UET steht im US-Marine-Corps-Gerätekontext für Underwater Egress Trainer. Das dazugehörige Ausbildungsprogramm bereitet Marines und Navy-Angehörige auf die unmittelbare Selbstrettung aus einem untergetauchten Luft- oder Bodenfahrzeug vor. Unterricht, Einzelsitztrainer und absenkbare Kabinennachbildungen verbinden die Orientierung im Innenraum mit der Bedienung von Gurt, Ausstiegsöffnung und gegebenenfalls Notatemgerät. Der Teilnehmer übt den Ausstieg selbst, während das Personal die Unterwasserübung überwacht und bei Schwierigkeiten eingreifen kann.
Bezeichnung und Ausbildungsaufgabe
Im amerikanischen Ausbildungsgebrauch bedeutet UET auch Underwater Egress Training. „Trainer“ bezeichnet den Geräte- und Programmzusammenhang, „Training“ die damit durchgeführte Ausbildung. Bei britischen Militärluftfahrzeugen steht UET dagegen für Underwater Escape Training. Dieses findet gewöhnlich in einem geeigneten Hubschraubermodul der Underwater Escape Training Unit, kurz UETU, in Yeovilton statt. Die gleiche Abkürzung kann daher einen Simulatorzusammenhang oder eine nationale Ausbildungsbezeichnung meinen.
HUET, Helicopter Underwater Escape Training, konzentriert sich auf den Unterwasserausstieg aus einem Hubschrauber. Das UET-Programm des Marine Corps umfasst zusätzlich den Ausstieg aus untergetauchten Fahrzeugen. Gemeinsam ist die räumlich begrenzte Aufgabe: Die Person muss sich aus ihrer Rückhaltung lösen und eine nutzbare Öffnung erreichen, bevor sie sich an der Oberfläche um Auftrieb, Kälteschutz und vorhandene Überlebensausrüstung kümmern kann. In britischer Ausbildung stehen dafür der Unterwasserausstieg und die maritimen Überlebensübungen der Defence SERE Training Organisation als eigene Ausbildungsanteile nebeneinander.
Wie der Simulator das Unterwasserproblem erzeugt
Der Modular Amphibious Egress Trainer, MAET, besitzt eine generische Rumpfsektion mit nachgebildeten Cockpit- und Kabinenausstiegen. Eine Hebeanlage senkt sie in ein Becken und dreht sie um ihre Längsachse. Zwischen aufrechter Stellung und einer Drehung um 180 Grad lassen sich verschiedene Kabinenlagen einstellen. Sitz, Innenraum und Öffnungen drehen dabei gemeinsam: In der intakten Trainingskabine bleibt ihre Anordnung zueinander erhalten, während sich die Lage zur Wasseroberfläche verändert.
Wer kopfüber sitzt, kann deshalb die gewohnte Richtung „oben“ nicht mit dem Weg aus der Kabine gleichsetzen. Bei Sichtverlust fällt außerdem das Ablesen der Innenraumgeometrie aus. Ein tastbarer fester Bezugspunkt gibt der Person eine Verbindung zur Kabine und hilft, den Weg zur bekannten Öffnung nachzuvollziehen. Der Gurt hält sie zunächst am Sitz; nach dem Lösen entfällt diese feste Verbindung. Das Zusammenspiel von Bezugspunkt, Gurtbedienung und Ausstiegsweg ist deshalb eine eigene Übungsaufgabe.
Der Shallow Water Egress Trainer, SWET, reduziert diese Aufgabe zunächst auf einen einzelnen Sitz. Er dient der Einführung in das Untertauchen und in die Verwendung ergänzender Notatemgeräte, bevor oder während mit größeren Trainern gearbeitet wird. Der Submerged Vehicle Egress Trainer, SVET, nutzt ein vergleichbares modulares Kern- und Rotationsprinzip für Bodenfahrzeuge. Dort müssen Bezugspunkte und Ausstiegswege zur Fahrzeugnachbildung passen; die Öffnung einer Luftfahrzeugkabine ist keine räumliche Vorlage für den Mannschaftsraum eines Fahrzeugs.
Vom Einzelsitztrainer zur untergetauchten Kabine
Vor dem nassen Durchgang werden Ausstiegsverfahren, Gefahren und die verwendete Ausrüstung behandelt. Die Person muss die eigene Rückhaltung, die Bedienung der vorgesehenen Öffnung und den Weg von ihrem Sitz dorthin kennen. Ein Platz direkt neben einem Ausstieg stellt eine andere Aufgabe als ein weiter innen liegender Sitz: Dort muss nach dem Lösen zusätzlich der Weg durch den Innenraum bewältigt werden. Ein einziger Merksatz zur Reihenfolge von Gurt und Öffnung bildet diese unterschiedlichen Ausgangslagen nicht ab.
Am Einzelsitztrainer üben die Teilnehmer, die Ausrüstung unter Wasser zu bedienen. Wird ein ergänzendes Notatemgerät eingesetzt, gehört seine Verwendung in diese vorbereitete Übung. Im größeren Kabinentrainer kommen die tatsächliche Sitzposition, der Weg zum Ausstieg und die veränderte Kabinenlage zusammen. Die Person muss diese Handlungen auch dann miteinander verbinden können, wenn sie ihre Lage und die Öffnung nur noch durch Tasten erkennt.
Ein britischer HUET-Lehrgang verwendet vier Durchgänge: zunächst untergetaucht bei Tageslicht, danach kopfüber bei Tageslicht, bei Dämmerlicht und in Dunkelheit. So verändert sich die Orientierungsaufgabe durch Lage und Sicht. Die UETU verwendet auch Szenarien mit blockierten Ausstiegen. Ein solcher Durchgang fordert die Orientierung zu einer anderen nutzbaren Öffnung, statt den eingeprägten direkten Weg blind fortzusetzen.
Ausrüstung, Zulassung und Sicherung
Beim Marine Corps setzt UET eine gültige Water-Survival-Qualifikation voraus. Britische Vorgaben verlangen vor einer nassen Übung die gültige zugehörige Trockenübung; für nasse Übungen mit einem Emergency Breathing System ist außerdem ein medizinisches Screening vorgesehen. Damit werden Schwimm- und Überlebensgrundlage, eingeübte Gerätebedienung und die besondere Belastung der Atemgeräteübung getrennt berücksichtigt.
Die britische Ausbildung verlangt Übungsausrüstung, deren Bewegung und Bedienung die tatsächlich im Luftfahrzeug verwendete Ausrüstung ausreichend nachbilden. Die Person muss mit der getragenen Ausrüstung die vorgesehenen Griffe erreichen und die gelehrte Bewegung ausführen können. Auch ein Wechsel auf einen anderen Luftfahrzeugtyp verlangt passende Vorgaben für die Überlebensübungen. Besatzung, zusätzlich mitfliegendes Personal und regelmäßig beförderte Passagiere haben dabei rollenabhängige Anforderungen.
Im kontrollierten Becken übernimmt das Personal eine andere Aufgabe als der Teilnehmer. Dieser führt den Ausstieg aus; die Sicherer beobachten seinen Verlauf und unterstützen, wenn er die Kabine nicht verlassen kann oder in Panik gerät. Bei einem Marine-Corps-Ausbildungsbeispiel blieb das Personal während der Szenarien nahe bei den Teilnehmern im Wasser. Eine australische Übung zeigte ebenfalls eng überwachte Durchgänge mit Eingreifen bei Verletzungsgefahr. Diese Sicherung gehört zum Ausbildungsbetrieb und ermöglicht das Üben unter Bedingungen, in denen ein misslungener eigener Ausstieg rechtzeitig erkannt wird.
Den eigenen Sitzplatz und die Ausstiegswege kennen
Die Vorbereitung muss auf den eigenen Platz und die tatsächlich vorhandene Ausrüstung übertragbar sein: Wo liegt die Öffnung relativ zum Sitz, wie wird sie bedient, welcher feste Bezug ist erreichbar und welcher Weg bleibt nach dem Lösen des Gurts? Wer nur die Griffe einer anderen Kabinennachbildung erinnert, kann bei einer abweichenden Anordnung am falschen Ort suchen. Ein blockierter Ausstieg verlangt einen anderen verfügbaren Weg; ein vorhandenes Notatemgerät kann zusätzliche Atemluft liefern, aber keine verklemmte Öffnung freimachen.
Ein realer Unfall kann außerdem den Innenraum verformen, die Person verletzen oder lose Gegenstände in den Ausstiegsweg bringen. Kaltes Wasser fügt eine körperliche Belastung hinzu: Die plötzliche Hautabkühlung kann einen unwillkürlichen Atemzug und unkontrollierte schnelle Atmung auslösen; die spätere Abkühlung oberflächennaher Muskeln und Nerven erschwert gezielte Handbewegungen. Diese Wirkungen betreffen gerade die Atem- und Griffhandlungen, die im Trainer unter kontrollierten Bedingungen vorbereitet werden.
Mit dem Verlassen der Kabine beginnt eine andere Überlebensaufgabe. An der Oberfläche müssen Atemweg und Auftrieb erhalten, Kältebelastung begrenzt und erreichbare Überlebensmittel genutzt werden. UET bereitet die Person auf den vorgelagerten Unterwasserausstieg vor. Die anschließende Seenotausbildung behandelt die Mittel und Handlungen, mit denen sie nach diesem Ausstieg im Wasser oder in einem Überlebensfahrzeug weiter handlungsfähig bleibt.