Wiki · Begriffserklärung

Notfunkbake

Eine Notfunkbake ist ein Notsender, der nach manueller oder automatischer Aktivierung Funksignale zur Alarmierung und Ortung aussendet. Der Oberbegriff umfasst persönliche Notbaken, maritime Notbaken und Luftfahrzeugnotsender. Für isoliertes Personal kann eine Bake den ersten Hinweis auf eine Notlage und einen Ausgangspunkt für die Suche liefern. Geortet wird dabei der Sender: Eine am Wrack verbliebene, verlorene oder getrennt treibende Bake zeigt einen anderen Ort als die Person, die sich inzwischen entfernt hat.

Alarm, Kennung und Position

Bei einer digitalen 406-MHz-Notfunkbake enthält die Alarmmeldung eine Gerätekennung. Die Registrierung verbindet diese Kennung mit Angaben zum Besitzer, zum zugehörigen Luftfahrzeug oder Schiff und zu hinterlegten Kontaktpersonen. Diese Angaben liegen im Register; die Bake überträgt damit nicht bei jedem Alarm eine vollständige Beschreibung der aktuellen Lage. Ein registriertes Gerät hilft der empfangenden Stelle, den Alarm einzuordnen und weitere Informationen zu suchen. Es meldet weder die Zahl der tatsächlich noch zusammengebliebenen Personen noch deren Verletzungen oder eine neue gegnerische Bedrohung.

Die Satelliten von Cospas-Sarsat empfangen das Signal und leiten es an eine Bodenempfangsstation, das Local User Terminal, weiter. Von dort gehen die verarbeiteten Alarmdaten an ein Mission Control Centre, das Meldungen zusammenführt und an zuständige Such- und Rettungsstellen verteilt. Ein Rescue Coordination Centre bearbeitet den Alarm und koordiniert die verfügbaren Mittel. Dieser Weg verbindet die Bake mit einer Alarmorganisation. Er stellt noch keine Sprechverbindung zur eigenen Einheit oder zu einem Aufnahmefahrzeug her.

Ein eingebauter Empfänger für globale Navigationssatellitensysteme, kurz GNSS, kann die Position aus empfangenen Satellitensignalen berechnen; die Bake fügt diese Daten dann ihrer Alarmmeldung hinzu. Ein gewöhnlicher Navigationsempfänger berechnet den eigenen Standort, sendet ihn aber nicht allein dadurch an Suchkräfte. Für die Übermittlung braucht es den Notsender oder ein anderes Kommunikationsmittel. Auch ohne eingebettete Navigationsposition kann das Satellitensystem den Sender anhand seiner Signale orten. Alarmempfang und brauchbare Ortsbestimmung sind dabei eigene Vorgänge. Bei einer nur einmal übernommenen Luftfahrzeugposition kann die ausgesendete Koordinate außerdem älter sein als der Absturz oder die weitere Bewegung.

Ein zusätzliches Peilsignal unterstützt passend ausgerüstete Suchkräfte beim Anflug oder bei der Annäherung an die Bake. Es führt sie zum Sender, auch wenn dessen Träger nicht mehr dort ist. Bei älteren Geräten mit ausschließlich analogem Peilsignal setzt die Erfassung einen Empfänger in Reichweite voraus; daraus entsteht kein Cospas-Sarsat-Satellitenalarm.

Welche Bake bleibt bei der Person?

GeräteartAufgabe und AuslösungBedeutung bei Isolation
PLBPersönliche, tragbare Notbake; manuelle Aktivierung.Sie muss erreichbar mitgeführt und selbst ausgelöst werden. Bleibt sie am Körper, folgt der Senderort der Person; Verlust oder zurückgelassene Ausrüstung trennen beide.
EPIRBMaritime Notbake; je nach Bauform manuelle oder automatische Freisetzung und Aktivierung.Eine freigeschwommene Bake kann getrennt von Überlebenden treiben. Die bestimmungsgemäße Sicherung an Person oder Rettungsinsel hält ihren Ort mit der Gruppe verbunden.
ELTLuftfahrzeugnotsender; feste, entnehmbare oder automatisch freigesetzte Bauformen.Ein fester Sender liefert einen Ansatz am Luftfahrzeug. Nur ein dafür vorgesehenes, tatsächlich verfügbares tragbares Gerät kann nach dem Verlassen bei den Überlebenden bleiben.

Die Schwimmfähigkeit einer EPIRB bedeutet beispielsweise nicht, dass eine PLB im Wasser ebenfalls aufrecht sendet. Ebenso macht ein automatisch ausgelöster ELT am Luftfahrzeug eine persönliche Bake nach einem Absprung nicht verfügbar. Vor dem Einsatz muss deshalb feststehen, welches Gerät am Fahrzeug verbleibt, welches beim Notausstieg erreichbar ist und welche Antenne zum Betrieb außerhalb des Fahrzeugs dazugehört. Einen fest eingebauten Sender zu zerlegen ist kein Ersatz für eine vorgesehene tragbare Ausführung.

Vorbereitung und eigener Betrieb

Zur Vorbereitung gehören die richtige Gerätekennung im zuständigen Register, aktuelle Kontakt- und Trägerdaten, eine einsatzbereite Batterie und der vorgesehene Selbsttest. Nach Verlust oder einem Wechsel des zugeordneten Schiffs oder Besitzers müssen die Registerdaten angepasst werden. Der Selbsttest prüft die dafür vorgesehenen Gerätefunktionen; eine normale Alarmaktivierung als Probe kann dagegen einen echten Alarm auslösen. Testablauf und zulässige Häufigkeit richten sich nach dem Gerät, denn auch Tests verbrauchen Batterieenergie. Nach einem wirklichen Einsatz können Batterieentladung und Beschädigungen eine Wartung erforderlich machen.

In der Isolation beginnt die Geräteentscheidung mit dem tatsächlich verbliebenen Bestand: Bake, passende Antenne, Stromversorgung und gegebenenfalls ein weiteres Funkmittel. Bei einer manuell bedienten Bake sind die vorgesehene Entriegelung, das Ausbringen der Antenne, die Aktivierung und die Bedeutung ihrer Anzeigen entscheidend. Eine Betriebsanzeige zeigt den örtlichen Gerätezustand. Nur ein entsprechend ausgestattetes Gerät kann über den Return Link Service eine Bestätigung des Alarmempfangs und der Weiterleitung erhalten; diese Anzeige bestätigt keinen gestarteten Rettungseinsatz.

Eine tragbare Bake braucht ihre vorgesehene Antennenstellung und einen möglichst wenig abgeschirmten Blick zum Himmel. Körper, Fahrzeugteile, Gebäude und steile Geländewände können die Funkwege behindern. Antenne oder Navigationsempfänger unter dem Körper zu verdecken verschlechtert die Bedingungen zusätzlich. Auf dem Wasser muss eine PLB oberhalb der Wasseroberfläche bleiben; eine dafür ausgelegte EPIRB schwimmt in ihrer Sendelage und wird an einem nicht sinkenden Mittel gesichert. Unter gegnerischer Bedrohung gehört zur Standortwahl zugleich, ob die Person beim Ausbringen sichtbar wird. Der offene Höhenpunkt mit dem besten Himmelsblick kann deshalb ein ungeeigneter Aufenthaltsort sein.

Eine abgebrochene Antenne oder eine erschöpfte Batterie kann die Aussendung verhindern; eine zurückgelassene Bake fehlt der Person für weitere Positionsmeldungen. Muss die Person einen gefährlichen Wrack- oder Senderort verlassen und bleibt eine aktive Bake zurück, stammen weitere Alarm- oder Peilsignale von diesem Gerät. Daraus ermittelte Ortsangaben beziehen sich auf die Bake statt auf die laufende Bewegung der Person. Eine im Voraus hinterlegte Bewegungsabsicht, etwa im Evasion Plan of Action, gibt Suchkräften einen zusätzlichen Anhaltspunkt; sie übermittelt keine laufende Positionsänderung. Dafür braucht die Person ein tatsächlich mitgeführtes sendefähiges Gerät und einen erreichbaren Empfänger.

Alarm und militärische Rückführung

Ein offener Notbakenalarm kann den Senderort auch einem Gegner zugänglich machen; seine digitale Gerätekennung schützt die Alarmdaten nicht vor fremdem Empfang. Militärische Mehrzweckgeräte können zusätzliche Verbindungen bieten: Beim CSEL gehören geschützte zweiseitige Datenkommunikation und ungesicherte SARSAT-Daten zu getrennten Betriebsarten. Der Schutz einer Datenverbindung lässt sich deshalb nicht auf jeden Modus desselben Geräts übertragen. Signalart und Schaltzeiten richten sich nach dem ausgegebenen Gerät und den vorbereiteten Vorgaben für den konkreten Empfänger und die Bedrohung. Abschalten beendet zugleich neue Aussendungen und ein vorhandenes Peilsignal.

Mit einer tatsächlich hergestellten zweiseitigen Verbindung lassen sich aktueller Ort mit Zeitbezug, Verletzungen, Personenzahl, Bewegung und Gefahren melden sowie Rückfragen beantworten. Damit können Suchkräfte die Lage anders behandeln als einen bloßen Gerätealarm. Vor einer militärischen Aufnahme bleibt außerdem die vereinbarte personale Authentifizierung nötig: Eine bekannte Bake kann verloren, gefunden oder von der Person getrennt worden sein. Die vorbereiteten Angaben und Verfahren zur Identitätsprüfung erfüllen eine andere Aufgabe als die technische Zuordnung der Kennung.

Die Alarmorganisation richtet sich nach dem betroffenen Gebiet und den beteiligten nationalen Stellen. In den USA verknüpft das Mission Control Centre die Kennung mit dem NOAA-Register; die Weiterleitung an Luftwaffen- oder Küstenwachen-Rettungsleitstellen richtet sich nach Art und Ort der Notlage. Bei einer australisch registrierten Bake im Ausland liefert AMSA die verfügbaren Register- und Kontaktinformationen, während die zuständige Stelle im Einsatzgebiet die Suche führt. Auch innerhalb der NATO liegt die Ausstattung isolierten Personals in nationaler Verantwortung. Vorbereitete Weiterleitungswege müssen daher den realen Bakenalarm mit der militärischen Personnel-Recovery-Organisation verbinden. Wetter, Gelände, gegnerische Bedrohung und erreichbare Kräfte bestimmen anschließend, welche Unterstützung oder Aufnahme tatsächlich durchführbar ist.