
Militärisches Überlebenstraining bereitet Personal darauf vor, nach dem Verlust der Verbindung zu eigenen Kräften handlungsfähig zu bleiben, einer Gefangennahme zu entgehen und die eigene Rückführung zu unterstützen. Ein abgeschnittener Soldat muss mit dem auskommen, was ihm nach der Isolation geblieben ist. Luftfahrzeugbesatzungen müssen unter Umständen zuvor noch eine Fallschirmlandung, einen Notausstieg oder den Wechsel in eine Rettungsinsel bewältigen. Die Teilnehmer lernen deshalb, sich zu schützen, zu versorgen und zu bewegen, während sie einer gegnerischen Bedrohung ausgesetzt sind. Sie üben auch, was sie bei einer möglichen Aufnahme durch eigene Kräfte tun müssen.
Wer einer Gefangennahme entgehen muss, kann seinen Ruheplatz oder eine Wasserstelle nicht allein danach auswählen, wie gut sie zum Überleben geeignet sind. Ein Feuer wärmt, kann aber durch Licht und Rauch den Standort verraten. An einer Wasserstelle können sich auch andere Menschen aufhalten. Und ein Versteck, das keinen Schutz vor Wind und Nässe bietet, lässt kaum erholsamen Schlaf zu; wer dort auskühlt, ist beim Weitergehen geschwächt. Im Gelände üben die Teilnehmer deshalb, sich zu versorgen und auszuruhen, ohne dabei die Gefahr einer Entdeckung zu übersehen.
Verwendung und Risiko bestimmen die Vorbereitung
Die Gefährdung ergibt sich aus dem Auftrag und der Verwendung. Luftfahrzeugbesatzungen können weit von eigenen Kräften abgeschossen oder zur Landung gezwungen werden. Spezialkräfte können tief in gegnerisch kontrolliertem Gebiet operieren. Bodentruppen können durch einen Angriff, den Verlust eines Fahrzeugs oder die Trennung von ihrer Einheit isoliert werden. Neben der Wahrscheinlichkeit einer Isolation zählt, über welche Informationen eine Person verfügt, welche Verantwortung sie trägt und welche Folgen ihre Ausnutzung durch den Gegner hätte.
Im NATO-System ordnet SERE diese Vorbereitung den Stufen A, B und C zu. A vermittelt die akademischen Grundlagen für ein geringes Risiko und kann begrenzte praktische Survival-Anteile in kontrollierter Umgebung enthalten. B verbindet diese Grundlage für mittleres Risiko mit praktischer Überlebens- und Evasion-Ausbildung sowie Resistance-Unterricht. C umfasst für hohes Risiko umfangreiche praktische Survival-, Evasion- und Resistance-Anteile. Die einzelnen Streitkräfte setzen diese Aufgaben in eigenen Programmen um. Hinzu kommen verwendungsbezogene Notverfahren und Umweltlehrgänge, etwa für Besatzungen in nördlichen Fluggebieten oder über See.
Mit der verbliebenen Ausrüstung arbeiten
Am Beginn einer praktischen Isolationslage steht die Bestandsaufnahme: Welche Schutzmittel, Wasserbehälter, Vorräte, Zündmittel und Kommunikations- oder Signalgeräte sind noch vorhanden? Was ist beschädigt, verloren oder bereits verbraucht? Davon hängen die nächsten Tätigkeiten ab. Wer noch einen Biwaksack hat, kann sich besser vor dem Wetter schützen als jemand, der den gesamten Überlebenssatz verloren hat. Verbliebene optische Signalmittel werden für eine passende Gelegenheit und einen geeigneten Empfänger bereitgehalten.
Die Teilnehmer üben mit der Ausrüstung, die ihnen ausgegeben wird. Sie lernen, die Geräte zu bedienen, gegen Wasser und Schmutz zu schützen und so zu verstauen, dass unterwegs nichts klappert oder verloren geht. Wie Batterien geschützt werden müssen, richtet sich nach den Anforderungen des jeweiligen Geräts. Auch die Signalgeräte müssen sie vorbereiten und nach deren Bedienhinweisen einsetzen können. Vor einer Aufnahme sichern sie lose Teile, damit nichts hängen bleibt oder wegfliegt. Fehlt später ein Wasserbehälter, ein Navigationsgerät oder ein Funkgerät, wird es schwieriger, sich zu versorgen, den Weg zu finden oder Kontakt zu den Rettungskräften aufzunehmen.
Die Streitkräfte stellen Überlebensausrüstung nach ihren nationalen Vorgaben und entsprechend dem Auftrag, dem Isolationsrisiko und der Umgebung zusammen. Dabei berücksichtigen sie auch die geplante Rückführung: Mit den ausgegebenen Kommunikations- und Signalmitteln muss die Person die vorgesehenen Verfahren ausführen können. Wer ein anderes Gerät als das eingeübte verwendet, muss dessen Funktionen kennen. Navigationsgerät, Notsender und Funkgerät erfüllen unterschiedliche Aufgaben.
Schutz und Versorgung unter Entdeckungsrisiko
Im Gelände üben die Teilnehmer, sich vor dem Wetter und vor kaltem oder feuchtem Boden zu schützen, Wasser zu beschaffen und knappe Nahrung einzuteilen. Bei der Wahl eines Ruheplatzes prüfen sie auch, wie leicht sie dort zu sehen sind, ob sie die Zugänge beobachten können und auf welchem Weg sie den Platz wieder verlassen können. Eine tiefe Geländemulde kann verbergen, aber auch Wasser sammeln. Hat ein Unterstand nur einen ungünstigen Ausgang, kann sich sein Nutzer kaum unbemerkt zurückziehen, sobald sich Menschen nähern. Der Platz muss deshalb sowohl Ruhe als auch die Beobachtung der Umgebung ermöglichen.
Wer ein Feuer nutzen will, muss Brennstoff beschaffen und bereitlegen sowie die Feuerstelle unterhalten. Das kostet Zeit und Kraft, bindet die Person an einen Ort und kann sie durch Licht und Rauch verraten. Sie muss daher abwägen, ob sie das Feuer zum Wärmen oder Zubereiten braucht und welches Entdeckungsrisiko sie dafür eingeht. Ein akuter Wärmeverlust wiegt dabei schwerer als der Wunsch nach einer warmen Mahlzeit. Vorhandene Schutzmittel und ein besserer Standort können den Bedarf an Feuer verringern. In der Ausbildung treffen die Teilnehmer diese Entscheidung unter den jeweiligen Gelände- und Witterungsbedingungen.
Der Wasservorrat muss für die geplante Strecke reichen, auch wenn schwieriges Gelände den Marsch verlängert und zusätzliche Kraft kostet. Wer Wasser oder Nahrung beschafft und zubereitet, muss dafür anhalten und Zeit aufwenden. Die nötigen Behälter und Mittel zur Wasseraufbereitung werden auch auf den folgenden Etappen gebraucht und müssen erhalten bleiben. Deshalb lohnt sich nicht jede Gelegenheit, Vorräte zu ergänzen: Entscheidend ist auch, wie viel Zeit und Kraft das kostet und wie lange man dafür an einem Ort bleiben muss.
Beobachten und verdeckt weitergehen
In der Evasion-Ausbildung entscheiden die Teilnehmer anhand ihrer Beobachtungen, wo und wann sie weitergehen. Bevor sie einen verdeckten Haltepunkt verlassen, beobachten sie den nächsten Geländeabschnitt, mögliche Annäherungswege und Hinweise auf menschliche Tätigkeit. Fahrzeuge, Stimmen, Rauch, bewohnte Gebäude oder sichtbare Bewegungen können eine andere Route erforderlich machen. Eine auf der Karte kurze Verbindung kann über eine offene Fläche, eine schwer überwindbare Sperre oder einen regelmäßig benutzten Weg führen.
Die Person nutzt vorhandene Geländedeckung, vermeidet eine auffällige Silhouette und sichert Ausrüstung, die Lärm verursachen könnte. Während eines Halts beobachtet sie aus der Verdeckung heraus, ohne sich für einen besseren Überblick sichtbar abzuzeichnen. Dabei verändert sich die Verdeckung: Schatten wandern, hinter einem Bewuchsstreifen beginnt offener Boden, und die nächste Bewegung kann den bisher verborgenen Körper sichtbar machen. Die Teilnehmer üben deshalb, jeweils einen überschaubaren Abschnitt zurückzulegen und die Lage danach erneut zu beurteilen. Ihre Route passen sie diesen Beobachtungen an.
Ein geschützter Halt ermöglicht es, sich auszuruhen, die Ausrüstung zu ordnen und die Umgebung zu beobachten. Gleichzeitig bleibt die Person dadurch länger am selben Ort. Vor dem Weitergehen muss sie beurteilen, welche Strecke sie mit ihrer verbleibenden Kraft und ihren Vorräten unter der gegebenen Bedrohung bewältigen kann. Ein schnellerer Marsch kann mehr Wasser und Kraft kosten; ein langer Umweg kann die knappen Vorräte aufzehren. Diese Entscheidung muss die isolierte Person auch dann treffen, wenn sie keine Verbindung zu eigenen Kräften hat.
Ablauf einer deutschen Durchschlageübung
Ein deutsches SERE-B-Ausbildungsmodell für Bodentruppen beginnt mit einer Einweisung und praktischen Stationen zu Feuer, Boden-Boden- und Boden-Luft-Signalen, Kälteschutz, Wärmeerhalt und Notunterkunft. Danach folgt die Durchschlagephase: Trupps aus zwei oder drei Soldaten müssen selbst Aufnahmepunkte erreichen, während ein Feindkommando ihren Bewegungsspielraum einschränkt. Dabei wenden sie die zuvor geübten Fertigkeiten gemeinsam an. Der Unterstand ermöglicht ihnen eine Ruhephase, die Vorräte müssen für den Weitermarsch reichen, und bei der Aufnahme brauchen sie die erlernten Signale.
In diesem Modell stehen nur wenig Bekleidung, ein Biwaksack und knappe Nahrung zur Verfügung; ein Schlafsack fehlt. Bei Arbeiten am Unterkunftsplatz und bei Nachtbewegung passen die Teilnehmer ihre Bekleidung so an, dass sie möglichst wenig schwitzen. Sonst kühlt die durchnässte Kleidung sie in der folgenden Ruhephase zusätzlich aus. Brennstoff wird vor einem längeren Aufenthalt bereitgelegt. An den Biwakplätzen teilen die Trupps Feuerwache und Beobachtung ein. Wer eine dieser Aufgaben übernimmt, kann währenddessen nicht ungestört ruhen.
Tiefer Schnee erhöht den Kraft- und Zeitaufwand auch auf vergleichsweise kurzen Strecken. Die Gruppe muss deshalb ihre Bewegung planen, die Vorräte einteilen und die Aufgaben am Halteplatz verteilen. Wer für ein aufwendiges Lager zu viel Zeit und Kraft verbraucht, hat weniger Reserven für die nächste Etappe. Wer ohne ausreichenden Schutz kaum zur Ruhe kommt, geht bereits geschwächt weiter. Am Aufnahmepunkt müssen die Teilnehmer anschließend die eingeübten Verfahren für den Kontakt und die Aufnahme anwenden.
Ein amerikanischer Lehrgang mit Gefangenschaftsphase
Ein SERE-C-Modell für Army Special Operations Forces gliedert sich in drei Ausbildungsbereiche. Zu Beginn stehen der amerikanische Code of Conduct, eine SERE-Einweisung und praktische Fertigkeiten für das Leben und Handeln im Gelände. In der anschließenden Feldphase beschaffen die Teilnehmer Wasser und Nahrung, errichten Unterstände, nutzen Feuer und üben Evasion gegenüber einem Übungsgegner. Sie müssen sich also versorgen, während sie sich weiterbewegen und einer Entdeckung entgehen.
Darauf folgt ein kontrolliertes Resistance-Labor mit einem Gefangenschaftsszenario. Die Teilnehmer üben, sich einzeln und als Gruppe gegen Befragung und gegnerische Ausnutzung zu behaupten und dabei den amerikanischen Verhaltensvorgaben zu folgen. Anders als in der Feldphase können sie nun kaum selbst bestimmen, wo sie sich aufhalten, wie sie ihre Zeit nutzen und mit wem sie Kontakt haben. Unter diesen Bedingungen müssen sie ihre körperliche Handlungsfähigkeit erhalten, Informationen schützen und Verantwortung für Mitgefangene übernehmen. Der Lehrgang endet mit einer Nachbesprechung der einzelnen Phasen.
Die US Air Force ergänzt die Ausbildung gefährdeten Personals um Verfahren nach einem Fallschirmausstieg, Fallschirmlandung, Survivalmedizin und den Umgang mit Recovery-Geräten. Ihre Wasserlehrgänge unterscheiden zwischen Besatzungen, die das Luftfahrzeug mit einem Ausschusssystem verlassen, und Besatzungen ohne diese Möglichkeit. Von den jeweiligen Notverfahren hängt ab, welche Ausrüstung die Besatzung nach dem Verlassen des Luftfahrzeugs noch nutzen kann und welche Fähigkeiten sie dafür braucht.
Gefangenschaftsvorbereitung und Informationsschutz
Resistance-Ausbildung bereitet auf die gegnerische Ausnutzung in Gefangenschaft vor. Der Gegner kann aus Aussagen ein Lagebild gewinnen, Informationen über andere Personen erhalten oder Äußerungen für seine eigenen Zwecke verwenden. Die Teilnehmer lernen deshalb die nationalen Verhaltensvorgaben, den Schutz dienstlicher Informationen und das Verhalten innerhalb einer Gefangenengruppe. Auch Angaben über Mitgefangene können diese gefährden; zu schützen sind daher nicht nur Informationen über den eigenen Auftrag.
Im amerikanischen ARSOF-Modell bildet der Code of Conduct den nationalen Rahmen. Er verlangt von US-Gefangenen, weder Informationen weiterzugeben, die Mitgefangenen schaden können, noch sich an Handlungen zu beteiligen, die diese gefährden. Belastende Informationen über einen anderen Gefangenen können dem Gegner zusätzliche Möglichkeiten geben, Druck auf diese Person auszuüben. Wer solche Informationen zurückhält, schützt damit auch andere. An die deutsche SERE-C-Ausbildung kann für besonders gefährdete Verwendungen Resistance to Interrogation als zusätzliches Modul anschließen. Die Teilnehmer üben dann über die Durchschlagephase hinaus das Verhalten bei Gefangenschaft und Befragung: Sie sollen auch bei eingeschränkter Bewegungsfreiheit und unter gegnerischem Druck die Verhaltensvorgaben einhalten und Mitgefangene schützen.
Die eigenen Aufgaben bei der Rückführung
Die Vorbereitung auf Personnel Recovery beginnt vor einer möglichen Isolation. Ein Evasion Plan of Action hält die geplanten Evasion-Maßnahmen fest, damit die Rückführungskräfte abschätzen können, wohin sich die Person bewegen wird. Ein Isolated Personnel Report dient der persönlichen Identifizierung und Authentifizierung. Die Ausbildung unterscheidet zwischen diesen Aufgaben: Eine Positionsangabe zeigt, wo sich jemand befindet; die persönlichen Nachweise helfen zu klären, ob es die gesuchte Person ist. Authentifizierungsinformationen müssen geschützt bleiben, damit ein Gegner sich damit nicht als diese Person ausgeben kann.
Kommt eine Verbindung zustande, muss die isolierte Person ihre Lage mit den verbliebenen Mitteln übermitteln können. Dazu gehören die Position, die Zahl und der Zustand der Personen, Hindernisse und beobachtete gegnerische Tätigkeit im Aufnahmeraum sowie die noch verfügbaren Signalmittel. Ein optisches Signal kann eigenen Kräften helfen, die Person im Gelände zu finden. Dafür müssen sie das Signal sehen können; außerdem muss seine Verwendung vorab vereinbart oder über die bestehende Verbindung abgestimmt sein. In der Ausbildung lernen die Teilnehmer, wann sie während der Aufnahme signalisieren sollen und welches Entdeckungsrisiko damit verbunden ist.
Steht eine Aufnahme bevor, sichern die Teilnehmer Ausrüstung und lose Teile und bereiten die vorgesehenen Signalmittel vor. In feindlicher Umgebung bleiben sie verdeckt, bis sie diese Deckung unmittelbar für die Aufnahme verlassen müssen. Beim Kontakt verhalten sie sich erkennbar nicht bedrohlich und halten ihre Waffen gesichert. Sie vermeiden schnelle, unklare Bewegungen, die eine Fehlreaktion auslösen könnten, und nähern sich einem Aufnahmefahrzeug erst auf entsprechende Anweisung. Die Ausbildung bereitet sie auf ihre jeweiligen Aufgaben bei einer Aufnahme am Boden, über Wasser oder aus der Luft vor. Die Rückführung ist erst abgeschlossen, wenn sie wieder unter der Kontrolle eigener oder verbündeter Kräfte stehen.
Notausstieg und Überleben auf See
Für Luftfahrzeugbesatzungen beginnt die Notlage häufig mit einem technischen Problem. Sie müssen das Rettungsgerät ihres Luftfahrzeugmusters erreichen und bedienen können, damit es ihnen nach dem Ausstieg zur Verfügung steht. Angehende deutsche Besatzungsmitglieder üben den Umgang mit Fallschirm, Schwimmweste und Rettungsinsel. Das Entkommen aus einer gekenterten Flugzeugkabine wird zunächst in einer Wasserübungshalle geübt; anschließend wenden sie ihre Fertigkeiten unter Bedingungen auf See an. So lernen sie erst den Umgang mit dem Gerät und das Verhalten in der Notlage, bevor sie mit der Umgebung auf See zurechtkommen müssen.
Auf See müssen die Besatzungsmitglieder mit Rettungsinsel und Signalmitteln umgehen, ihre Ausrüstung sichern und sich mit den vorhandenen Vorräten versorgen. Wind, Strömung und die Leistungsfähigkeit von Person und Rettungsgerät bestimmen, wohin und wie weit sie sich auf dem Wasser bewegen können. Einen gewählten Punkt können sie daher nicht wie beim Marsch an Land ansteuern. Erreichen sie später die Küste, müssen sie das Gelände beurteilen, sich verbergen und ihren weiteren Weg an Land wählen. Wasser- und Evasion-Ausbildung bereiten auf diese unterschiedlichen Phasen einer möglichen Isolation vor.
Ausbildung für Kälte, trockene Gebiete und dichten Bewuchs
Bei Kälte bleibt weniger Zeit für ungeschützte Arbeiten; in Ruhephasen braucht der Körper wirksamen Schutz vor Wärmeverlust. Schnee kann als Baumaterial für eine isolierende Unterkunft dienen: Die Schneehülle hält Wind ab und verringert den Wärmeverlust. Eine Unterlage schützt den ruhenden Körper zusätzlich vor dem kalten Boden. Zugleich erschwert tiefer Schnee die Bewegung, sodass auch kurze Strecken viel Zeit kosten. Bei kurzen Tagen steht wenig Tageslicht zur Verfügung, um Gelände und Untergrund zu beurteilen. Die arktische Ausbildung der US Air Force für Besatzungen in nördlichen Fluggebieten konzentriert sich deshalb auf isolierende Unterkünfte, Feuer, Wasser- und Nahrungsversorgung sowie Signalisierung. Die Besatzungsmitglieder sollen ihren Aufenthalt überleben und sich bemerkbar machen können, wenn eine geeignete Gelegenheit zur Aufnahme besteht.
In trockenen Gebieten muss die Person ihre Strecke nach dem Wasservorrat und der zu erwartenden Anstrengung wählen. Bei Hitze, weichem Sand oder schwierigem Gelände kann sie mit demselben Vorrat deutlich weniger weit kommen als geplant. In dichtem tropischem Bewuchs sieht sie dagegen nur über kurze Entfernungen. Hindernisse und Untergrund lassen sich erst aus der Nähe beurteilen; Umwege und das Passieren dichter Vegetation kosten zusätzliche Kraft. Bei Dunkelheit wird diese Beurteilung noch schwieriger. Dichter Bewuchs bietet zwar Verdeckung, erschwert aber auch das Vorankommen und das rechtzeitige Erkennen von Hindernissen.
Australische und französische Besatzungsausbildung
Der australische Aircrew-SERE-Lehrgang richtet sich an Besatzungen, die in einem Gefechtsumfeld zur Landung gezwungen oder von eigenen Kräften getrennt werden können. Dazu gehört auch Kabinenpersonal. Die Teilnehmer üben auf See, an der Küste, in trockenen Gebieten und im Dschungel. Der Lehrgang umfasst Schwimmen, Evasion, Widerstand gegen Befragung und Ausnutzung sowie Escape. Den Abschluss bildet ein Evasion- und Gefangennahmeszenario. Dabei üben die Teilnehmer, sich einer Gefangennahme zu entziehen und Informationen auch bei eingeschränkter Bewegungsfreiheit zu schützen.
In Frankreich bereitet das Centre de formation à la survie et au sauvetage fliegendes Personal der Luft- und Raumfahrtstreitkraft, Marine und des Heeres auf Survival, Evasion, Resistance und Extraction vor. Die französischen Stufen Alpha, Bravo und Charlie richten sich nach dem Isolations- und Ausnutzungsrisiko; fliegendes Personal erhält die höchste Ausbildungsstufe. Für die unterschiedlichen Einsatzgebiete gibt es Ausbildung unter Kälte-, Wüsten- und äquatorialen Bedingungen. Die Besatzungen lernen dabei, nach dem Verlassen des Luftfahrzeugs mit ihren Notmitteln in der jeweiligen Umgebung zu überleben. Die SERE-Anteile bereiten sie außerdem auf Verbergen, Gefangenschaft und Rückführung vor.
The appearance of U.S. Department of War (DoW) visual information does not imply or constitute DoW endorsement.