vorhandene optische Mittel die Position für beobachtende eigene Kräfte erkennbar machen. Sichtbarkeit ist dabei eine eigene Entscheidung: Das Signal kann auch gegnerischen Beobachtern den Aufenthaltsort zeigen. Die Person bereitet deshalb das vorhandene Mittel vor, beobachtet die Umgebung und richtet den Einsatz nach den vereinbarten Verfahren und einer tatsächlichen Kontaktmöglichkeit aus.

Ortung und Identitätsprüfung erfüllen verschiedene Aufgaben. Ein erkanntes Zeichen oder eine Positionsmeldung zeigt einen Ort; vereinbarte Fern- und Naherkennung sowie Authentifizierung helfen, den richtigen Menschen und den richtigen Kontakt zu bestätigen. Das ist besonders beim Zusammenkommen mit Kräften einer anderen Einheit wichtig. Die isolierte Person führt die vereinbarten Erkennungssignale und eigenen Identifizierungsaufgaben aus. Der so bestätigte Kontakt ist die Grundlage für die weitere Annäherung und Aufnahme.

Von gedecktem Warten zur tatsächlichen Übernahme

Ist eine Rückführung mit vorhandenen Kräften möglich, wird der Aufnahmeort nach dem tatsächlichen Verfahren beurteilt. Für eine Landung zählen Hindernisse und Gelände, für eine Bodenaufnahme die Annäherung und mögliche gegnerische Tätigkeit. Die Person hält einen gedeckten Warteplatz und Auswege vor, sichert ihre Ausrüstung und bereitet Signalmittel vor. Unter Bedrohung bleibt sie verborgen, bis die Aufnahme unmittelbar bevorsteht. Das verkürzt die Zeit, in der sie am offenen Aufnahmeort entdeckt werden kann.

Beim Kontakt muss die Person erkennbar sein und ein bedrohlich wirkendes Verhalten vermeiden: Waffen sichern, keine plötzlichen Bewegungen, auf die konkrete Anweisung zur Annäherung warten. Sie läuft nicht eigenständig auf ein Fahrzeug oder Luftfahrzeug zu. Rotoren, Propeller und lose Ausrüstung schaffen zusätzliche Gefahren. Bei einer Windenaufnahme oder anderem Aufnahmegerät zählen die Einweisung auf genau dieses Gerät und die Anweisungen der tatsächlich anwesenden Besatzung.

Bei Tactical Recovery of Aircraft and Personnel, kurz TRAP, bereitet das Marine Corps Rückführungskräfte unter anderem auf die Einsatzplanung, den Umgang mit Luftfahrzeugen und Rettungsmitteln sowie das Be- und Entladen vor. Die isolierte Person hält sich für die Aufnahme bereit und teilt ihre Lage mit. Nach der Übernahme folgen Versorgung und Reintegration mit medizinischer, psychologischer und operativer Nachbereitung. Kann keine solche Kraft eingesetzt werden, bleiben eigener Schutz, Evasion und eine nach der Lage mögliche selbstständige Rückkehr die Handlungsaufgaben.

Notausstieg und Überleben im Wasser

Über Wasser kann schon der Ausstieg aus einem Luftfahrzeug oder Fahrzeug zur unmittelbaren Überlebensaufgabe werden. Die Air Force unterscheidet die Wasser-Ausbildungsaufgaben für Besatzungen mit und ohne Schleudersitz. Rettungsinsel, Signalgeräte und das Verhalten mit der ausgegebenen Ausrüstung verbinden den Notausstieg mit dem späteren Auffinden. Die Person muss die vorhandene Schwimm- und Rettungsausrüstung tatsächlich nutzen können; an Land gewonnene Bewegungsfreiheit lässt sich im Wasser nicht voraussetzen.

Underwater Egress Training des Marine Corps behandelt dafür Orientierung und Ausstieg in kontrollierten Wassertrainern, vom einzelnen Sitz bis zum gedrehten Luftfahrzeug- oder Fahrzeugmodell. In der veränderten Lage müssen die Teilnehmer sich orientieren und den Ausstieg finden. Diese Vorbereitung auf einen bestimmten Notausstieg ergänzt Survival- und SERE-Fähigkeiten. Nach dem Ausstieg werden Schwimmfähigkeit, der Zugang zu vorhandenen Rettungsmitteln und die Möglichkeit zur Signalisierung entscheidend.